In der 1. Klasse Waldviertel hat sich SV Kirchberg/Walde im Derby beim USC Schweiggers mit 1:1 getrennt. Trainer Daniel Glaser sprach nach dem späten Ausgleich durch Jan Kosak von einem gerechten Remis, das sich trotzdem „ein wenig wie eine Niederlage“ anfühle.

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Glaser beschrieb die Partie als das, was man sich von einem Waldviertler Derby erwarten durfte: eng, umkämpft und über weite Strecken offen. „Das Spiel hat sich sehr ausgeglichen entwickelt“, sagte der Kirchberg/Walde-Coach und verwies vor allem auf eine erste Halbzeit, in der sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. Chancen habe es auf beiden Seiten gegeben, zur Pause stand es dennoch 0:0. Auch nach Wiederbeginn blieb die Partie zunächst auf Augenhöhe, wobei Schweiggers laut Glaser etwas besser aus der Kabine kam. „Danach haben wir das Kommando wieder übernommen“, meinte er. Gerade diese Wechsel im Spielverlauf zeigten für ihn, warum es ein „erwartet schwieriges Spiel auswärts“ war. Dazu kam, dass Schweiggers laut dem Gäste-Trainer einen guten Tag erwischte. „Sie ließen den Ball sehr gut laufen und haben uns das wirklich schwer gemacht“, sagte Glaser, schob aber auch nach, dass seine Mannschaft dem Gegner ebenfalls wenig Raum gelassen habe.
So richtig zugespitzt hat sich die Partie aus Sicht der Gäste in der Schlussphase. Rund 20 Minuten vor dem Ende hatte Kirchberg/Walde laut Glaser eine „sehr große Chance“, die aus seiner Sicht eigentlich zur Führung hätte führen müssen. „Da hätte es 1:0 stehen müssen“, sagte er. Weil diese Möglichkeit ungenutzt blieb, blieb das Derby vorerst offen. Kurz darauf folgte aber doch noch der Moment, auf den die Gäste gewartet hatten. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld kam der Ball gefährlich in den Strafraum, wurde verlängert, und Florian Weixelbraun stand am langen Eck richtig. In der 82. Minute köpfte er zum 1:0 für Kirchberg/Walde ein. Glaser nannte diese Aktion „eine sehr wichtige Szene“, weil seine Mannschaft damit in einer engen Partie kurz vor Schluss vorne lag. Danach habe sein Team die letzten Minuten „sehr gut gespielt, gerackert, gebissen“, also genau das gezeigt, was man in so einer Phase auswärts braucht.
Dass Schweiggers in der Nachspielzeit doch noch zum Ausgleich kam, machte den Frust der Gäste nach dem Schlusspfiff spürbar. Jan Kosak traf in der 91. Minute zum 1:1. „Wenn man in der Nachspielzeit noch 1:0 führt, dann tut das X natürlich weh und fühlt sich ein wenig wie eine Niederlage an“, sagte Glaser. Trotzdem blieb seine Einordnung klar. Über die gesamte Spielzeit sei das Unentschieden „ein gerechtes X“ gewesen. Dass sich dieser Satz und das Gefühl nach dem späten Gegentor nicht widersprechen müssen, machte der Trainer ebenfalls deutlich: sportlich nachvollziehbar, emotional trotzdem schwer zu schlucken.
Inhaltlich sah Glaser nach dem Derby zwei klare Themen. Zum einen müsse seine Mannschaft gegen den Ball noch aggressiver werden. „Wir sind teilweise noch zu weit weg vom Gegner“, sagte er. Der Plan sei gewesen, Schweiggers schon bei der Ballannahme stärker zu stören, doch das habe nicht durchgehend geklappt. Vor allem im Mittelfeld habe der Gegner dadurch zu viel Platz bekommen und sein Kurzpassspiel mit wenigen Kontakten aufziehen können. Zum anderen kam Glaser auf ein Thema zurück, das ihn nach eigenen Worten schon länger begleitet: die Chancenverwertung. „Wenn wir das noch verbessern können, sind wir noch schwerer zu schlagen“, sagte der Trainer. Gerade die große Möglichkeit vor dem 1:0 sah er als Sinnbild dafür, warum es am Ende nicht zu mehr reichte. Positiv bewertete er trotzdem den Auswärtspunkt, zumal Kirchberg/Walde aus den letzten beiden Auswärts-Derbys vier Zähler mitnahm. Zum Schluss richtete Glaser noch ein Dankeschön an die vielen mitgereisten Fans, die „die Tribüne wieder in Rot gefärbt haben“. Nun wartet das Heimspiel gegen Pfaffenschlag, in dem Kirchberg/Walde laut seinem Trainer „zu Hause wieder voll anschreiben“ will.