In der 1. Klasse Waldviertel hat SV Kirchberg/Walde das Derby bei SCU Koller Nondorf nach einem 0:1-Pausenrückstand noch mit 3:1 gewonnen. Trainer Daniel Glaser sah vor allem die Pause als Wendepunkt, weil seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel aggressiver auftrat, drei Tore in zehn Minuten erzielte und einen wichtigen Auswärtssieg mitnahm. Dabei war Kirchberg aus seiner Sicht schon vor dem Rückstand das bessere Team und sich diesmal im Gegensatz zu den vergangenen Wochen auch für den Aufwand vor dem Tor belohnte.

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Glaser hatte vor dem Anpfiff genau das erwartet, was ein Derby in dieser Liga meistens mit sich bringt: ein schwieriges Spiel mit viel Spannung. „Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird. Natürlich, es war ein Derby, und genauso hat das Spiel auch angefangen“, sagte der Kirchberg-Trainer. Aus seiner Sicht waren die Gäste aber trotzdem von Beginn an besser in der Partie und kamen auch zu den klareren Möglichkeiten. Genau dort lag zunächst wieder das Problem. „Wir hatten von Anfang an bessere Torchancen. Leider konnten wir sie wieder nicht nutzen. Das begleitet uns jetzt schon durch die Saison hinweg“, meinte Glaser. Nondorf ging dann in der 31. Minute nach einem Standard durch Klemens Forstner mit 1:0 in Führung. Auch dazu hatte der Trainer eine klare Erklärung: „Dann leider durch einen Standard, wo die Zuteilung nicht ganz stimmte, sind wir in Rückstand gegangen.“ Kirchberg brauchte danach ein paar Minuten, um sich wieder zu sortieren, verlor den Faden aber nicht völlig. „Wir haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt, haben weitergespielt“, sagte Glaser. Mit dem 0:1 ging es in die Pause, obwohl Kirchberg laut Trainer das aktivere Team gewesen war.
Für Glaser war genau diese Unterbrechung der entscheidende Punkt des Nachmittags. „Der wichtigste Moment im Spiel war die Halbzeitpause“, sagte er ohne langes Zögern. In der Kabine wurde nachgeschärft, und vor allem der Glaube an die Wende blieb da. „Wir wussten, wir mussten jeder noch etwas mehr geben. Wir waren in der ersten Hälfte die bessere Mannschaft und hatten immer den Glauben daran, das Spiel noch drehen zu können.“ Was danach folgte, sprach auch auf der Anzeigetafel schnell für Kirchberg. Bereits in der 47. Minute köpfte Manuel Kammerer nach einem Eckball zum 1:1 ein. Nur sieben Minuten später drehte Oleh Kvych die Partie, als er nach einem Pass in die Tiefe den Tormann umkurvte und zum 2:1 einschob. Und weil Kirchberg in dieser Phase am Drücker blieb, legte Kammerer in der 57. Minute noch einmal nach und machte mit seinem zweiten Treffer des Tages das 3:1. Glaser beschrieb diese Phase so: „Wir sind viel besser aus der Kabine gekommen, aggressiver gegen den Ball, mit dem Ball besser gewesen. So haben wir uns Chance um Chance erarbeitet.“ Innerhalb weniger Minuten war aus einem Rückstand ein klarer Vorsprung geworden.
Dass die Gäste nach dem 3:1 nichts mehr anbrennen ließen, führte Glaser vor allem auf die Arbeit gegen den Ball zurück. „Besonders gut funktioniert hat wieder die Defensive. Wir sind gut gestanden und haben bis auf zwei, drei Situationen sehr wenig zugelassen“, sagte der Trainer. Dazu kam ein starker Rückhalt im Tor, den Glaser ausdrücklich hervorhob, ohne dass das Derby danach noch einmal kippen konnte. Auch vom Auftritt des Gegners war der Kirchberg-Coach nicht überrascht. „Wir wussten, was die Stärken des Gegners sind, haben uns darauf eingestellt und das sehr gut gelöst. Wir haben die Schlüsselspieler im Griff gehabt“, erklärte er. Selbst den Unparteiischen nahm Glaser nach dem Derby ausdrücklich in Schutz: „Der Schiedsrichter hat meiner Meinung nach ein sehr gutes Spiel geleitet.“ Zum Schluss richtete er den Blick noch einmal auf die Bedeutung dieses Nachmittags für den ganzen Verein. „Der Derbysieg war sehr, sehr wichtig für den ganzen Verein, für die Mannschaft, für unsere Köpfe und für unsere Fans“, sagte Glaser. Gerade die Unterstützung auf den Rängen sei in Nondorf deutlich spürbar gewesen. „Die Hälfte der Tribüne war rot. Das war weltklasse. So müssen wir weitermachen, und die Mannschaft braucht das.“ Mit dem 3:1 hält Kirchberg nach sieben Runden bei zwölf Punkten und nimmt aus dem Derby nicht nur drei Zähler, sondern auch ordentlich Selbstvertrauen mit.