Spielberichte

„Die Null war heute Priorität Nummer eins“ – Ferschnitz nimmt aus Scheibbs ein 0:0 mit

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SV Scheibbs
USV Ferschnitz

In der 1. Klasse West trennten sich am Samstag SV Raika Scheibbs und USV Intersport Winninger Ferschnitz torlos 0:0. Für Ferschnitz-Trainer Marco Talir war es „eine klassische X-Partie“, in der wohl jene Mannschaft gewonnen hätte, die den ersten Treffer macht. Weil beide Torhüter mit starken Paraden zur Stelle waren und die Gäste nach vier Gegentoren in der Vorwoche vor allem defensiv stabil stehen wollten, nahm Ferschnitz mit dem Punkt am Ende zufrieden die Heimreise an.

Mannschaft schwört sich vor dem Spiel ein - im Vordergrund ist das Tor zu sehen

Image by Jörg Struwe from Pixabay

Ein Spiel, das lange auf einen einzigen Treffer wartete

Die Partie entwickelte sich genau so, wie Talir sie später beschrieb. Vieles spielte sich über weite Strecken in Bereichen ab, in denen beide Teams ordentlich arbeiteten, ohne sich dauernd klare Vorteile herauszuspielen. Ferschnitz hatte im ersten Durchgang nach Einschätzung des Trainers bei den Chancen ein leichtes Plus und kam auch zu einer Riesenchance, ließ diese aber ungenutzt. Deshalb ging es folgerichtig mit dem 0:0 in die Pause. Talir formulierte es treffend: „Es war eine klassische X-Partie, in der die Mannschaft, die das Tor geschossen hätte, wahrscheinlich den Sieg geholt hätte.“ Genau dieses Bild zog sich durch den Nachmittag. Beide Seiten wollten wenig herschenken, echte Klarheit im Ergebnis gab es aber nie.

Nach der Pause war Scheibbs näher dran

Nach dem Seitenwechsel verschob sich das Geschehen dann eher zugunsten der Gastgeber. Talir sagte offen, dass Scheibbs in der zweiten Halbzeit näher am Sieg gewesen sei. Vor allem eine Großchance blieb ihm dabei in Erinnerung, „was unser Tormann überragend gehalten hat“. Dazu kamen laut dem Ferschnitz-Coach mehrere Strafraumszenen, in denen seine Mannschaft aber immer wieder noch klären konnte, bevor es richtig gefährlich wurde. „Wir haben immer wieder den Schuss geblockt, immer wieder war ein Bein dazwischen“, sagte Talir. Gerade diese Phase gab dem 0:0 aus Sicht der Gäste zusätzliches Gewicht. Ferschnitz musste nun deutlich mehr wegverteidigen, blieb aber kompakt genug, um den Punkt festzuhalten und sich in einer intensiven zweiten Hälfte nicht doch noch aushebeln zu lassen.

Defensiv erfüllt, vorne zu wenig Durchschlagskraft

Für Talir lag der Schwerpunkt diesmal ohnehin klar auf der Defensive. Nach den vier Gegentoren in der Vorwoche sei die Vorgabe eindeutig gewesen: „Priorität Nummer eins war, dass wir heute kein Gegentor bekommen. Dass die Null steht, war die Vorgabe, und das hat die Mannschaft sehr gut umgesetzt.“ Genau darin sah der Trainer auch den wichtigsten Ertrag dieses Auswärtsspiels. Gleichzeitig verschwieg er nicht, warum aus dem möglichen Sieg nichts wurde. „Nach vorne sind wir nicht zwingend genug geworden“, sagte Talir. Es habe im letzten Drittel an Mut und an Durchschlagskraft gefehlt, dazu sei der Platz schwer zu bespielen gewesen. Lösungen am Boden seien dadurch nicht einfach gewesen, weshalb Ferschnitz aus seinen wenigen guten Möglichkeiten am Ende zu wenig machte.

Respekt vor Scheibbs und ein Punkt, den man annimmt

Talir ordnete das Remis deshalb nüchtern ein und zeigte auch Respekt vor dem Gegner. Scheibbs sei „eine sehr gute Mannschaft mit viel Routine und guten Einzelspielern“, sagte der Ferschnitz-Coach. Gerade deshalb müsse man mit diesem 0:0 in Scheibbs zufrieden sein. Auch rund um die Entscheidungen des Schiedsrichters wollte Talir kein großes Thema aufmachen. Es habe auf beiden Seiten Szenen gegeben, die man anders sehen könne, aber keine davon habe die Partie entscheidend verändert. So blieb unter dem Strich ein Nachmittag ohne Tore, aber mit einer klaren Erkenntnis für Ferschnitz: Hinten war die Mannschaft deutlich stabiler als zuletzt, vorne braucht es im letzten Drittel wieder mehr Mut und mehr Zug zum Tor, wenn aus solchen engen Spielen künftig auch drei Punkte werden sollen.