Spielberichte

„Wir haben eher reagiert und nicht agiert“ – Schwarzenau rettet gegen St. Martin ein 2:2

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
ESV Schwarzenau
SC St. Martin

In der 1. Klasse Waldviertel hat der ESV Schwarzenau gegen den SC St. Martin ein 2:2 geholt. Nach dem 1:1 zur Pause lag Schwarzenau in Runde zehn auch nach dem Seitenwechsel wieder zurück, kam durch Tobias Elsigan aber noch zum Ausgleich. Obmann Andreas Dorr sah eine verkrampfte Partie mit viel Stückwerk und brachte den Hauptpunkt schnell auf den Tisch: Seiner Mannschaft fehlten über weite Strecken Zielstrebigkeit und Aktivität.

Fußball und Beine mit schwarzen Schuhen und Stutzen auf grünem Rasen

Foto von Emilio Garcia auf Unsplash

Wenig Spielfluss, aber vier Tore

Der Spielverlauf ließ laut Andreas Dorr lange keinen richtigen Rhythmus zu. „Es war von Beginn weg von beiden Mannschaften ein bissl verkrampft, sehr viel Stückwerk und kaum schön durchgespielte Aktionen“, sagte der Schwarzenauer Obmann nach dem Schlusspfiff. Das war auch der Ton dieser Partie: wenig flüssige Angriffe, wenig klare Dominanz, dafür viele Phasen, in denen sich beide Mannschaften gegenseitig neutralisierten. Trotzdem fielen Tore. In der 19. Minute brachte Niklas Höbarth die Gäste mit 0:1 in Führung. Schwarzenau brauchte bis zur 33. Minute für die Antwort, dann glich Jozef Rejdovian zum 1:1 aus. Mit diesem Spielstand ging es auch in die Pause. Für Dorr passte es ins Bild, dass nach seiner Einschätzung drei der vier Tore aus Standards entstanden, weil aus dem Spiel heraus nur wenig sauber zustande kam.

Erst in der Schlussphase wurde Schwarzenau aktiver

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst nicht entscheidend. Vieles blieb ausgeglichen, aber nicht auf hohem spielerischem Niveau. St. Martin nutzte eine weitere Möglichkeit und ging in der 71. Minute durch Niklas Höbarth ein zweites Mal an diesem Nachmittag in Front. Schwarzenau lief damit wieder einem Rückstand nach und musste sich den Punkt noch einmal erarbeiten. Dorr sah erst in der Schlussphase eine klare Verschiebung im Spiel. „Bis auf die letzte Viertelstunde war es ziemlich ausgeglichen. In der letzten Viertelstunde hat Schwarzenau schon ein bissl die Oberhand gehabt“, sagte er. Dieser Druck zahlte sich spät aus, als Tobias Elsigan in der 87. Minute das 2:2 erzielte. Für Dorr war das Remis am Ende in Ordnung, auch wenn er meinte: „Wenn es zehn Minuten länger gegangen wäre, wäre vielleicht noch der Lucky Punch geglückt.“

„Wir haben eher reagiert und nicht agiert“

In seiner Analyse wurde Dorr danach deutlich. Ihm ging es nicht darum, aus dem Punktgewinn mehr zu machen, als er war. „Uns hat einfach die Zielstrebigkeit und die Aktivität gefehlt. Wir haben eher reagiert und nicht agiert“, sagte er. Genau darin sah er den Hauptgrund, warum Schwarzenau dieses Heimspiel nicht stärker an sich ziehen konnte. Die Mannschaft blieb zwar dran und ließ sich vom zweiten Rückstand nicht abschütteln, aber über weite Strecken fehlte jener Zugriff, mit dem man einen Gegner dauerhaft in die Defensive drängt. Auch die Einschätzung des Gegners fiel nüchtern aus. „Der Gegner war nicht sonderlich stark, aber leider sind wir derzeit auch nicht in der Lage, so einen Gegner zu dominieren“, sagte Dorr. Das war eine ehrliche Einordnung eines Spiels, in dem Schwarzenau zwar nicht viel zuließ, selbst aber ebenfalls zu selten in die Rolle des aktiveren Teams kam.

Zwei Strafstöße gegen sich, ein Punkt mit gemischtem Gefühl

Dass am Ende trotzdem ein Zähler stehen blieb, führte Dorr vor allem darauf zurück, dass Schwarzenau abseits der heiklen Strafraumszenen defensiv nur wenig zuließ. „Wir haben eigentlich kaum Chancen zugelassen, außer leider die zwei Situationen, die zu einem Strafstoß geführt haben“, sagte er. Beide Elfmeter für die Gäste bezeichnete er klar als richtige Entscheidungen. Aus Schwarzenauer Sicht gab es auf der anderen Seite aber ebenfalls Gesprächsstoff. Beim Ausgleich zum 1:1 hätte es laut Dorr eigentlich schon davor einen Strafstoß geben müssen, stattdessen fiel das Tor aus dem folgenden Freistoß. Und auch beim Stand von 1:2 sah er ein Handspiel im Strafraum, das der Schiedsrichter anders beurteilte. „Sonst hat es keine gravierenden Fehler gegeben“, hielt Dorr fest. In der Tabelle bleiben beide Teams nach zehn Runden bei neun Punkten, Schwarzenau steht damit weiter im unteren Bereich. Der späte Ausgleich verhindert zwar einen Rückschlag, die Aussagen des Obmanns machten aber deutlich, dass man sich in Schwarzenau von so einem Heimspiel mehr erwartet hatte.

1. Klasse Waldviertel: Schwarzenau : St. Martin - 2:2 (1:1)

  • 87
    Tobias Elsigan 2:2
  • 71
    Niklas Höbarth 1:2
  • 33
    Jozef Rejdovian 1:1
  • 19
    Niklas Höbarth 0:1