In der 1. Klasse Waldviertel setzte sich der USV Gastern am Sonntag gegen den SC St. Martin mit 1:0 durch. Aus Sicht der Gäste entschied ein früher Treffer die Partie, obwohl Christopher Bruckner seine Mannschaft nach verhaltenem Beginn klar im Aufwind sah. Der Trainer sprach von einem Weckruf nach einem verschossenen Elfmeter der Gastgeber und meinte trotz der Niederlage: „Eigentlich hat uns nur das Tor gefehlt.“

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Der Spielverlauf war aus Sicht von St. Martin schnell unangenehm. Schon in der 4. Minute ging Gastern in Führung, und genau dieser Start blieb für Bruckner der erste große Knackpunkt des Nachmittags. „Gastern hat mit dem ersten Torschuss gleich das 1:0 gemacht“, sagte der Trainer, der dabei vor allem einen Stellungsfehler auf der Seite vor der Flanke ansprach. Über Michael Polt, der zum frühen 1:0 traf, verlor Bruckner dabei kein schlechtes Wort, im Gegenteil: Der Abschluss sei „wirklich sehr gut getroffen“ gewesen. St. Martin habe danach erst einmal Zeit gebraucht, um in die Partie zu finden. Dass die Gastgeber später auch noch einen Elfmeter zugesprochen bekamen, hätte die Lage zusätzlich verschärfen können. Weil dieser Strafstoß aber nicht zum 2:0 führte, wertete Bruckner die Szene im Nachhinein sogar als Wendepunkt: „Das war eigentlich ein Weckruf für uns.“
Mit zunehmender Spieldauer sah Bruckner seine Mannschaft deutlich besser im Spiel. Vor allem nach rund zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten und dann in der zweiten Halbzeit habe St. Martin mehr Zugriff bekommen, ruhiger gespielt und den Tabellenführer stärker beschäftigt. „Ab dem Zeitpunkt waren wir besser im Spiel und hatten auch gute Möglichkeiten“, sagte der Trainer. Besonders die zweite Hälfte war aus seiner Sicht klar aufseiten seiner Mannschaft: „Wir waren die aktivere Mannschaft und wollten den Sieg oder den Punkt etwas mehr.“ Ganz konkret nannte er eine große Möglichkeit von Dominik Decker, der alleine auf den Tormann zulief und nur die Stange traf. Genau in solchen Momenten habe am Ende das kleine Stück Glück gefehlt. Bruckners Fazit fiel deshalb trotz des 0:1 recht deutlich aus: „Wir hätten uns minimum einen Punkt verdient gehabt.“ Gleichzeitig verschwieg er nicht, dass Gastern bei Kontern auch die Chance auf das zweite Tor hatte. Gerade deshalb sprach er von „Nuancen“, die dieses Spiel entschieden hätten.
Bemerkenswert war für den St.-Martin-Trainer vor allem, dass seine Mannschaft die offensive Qualität der Gastgeber über weite Strecken gut eindämmte. Besonders die Nummer 18 von Gastern hob er als Unterschiedsspieler hervor, betonte aber gleichzeitig: „Den haben wir eigentlich über 90 Minuten sehr gut im Griff gehabt.“ Überhaupt habe seine Elf defensiv vieles ordentlich gemacht und nach dem Rückstand später auch wieder mehr versucht, Fußball zu spielen, statt in alte Muster zu verfallen. „Nach einem Gegentor verlieren wir manchmal die Fassung und schlagen unnötige lange Bälle. Das haben wir in der zweiten Halbzeit dann wirklich eher abgestellt“, erklärte Bruckner. Dazu kamen aus seiner Sicht mehrere knappe Entscheidungen gegen seine Mannschaft. So blieb am Ende ein Auftritt, mit dem Bruckner über weite Strecken zufrieden war, aber eben auch eine Niederlage, die weh tat: „Wir haben es dem Tabellenführer extrem schwer gemacht.“