In der 1. Klasse West musste sich SCU Euratsfeld am Samstag SV Volksbank Haubi's Petzenkirchen-Bergland mit 0:2 geschlagen geben. Für Trainer Vitalis Stankevicius war vor allem das frühe Gegentor ein tiefer Einschnitt, weil es den eigenen Matchplan sofort über den Haufen warf. Dazu kamen verlorene Zweikämpfe und zu viele Abspielfehler, die aus Sicht der Gastgeber am Ende den Unterschied ausmachten.
Stankevicius hatte schon vor dem Anpfiff mit einem schwierigen Nachmittag gerechnet. Der Euratsfeld-Trainer verwies auf die personelle Lage und machte gleichzeitig klar, dass er den Gegner trotz dessen Tabellenposition sehr ernst genommen hatte. „Wir haben nicht auf den Tabellenplatz geschaut. Petzenkirchen hat eine sehr gute Mannschaft mit viel Qualität“, sagte er. Der Plan seiner Mannschaft war daher klar auf Kampf und Disziplin ausgelegt. „Wir haben uns eigentlich einen harten Kampf vorgenommen“, erklärte Stankevicius. Genau dieser Plan bekam aber schon früh einen Dämpfer, denn David Schroll brachte Petzenkirchen in der 5. Minute mit 1:0 in Führung. „Leider hat uns das schnelle Tor den Plan ruiniert“, sagte der Trainer, der seiner Mannschaft trotz des Fehlstarts den Einsatz nicht absprach: „Ich denke, wir haben alles gegeben, was die Spielerleistung betrifft.“
Das 1:0 blieb bis zur Pause bestehen, doch aus Sicht des Euratsfeld-Trainers hätte das Spiel schon in der ersten Hälfte klarer in Richtung der Gäste kippen können. „In der ersten Halbzeit hatte der Gegner zwei, drei gute Möglichkeiten auf das 2:0“, schilderte Stankevicius. Nach dem Seitenwechsel sah er die Partie dann „mehr oder weniger geglichen“. Petzenkirchen zog sich nach seiner Einschätzung stärker in die Defensive zurück, während Euratsfeld mehr nach vorne probierte. „Sie haben mehr defensiv reagiert und wir haben offensiv mehr versucht“, so der Coach. Die Entscheidung fiel dann in der 75. Minute, als Christian Hauss auf 2:0 stellte. Gerade dieser zweite Treffer passte zur Analyse des Trainers, denn für ihn waren beide Gegentore grundsätzlich verteidigbar. „Wir können diese Tore natürlich verteidigen. Wir müssen diese Tore verteidigen“, sagte Stankevicius, der den Treffern damit zusätzliches Gewicht gab.
Den größten Unterschied zwischen beiden Mannschaften machte Stankevicius vor allem in den direkten Duellen aus. „Der Gegner war robuster“, sagte er deutlich. Petzenkirchen habe sehr viele Zweikämpfe gewonnen, dazu seien bei Euratsfeld „sehr viele Individualfehler“ und Abspielfehler dazugekommen. Auch bei der Einordnung der eigenen Leistung verwies der Trainer auf die Altersstruktur seines Kaders. „Von 16 Spielern im Kader sind zehn unter 20 Jahre alt“, sagte er und ergänzte, dass man in so einer Konstellation nicht erwarten könne, dass spielerisch schon alles rund laufe. Laufen und kämpfen müsse trotzdem funktionieren, bei den spielerischen Lösungen sieht er aber noch Arbeit vor sich. „Wir müssen viel arbeiten, um die individuelle Klasse zu erhöhen“, formulierte er den Auftrag für die nächsten Wochen. Die Leistung des Unparteiischen wollte Stankevicius insgesamt nicht zum Thema machen. „Unter dem Strich hat der Schiedsrichter eigentlich eine ganz normale Partie gepfiffen.“ So blieb am Ende vor allem die Erkenntnis, dass Petzenkirchen an diesem Tag abgeklärter, robuster und vor dem Tor konsequenter war, während Euratsfeld mit seiner jungen Mannschaft weiter an Stabilität und Lösungen arbeiten muss.