Spielberichte

„Nach fünf Minuten musst du 3:0 führen“ – St. Martin bringt das 2:1 über die Zeit

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SC St. Martin
USV WFLG Raxendorf

In der 1. Klasse Waldviertel hat SC St. Martin gegen USV WFLG Raxendorf einen enorm wichtigen 2:1-Heimsieg geholt. Trainer Christopher Bruckner sah dafür vor allem zwei Gründe: einen Start, den er von seiner Mannschaft „selten so gut“ gesehen habe, und danach eine leidenschaftliche Abwehrleistung in Unterzahl. Weil St. Martin beste Chancen auf eine frühe Vorentscheidung liegen ließ, blieb die Partie aber bis zum Ende offen.

Weitwinkelaufnahme eines Fußballspiels mit Flutlicht

Foto von Abigail Keenan auf Unsplash

Ein Auftakt, der eigentlich schon mehr hergeben musste

Für Bruckner begann die Partie genau so, wie man sie sich im Abstiegskampf wünscht: mit Mut, Tempo und sofortigem Druck. „Wir hatten in den ersten fünf Minuten fünf Abschlüsse, und drei davon waren hundertprozentige Chancen“, schilderte der Trainer. Gleich die erste Aktion brachte die Führung. Andreas Wandl spielte einen langen Ball auf Niklas Höbarth, der in der 1. Minute vor dem Tor ruhig blieb und zum 1:0 einschob. Für St. Martin war das aber nur der Anfang einer Phase, in der deutlich mehr drinnen gewesen wäre. Bruckner formulierte es sehr klar: „So blöd es klingt, aber du musst nach fünf Minuten 3:0 führen.“ Stattdessen blieb Raxendorf in der Partie, kam nach und nach besser hinein und glich in der 10. Minute durch Jakob Eckl aus. Bruckner störte dabei vor allem die Entstehung, weil aus seiner Sicht der Ecke eine Fehlentscheidung vorausging. Trotzdem hatte er auch danach das Gefühl, das seine Mannschaft in der ersten Halbzeit „etwas besser im Spiel“ war. Kurz vor der Pause bekam St. Martin nach einem Eckball der Gäste die Gelegenheit zum Umschalten, spielte den Konter sauber zu Ende und kam durch Manuel Kaineder in der 39. Minute zum 2:1. Mit dieser Führung ging es auch in die Kabinen.

Nach dem Ausschluss wurde es ein Abwehrkampf

Dass der zweite Durchgang ein anderer werden würde, war für Bruckner schnell klar. Raxendorf kam nach seiner Einschätzung verbessert aus der Pause, und für St. Martin wurde es zusätzlich kompliziert, weil die Gastgeber früh in Unterzahl gerieten. „Die zweite Gelbe geht klar, aber die erste war absolut nicht notwendig“, sagte Bruckner, der bei der ersten Verwarnung nicht einmal mitbekommen hatte, weshalb sie gezeigt worden war. Von da an verschob sich das Spiel noch stärker in Richtung des Heimtores, zumindest was Ballbesitz und längere Phasen in der Hälfte der Heimischen betraf. St. Martin zog sich zurück, verteidigte tief und musste viel arbeiten. Gerade deshalb gefiel dem Trainer die Leistung seiner Mannschaft besonders gut. „Wir haben extrem defensiv gekämpft“, sagte er und hob hervor, dass seine Elf trotz Unterzahl nicht nur verteidigte, sondern auch selbst gefährlich blieb. Über Umschaltmomente seien „zwei, drei wirklich gute Aktionen“ entstanden, aus denen nach seiner Ansicht sogar das 3:1 hätte fallen müssen. Dass dieses Tor nicht gelang, hielt die Partie zwar eng, änderte für ihn aber nichts am Gesamturteil über die zweite Halbzeit.

Stolz auf die Leidenschaft – und klare Worte zu den strittigen Punkten

Was Bruckner nach dem Schlusspfiff vor allem mitnahm, war der kämpferische Auftritt seiner Mannschaft. „Ich bin extrem zufrieden und extrem stolz auf die Jungs“, sagte der St.-Martin-Coach, und diese Aussage zog sich durch das ganze Gespräch. Er sprach von einer „kämpferischen Topleistung“ und davon, dass genau so ein Spiel nötig gewesen sei, „wo wir hinten drin sind“. Besonders hoch rechnete er seiner Mannschaft an, dass sie gegen einen Gegner bestand, dem er „unglaubliche Qualität vorne“ bescheinigte. Raxendorf sei nach schwächerem Beginn im Lauf des Spiels stärker geworden und habe viel Druck erzeugt, wirklich glasklare Chancen auf das 2:2 habe seine Elf aber kaum zugelassen. Diskussionsstoff lieferte aus seiner Sicht dennoch die Spielleitung. Bruckner blieb bei seiner Linie, dass der Eckball vor dem 1:1 „nie im Leben ein Eckball“ gewesen sei, und auch die vielen Karten sah er kritisch. „Es war überhaupt kein hartes Spiel“, meinte er. Unterm Strich überwog bei ihm aber klar das Positive: St. Martin ließ sich von einer offenen Partie, von einer strittigen Szene und von der Unterzahl nicht aus der Bahn werfen und brachte einen Sieg ins Ziel, der vor allem von Einsatz, Leidenschaft und viel Laufarbeit lebte.

1. Klasse Waldviertel: St. Martin : USV WFLG Raxendorf - 2:1 (2:1)

  • 39
    Manuel Kaineder 2:1
  • 10
    Jakob Eckl 1:1
  • 1
    Niklas Höbarth 1:0