Ein bitterer Schlusspunkt prägte den Nachmittag von FC Kapelln: Nach einer eigenen Standardsituation öffnete die Mannschaft alles, lief in einen Konter und kassierte das späte 1:2 gegen FCU Gerersdorf/E.. Helmut Marschik zeigte sich gefasst und sprach von einem insgesamt ausgeglichenen Spiel, wenngleich aus seiner Sicht ein Remis näher gelegen wäre: „Ich glaube, dass ein Unentschieden eher gerecht gewesen wäre – aber so ist Fußball.“ In der 1. Klasse West-Mitte hob der Trainer die Disziplin seiner Defensive hervor, verwies auf wenige zwingende Möglichkeiten auf beiden Seiten und darauf, dass der Gegner mehr Ballbesitz hatte.

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Marschik beschrieb eine taktisch geprägte Partie mit wenigen Hochkarätern: „Es war ein Spiel mit wenig Top-Chancen.“ Mit der eigenen Effizienz haderte er: „ Wir waren 1:0 vorne und hatten zwei, drei gute Möglichkeiten, das 2:0 zu machen – die haben wir nicht genutzt.“ Gerersdorf/E. verzeichnete unmittelbar nach dem Start des Spiels eine gute Möglichkeit, ansonsten „sind die Schüsse eher weit über oder neben das Tor gegangen“, wie der Trainer festhielt. Auch Standards sorgten zunächst nicht für Durchschlagskraft: „Ein gefährlicher Freistoß von Gerersdorf zu Ende des Spiels wurde mittig aufs Tor geschossen.“ Insgesamt musste der Torhüter von Kapelln selten entscheidend eingreifen.
Im Ballbesitz sah Marschik Vorteile beim Gegner, betonte aber die eigene Stabilität: „Gerersdorf/E. hatte sicher mehr Ballbesitz, aber wir sind taktisch sehr gut hinten gestanden und haben deren starke Offensive gut im Griff gehabt.“ Zur Pause blieb alles beim Plan: „Wir haben in der Halbzeit nichts Taktisches geändert.“ Bereits in der 1. Hälfte musste Kapelln jedoch reagieren: „Wir hatten einen Spieler, der noch nicht fit war und den wir früh nach 30 Minuten wechseln mussten. Der Eingewechselte hat eine andere Position eingenommen – dadurch haben wir schon im Spiel Anpassungen vorgenommen.“ Bei ruhenden Bällen blieb es lange unspektakulär: „Standards waren diesmal auf beiden Seiten kaum gefährlich.“ Der entscheidende Moment fiel erst spät und spiegelte die bittere Dramaturgie wider: „Beim letzten Tor hatten wir einen Freistoß, haben komplett aufgemacht – das hätten wir nicht tun sollen.“ Das ernüchternde Ende: „Wir sind in den Konter gelaufen und der Gegner hat zum 1:2 getroffen.“ (Torschütze: Lirak Krasniqi.)
Im physischen Bereich blieb die Partie unauffällig, wie Marschik zusammenfasste: „Eher die Technik stand im Vordergrund. Es war kein hartes Spiel.“ Der Fokus richtet sich bereits nach vorn – mit klarem Selbstanspruch und Respekt vor der nächsten Aufgabe: „Das nächste Derby wird sehr, sehr schwer. Ich hoffe, dass wir die drei Punkte in Kapelln lassen können.“ Personell bleibt die Lage abzuwarten: „Bei den Verletzten muss man schauen, ob etwas zurückkommt.“ Und er setzt ein Signal an die eigene Mannschaft: „Ich bin trotzdem guter Dinge, dass wir das Spiel gewinnen können, wenn jeder seine 100 Prozent bringt und die taktischen Vorgaben und die Disziplin annimmt – mit dem Kader, den wir derzeit zur Verfügung haben.“