In der 1. Klasse West setzte es für FCU SOP Winklarn am Samstagnachmittag bei ASK Metran Kematen eine deutliche 0:4-Niederlage. Schon nach elf Minuten lagen die Gäste 0:2 zurück, kurz nach der Pause fiel rasch das dritte Gegentor. Trainer Stefan Nestl sprach danach von einem rundum schwachen Auftritt und einer verdienten Niederlage.
Für Winklarn begann die Partie so, wie sie aus Sicht von Stefan Nestl auf keinen Fall beginnen durfte. Bereits in der 6. Minute brachte Mario Jandl die Gastgeber in Führung, nur fünf Minuten später legte Lukas Schattleitner zum 2:0 nach. Damit war Kematen früh in einer komfortablen Position, während die Gäste das Spiel von Anfang an gegen sich laufen hatten. Zur Pause blieb es bei diesem 2:0, doch auch der Seitenwechsel brachte keine Wende mehr. Im Gegenteil: Lukas Fehringer erhöhte in der 49. Minute auf 3:0, und als Schattleitner in der 71. Minute mit seinem zweiten Treffer des Tages auch noch das 4:0 machte, war die klare Sache endgültig besiegelt. Der Spielverlauf passte damit genau zu jenem Eindruck, den der Winklarner Trainer nach dem Schlusspfiff schilderte.
Der Coach der Gäste redete die Niederlage nicht klein, sondern benannte sehr deutlich, woran es aus seiner Sicht gelegen hat. „Es war von Beginn an mühsam. Wir haben an diesem Tag alles vermissen lassen, was man braucht, um ein Spiel zu gewinnen oder zu punkten“, sagte Nestl. Für ihn zog sich dieser Eindruck durch die gesamten 90 Minuten, deshalb ordnete er das Ergebnis auch ohne Umschweife ein: „Die Niederlage war gerechtfertigt und verdient.“ Als eigentlichen Grund machte er weniger einzelne Szenen oder Tore aus, sondern vielmehr das, was seine Mannschaft über das gesamte Spiel nicht auf den Platz brachte. „Wir konnten nie an die Leistungen der letzten Wochen anschließen. Es hat an Aggressivität, an der nötigen Einstellung, an der Körpersprache und am Willen gefehlt, aus diesem Spiel etwas mitzunehmen“, erklärte der Trainer. Mit dieser Einschätzung beschrieb er nicht nur eine schwache Phase, sondern einen Auftritt, der seiner Meinung nach von der ersten bis zur letzten Minute nicht dem entsprach, was Winklarn zuletzt ausgezeichnet hatte.
Bemerkenswert war dabei, wie konsequent Nestl die Verantwortung bei seiner eigenen Mannschaft suchte. Ausflüchte gab es von ihm keine, stattdessen eine schonungslose Bestandsaufnahme. „Es hat einfach alles nicht funktioniert. Es war kein Spieler auf dem Niveau, wo man sagen kann, die Leistung ist okay. Wir waren geschlossen schlecht drauf und haben nicht abgeliefert“, sagte er. Gleichzeitig erkannte er klar an, warum Kematen an diesem Nachmittag erfolgreich war. „Der Gegner hat genau das gemacht, was wir uns auch vorgenommen haben: eine geschlossene Mannschaftsleistung mit Körpersprache, Dynamik und dem Willen zu gewinnen“, meinte Nestl. Genau darin lag für ihn auch der entscheidende Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Für Winklarn ist das als Tabellenzweiter ein spürbarer Dämpfer, vor allem weil der Trainer ausdrücklich den Vergleich zu den vergangenen Wochen zog. Der Blick nach vorne ist damit klar vorgegeben: Die Gäste müssen rasch wieder zu jenem Auftreten zurückfinden, das Nestl diesmal in allen Bereichen vermisst hat.