In der 1. Klasse Waldviertel hat der USV Kautzen am Samstag gegen den UFC Arbesbach mit 2:3 verloren. Für Arbesbach-Trainer Stefan Eichhorn stand nach dem Schlusspfiff weniger das nackte Ergebnis im Mittelpunkt als die Reaktion seiner Mannschaft. Trotz einiger Ausfälle gerieten die Gäste nach der Pause 1:2 in Rückstand, kamen aber noch einmal zurück und drehten die Partie mit zwei Treffern binnen zwölf Minuten.

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Schon die Ausgangslage war für Eichhorn alles andere als einfach. „Wir haben trotz des großen Kaders auf vier, fünf Spieler verzichten müssen. Das war für uns eine enorme Herausforderung“, sagte der Trainer. Gleichzeitig hielt er fest, dass auch bei Kautzen einige Schlüsselspieler fehlten. Arbesbach ging die Aufgabe deshalb bewusst etwas vorsichtiger an. „Wir sind das diesmal ein bisschen anders angegangen, defensiver“, erklärte Eichhorn. Viel ließ seine Mannschaft zunächst nicht zu, nach vorne gab es dafür naturgemäß weniger Chancen. Eine davon nutzte Moritz Pfeiffer in der 23. Minute zur Führung. Eichhorn sprach von einem „schönen Kopfballtor“ und ergänzte: „Wir haben gewusst, dass er dort seine Qualitäten hat.“ Kurz vor der Pause kam Kautzen dann aber noch zum 1:1 durch Frantisek Faber. Beim Entstehen des Ausgleichs war der Arbesbach-Coach nicht einverstanden, ohne dabei ein großes Thema daraus zu machen: „Ich bin normal keiner, der etwas kritisiert, aber das war meiner Meinung nach ein Foul an unserem Innenverteidiger.“ Mit dem 1:1 ging es schließlich auch in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel wurde es aus Arbesbacher Sicht zunächst unangenehm. „Wir haben einen ganz schlechten Start gehabt. Da war ich mit dem Auftreten vom ganzen Team sehr unzufrieden“, sagte Eichhorn offen. Kautzen nutzte diese Phase und ging in der 60. Minute durch Martin Janak mit 2:1 in Führung. Auch diesen Treffer ordnete der Trainer klar ein: „Das war ein super Weitschusstor, aber wir haben das schlecht verteidigt. Er darf dort nicht so frei zum Schuss kommen.“ Entscheidend war für Eichhorn dann, dass seine Mannschaft daran nicht zerbrach. „Der wichtigste Moment war, dass wir nach dem 2:1-Rückstand noch einmal retour gekommen sind und dann das Spiel auf 3:2 gedreht haben“, sagte er. Erst traf Sebastian Grudl in der 68. Minute mit einem Weitschuss zum 2:2. Danach blieb Arbesbach am Drücker und nutzte die nächste gute Phase konsequent. „Wir haben dann sogar eine gute Phase gehabt“, meinte Eichhorn, ehe Julian Lichtenwallner nur vier Minuten später eine schöne Kombination technisch stark zum 3:2 abschloss.
Gerade weil Arbesbach nicht über die gesamten 90 Minuten auf konstantem Niveau spielte, hatte dieser Auswärtssieg für Eichhorn besonderen Wert. „Mentalitätsmäßig war das richtig stark und auf das müssen wir aufbauen“, sagte der Trainer über die Wende nach dem Rückstand. Gleichzeitig blieb er in der Analyse bewusst streng: „Wenn die Jungs alles geben, dann ist alles möglich. Aber das haben wir über neunzig Minuten diesmal nicht gezeigt.“ Kautzen bescheinigte er dennoch eine klare Linie. „Sie haben eine gute Philosophie, mit vielen jungen einheimischen Spielern“, sagte Eichhorn, der den Erfolg deshalb umso höher einstufte. „In Kautzen drei Punkte zu holen, ist nicht selbstverständlich. Da bin ich sehr glücklich drüber.“ Auch insgesamt sah er ein enges Spiel: „Schlussendlich war es, glaube ich, eine ausgeglichene Partie. Diesmal war das Glück ein bisschen auf unserer Seite.“ Beim Thema Schiedsrichter wollte er ebenfalls nicht nachtreten. „Er war okay“, meinte Eichhorn. Einen bitteren Beigeschmack bekam der Sieg aber noch in der Schlussphase, als sich Moritz Pfeiffer bei einem Zusammenstoß verletzte. Eichhorn fand dafür klare Worte: „Das ist ein ganz super Junge, ein guter Bursche für uns. Wir wünschen ihm gute Besserung und hoffen, dass er bald wieder retour ist.“ So nahm Arbesbach zwar drei wichtige Punkte aus Kautzen mit, verließ den Platz aber nicht ohne Sorgen um einen Spieler, der die Gäste zuvor noch in Führung gebracht hatte.