In der 1. Klasse Waldviertel drehte der USV Raxendorf gegen den USC Schweiggers ein 1:2 zur Pause in ein spätes 3:2. Entscheidend war eine klare Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel – so schildert es Trainer Gerd Hofbauer, der vor allem das Kollektiv hervorhob. „Wir haben die zweite Halbzeit ganz klar beherrscht“, sagte er und sprach von einem „verdienten Sieg“, auch wenn das Happy End erst in der Nachspielzeit kam. Raxendorf bleibt damit im Spitzenfeld und sendet ein kräftiges Lebenszeichen.

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Der Abend begann denkbar zäh für die Hausherren. In Minute 17 stellte Florian Hackl auf 0:1, und obwohl Jakub Kosorin Raxendorf in der 25. Minute wieder heranbrachte, traf Patrick Bruckner kurz darauf zur erneuten Schweiggers-Führung (29.) – Halbzeitstand 1:2. Gerd Hofbauer fand dafür klare Worte: „In der ersten Halbzeit war es eher ausgeglichen, vielleicht mit einem kleinen Chancenplus für Schweiggers. Zwei schwere Abwehrfehler von uns haben ihnen die Tore aufgelegt.“ Nach der Pause kippte die Partie. Aus Hofbauers Sicht war ein Foul an der Strafraumgrenze elferreif, der Referee gab Freistoß – Martin Jurina verwandelte trocken zum 2:2 (60.). Raxendorf blieb am Drücker und belohnte sich ganz spät: In Minute 94 drückte Jakub Byma den Ball zum 3:2-Sieg über die Linie. „Die zweite Halbzeit haben wir ganz klar beherrscht, Schweiggers hat nicht mehr aufs Tor geschossen. Am Ende vielleicht ein bisschen glücklich, aber sehr verdient“, so Hofbauer.
Inhaltlich war der Tenor beim Raxendorf-Coach eindeutig: Nicht eine einzelne Szene, sondern die mannschaftliche Geschlossenheit gab den Ausschlag. „Einen besonderen Moment gab es nicht. Das Kollektiv hat entschieden. Wir waren qualitativ, kämpferisch und läuferisch besser“, erklärte Hofbauer. Genau diese Mischung war nach dem Seitenwechsel zu sehen: mehr Zug, mehr Präsenz in den Zweikämpfen, weniger Risiko im eigenen Drittel. „Wir wissen um unsere individuelle Klasse, aber heute war es wieder die Mannschaft, die es gerichtet hat – wie auch letzte Woche in Nondorf, wo wir meiner Meinung nach klar stärker waren“, sagte er. Auch auf den Gegner war Raxendorf vorbereitet. „Wir wussten, wie Schweiggers spielt: über die Seiten, mit schnellen Spielern. Darauf waren wir eingestellt, überrascht hat uns nichts.“ Die Folge: Die Heimelf hatte mehr vom Spiel, ließ hinten wenig zu und nutzte die entscheidenden Chancen.
Diskussionsstoff bot vor allem die Szene vor dem 2:2: Aus Hofbauers Sicht lag ein Strafstoß nahe, der Unparteiische entschied jedoch auf Freistoß an der Linie – Jurina verwertete dennoch sicher. Abgesehen davon hatte der Coach nichts zu meckern: „Sonst gibt es nicht viel zu diskutieren. Der Schiri hat souverän und auf beiden Seiten gut gepfiffen.“
Den Schwung will Raxendorf in den kommenden Wochen mitnehmen – auch dank personeller Breite. „Wir haben momentan einen starken Kader, können jede Woche durchrotieren. Die Arbeit im Winter macht sich bemerkbar. Wir werden schon noch das eine oder andere Spiel gewinnen, weil wir im Kollektiv wirklich sehr stark sind.“ In der Tabelle hält Raxendorf nach 19 Runden bei 28 Punkten, Schweiggers bei 24 – die Richtung nach diesem Last-Minute-Dreher stimmt.