Zum Auftakt in der 1. Klasse West hat SG Waldhausen/Gloxwald das Heimspiel gegen SG Ardagger/Neustadtl II trotz Blitzstarts mit 2:4 verloren. Nach dem frühen 1:0 kippte die Partie noch vor der Pause deutlich. Trainer Michael Naderer machte vor allem eine halbe Stunde aus, in der seiner Mannschaft Energie, Zweikampfhärte und defensive Stabilität fehlten.

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Der Abend begann für SG Waldhausen/Gloxwald eigentlich genau so, wie man sich ein Heimspiel zum Saisonstart vorstellt. Elias Sandhofer brachte die Heimischen schon in der 2. Minute mit 1:0 in Führung, und Michael Naderer sprach danach auch von einem gelungenen Beginn. „Wir sind gut ins Spiel gestartet, gleich mit dem 1:0 in den ersten Minuten“, sagte der Trainer. In seiner Rückschau blieb aber vor allem hängen, dass seine Mannschaft gleich danach die große Chance auf das 2:0 nicht nützen konnte. „Wir hatten dann noch eine hundertprozentige Torchance, die wir leider vergeben haben“, so Naderer. Für ihn war das ein wichtiger Punkt in diesem Spiel, weil die Partie danach nicht mehr in die Richtung lief, die sich SG Waldhausen/Gloxwald erhofft hatte. Statt nachzulegen, verlor die Mannschaft Schritt für Schritt den Zugriff, und aus einer guten Anfangsphase wurde ein Spiel, das sich noch vor der Pause klar gegen die Heimischen drehte.
Genau diese Phase nannte Naderer nach dem Schlusspfiff auch ganz deutlich als Schlüssel zur Niederlage. Ab der 10. Minute kam SG Ardagger/Neustadtl II besser hinein, glich durch Kilian Bachler zum 1:1 aus und legte dann durch Florian Elser in der 17. Minute das 1:2 nach. Nur vier Minuten später erhöhte Florian Winninger auf 1:3, ehe derselbe Spieler in der 38. Minute auch noch das 1:4 erzielte. „Der Gegner war aggressiv in den Zweikämpfen, war spritziger und hat immer wieder Nadelstiche gesetzt“, sagte Naderer. Vor allem mit der Arbeit gegen den Ball war er in dieser Phase nicht zufrieden. „In der ersten Halbzeit war die Aggressivität in den Zweikämpfen nicht so gegeben. Mir hat von Beginn an ein bisschen die Energie im Spiel gefehlt.“ Der Trainer blieb dabei sehr klar in seiner Analyse: „Dreißig Minuten waren wir nicht präsent am Platz. In diesen dreißig Minuten hat der Gegner das Spiel entschieden.“ Dass es mit 1:4 in die Pause ging, passte für ihn genau zu diesem Bild. Während SG Ardagger/Neustadtl II seine Möglichkeiten konsequent nutzte, ließ SG Waldhausen/Gloxwald in dieser halben Stunde genau das vermissen, was Naderer in einem Heimspiel zum Start erwartet hatte.
Nach dem Seitenwechsel sah Naderer dann aber ein ganz anderes Gesicht seiner Mannschaft. „Seit der Halbzeit waren wir klar stärker, haben den Gegner teilweise wirklich an die Wand gespielt“, sagte der Trainer. SG Waldhausen/Gloxwald kam durch Julian Wurzer in der 70. Minute noch auf 2:4 heran, mehr als dieses zweite Tor sprang aber trotz mehrerer Möglichkeiten nicht mehr heraus. Gerade darin sah Naderer neben der schwachen halben Stunde vor der Pause den zweiten großen Punkt. „Offensiv muss man schon sagen: An der Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor kann man sehr gut arbeiten.“ Aus seiner Sicht wäre in der zweiten Hälfte jedenfalls noch mehr möglich gewesen. „Es wäre sicher möglich gewesen, dass wir einen Ausgleich schaffen oder das Spiel sogar drehen.“
Diskutiert wurde nach dem Spiel auch über die Szene vor dem 1:3. Naderer ärgerte sich darüber, dass vor dem Freistoß auf Foul entschieden wurde. „Unser Innenverteidiger spielt klar den Ball. Das war aus meiner Sicht ganz klar kein Foul“, meinte er. Den fälligen Freistoß verwertete SG Ardagger/Neustadtl II zum 1:3. Trotzdem wollte Naderer die Leistung des Schiedsrichters nicht grundsätzlich schlechtreden. Abseits dieser Situation sprach er von einer „soliden Leistung“ des Unparteiischen. Unterm Strich blieb für den Trainer aber eine Niederlage, die sich vor allem aus zwei Punkten erklären ließ: zu wenig Energie in einer entscheidenden Phase und zu wenig Ertrag aus den eigenen Chancen. „Die anderen sechzig Minuten waren auf unserer Seite. Wir haben daraus aber keinen Profit schlagen können“, fasste Naderer den missglückten Auftakt zusammen.