In der 1. Klasse West hat Sportunion Leitner Allhartsberg am Samstag ÖTSU Steinakirchen mit 1:0 bezwungen – und das erst in der 94. Minute. Trainer Reinhard Mayr sah einen schwierigen Beginn seiner Elf, die nach rund zwanzig Minuten besser hineinfand und vor allem nach der Pause deutlich zulegte. Der späte Lohn: Marjan Gamsjäger nutzte einen Fehler des Gästetormanns zum entscheidenden Treffer.

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Dass es an diesem Abend kein leichtes Spiel werden würde, deutete sich schon früh an. Mayr sagte nach dem Schlusspfiff: „Es war vom Beginn weg bis zum Abpfiff ein sehr intensives Spiel.“ Zunächst hatte aber Steinakirchen mehr vom Match. Die Gäste waren nach seiner Einschätzung von Anfang an präsent, kamen besser hinein, holten einige Standards heraus und fanden auch über Umschaltsituationen immer wieder Wege nach vorne. Wirklich zwingend war das zwar noch nicht, trotzdem musste Allhartsberg erst einmal in die Partie finden. „Wir haben sicher gute zwanzig Minuten gebraucht, um besser in das Spiel zu kommen“, erklärte der Trainer. Erst danach wurden die Gastgeber stabiler, kamen Schritt für Schritt besser hinein und nahmen schließlich ein 0:0 mit in die Pause.
Gerade weil die erste Hälfte nicht einfach war, bekam der Auftritt nach Seitenwechsel für Allhartsberg noch mehr Gewicht. Die Gastgeber gingen mit einigem Druck in diese Partie, schließlich hatte es davor drei Niederlagen gegeben und in diesen Spielen war auch kein eigener Treffer gelungen. Mayr machte keinen Hehl daraus, dass die Woche davor deshalb wichtig gewesen war: „Wir haben wieder gut trainieren können, haben momentan aber etwas personelle Sorgen.“ Umso mehr sei es darum gegangen, diesmal wieder Leben und Energie auf den Platz zu bringen. „Für uns war es wichtig, wieder eine gute Energie auf den Platz zu bringen“, sagte der Trainer. Nach seiner Wahrnehmung gelang das seiner Mannschaft mit Fortdauer der Partie immer besser. „Vor allem die zweite Halbzeit haben wir wieder unsere Tugenden an den Platz gebracht“, betonte Mayr. Weil beide Teams auf die Entscheidung gingen, blieb das Spiel offen und für die Zuschauer bis zuletzt spannend.
Lange sah alles danach aus, als würde dieses intensive Spiel ohne Tor enden. Chancen auf beiden Seiten waren zwar da, doch Mayr verwies auch darauf, dass beide Tormänner ihren Anteil daran hatten, dass es vorzeitig zu keinem Treffer kam. Dazu wurden Möglichkeiten aus den Offensivreihen nicht genutzt. So blieb es bis tief in die Nachspielzeit beim 0:0, ehe Allhartsberg doch noch der entscheidende Moment gelang. „Der entscheidende Moment war, dass wir in der 94. Minute eine unglückliche Situation des Gästetormanns nutzen konnten“, sagte Mayr. Er beschrieb die Szene genau: „Es war ein Ball zurück. Der Tormann wollte den Ball wegschlagen, hat aber eine Kerze fabriziert und ist dann nicht mehr ordentlich zum Ball gekommen.“ Marjan Gamsjäger reagierte am schnellsten. „Gamsjäger hat die Situation super wahrgenommen und den Ball dann ins Tor befördert“, schilderte der Trainer den späten Treffer zum 1:0. Für ihn lag genau darin der Unterschied zwischen den beiden Mannschaften: „Dass wir die Situation in der 94. Minute zum 1:0 gemacht haben, das war der Unterschied.“
Auch wenn die Entscheidung ganz spät fiel, sah Mayr insgesamt eine faire Partie. Trotz der hohen Intensität blieb das Spiel nach seiner Einschätzung im Rahmen. Eine Szene sprach er aber dennoch an: „Zum Ende der zweiten Halbzeit war das für uns eine klare Elfmeterentscheidung, die der Schiedsrichter nicht gesehen hat“, sagte der Allhartsberger Coach und verwies darauf, dass der Unparteiische dies nach dem Spiel auch so erklärt habe. Den Fokus legte Mayr aber klar auf das Positive. Nach drei Niederlagen in Serie und ohne eigenen Treffer war dieses 1:0 für Allhartsberg mehr als nur ein knapper Heimsieg. Es war ein wichtiger Schritt zurück zu jener Energie, die der Trainer von seiner Mannschaft sehen wollte. Mit nun 17 Punkten nach zehn Runden bleibt Allhartsberg in der Spitzengruppe, während Steinakirchen nach einem lange offenen Spiel ohne Zählbares die Heimreise antreten musste.