Freitagabend standen sich der SC Raika TTI Group Wieselburg und die SG Ardagger/Neustadtl in dem beidseits herbeigesehnten Nachbarschaftsduell gegenüber. Der Erstgenannte lieferte soweit eine sensationelle Saison ab. Die Platzierung unter den Top Five spricht Bände. Vergangene Runde hatte er bei St. Peter einen echten Kantersieg gefeiert. Der Lauf hielt also an. Ebenfalls schön in Schwung präsentierte sich zuletzt der Kontrahent. Er ging mit dem Punktemaximum aus den ersten beiden Frühjahrsrunden auch sehr optimistisch in den Vergleich. Die Fans bekamen tatsächlich ein aufregendes Kräftemessen zu Gesicht, das final aber ohne Gewinner endete.
Rund 600 Zuschauer machten sich auf den Weg in die TTI-Arena. Er herrschte eine tolle Stimmung! So stellt man sich die Atmosphäre in einem derartigen Schlager vor. Der Großteil der Anhänger unterstützte natürlich die Heimischen. Sie boten stimmungstechnisch schon eine sensationelle Show. Zumindest in der Auftaktviertelstunde, dann schlief ihnen abrupt das Gesicht ein. Kaltrim Berisha avancierte zum Spielverderber. Der abschlussstarke Stürmer brachte seine Farben in Front. Das Erfolgserlebnis gab dem Auswärtsteam einen weiteren Push. Es präsentierte sich defensiv recht stabil und kaufte dem Gegner ganz schön die Schneid ab. Vor allem versuchte er äußerst erfolgreich, den für den Gegner so essentiellen Ausnahmekönner Maximilian Müller abzuservieren. Das klappte im Großen und Ganzen recht fein. Bei den Hausherren fehlte zumeist die Genauigkeit. Viel wollte nicht klappen. Da auch die in Führung liegende Mannschaft bei weiteren Möglichkeiten scheiterte, pfiff der Referee mit dem 0:1 zur Pause.
Die Hausherren freuten sich auf die Halbzeit. Es gab genug zu besprechen. Der Auftritt war bislang sicher nicht das Gelbe vom Ei. Coach Rainer Hudler nutze die Zeit in der Kabine, mit seinen Burschen die Leistung zu analysieren und die Marschrichtung für den kommenden Durchgang auszugeben. Man lag nicht ausweglos zurück und in so einem Kräftemessen mit einem lokalen Rivalen versucht man sowieso alles, solange nicht angepfiffen ist. Der Spielverlauf meinte es an dem Tag aber nicht gut mit den Heimischen. In den ersten Minuten des Durchgangs kassierte Sebastian Punz direkt Rot. Jetzt trat also der Supergau ein. Man lag zurück und agierte nun sogar noch in numerischer Unterlegenheit. Es musste ein Husarenstück her, anders kann man das nicht bezeichnen. Der Aufsteiger steckte den Kopf nicht in den Sand, nahm die Situation an und hielt kräftig dagegen. Er überzeugte mit Laufarbeit und seinem unbändigen Willen. Bis zum Schluss blieben die Wieselburger in der Partie. Als Krönung egalisierten sie dann hintenraus echt sogar noch den Rückstand. Tobias Saffertmüller netzte und ließ die Tribüne beben. Der Punkt fühlte sich wie ein Dreier an!
Rainer Hudler (Trainer SC Wieselburg):
„Speziell zu Beginn stellte uns der Kontrahent vor gehörige Probleme. Erst nach rund einer halben Stunde sind wir besser in die Partie gekommen. Über den Ausschluss kann man vielleicht diskutieren. Für mich zählt die Reaktion der Mannschaft. Wir sind Risiko gegangen, weil ich in weiterer Folge nominell sogar die Offensive verstärkte. Schön, dass der Schachzug aufging.“
Der Beste: Tobias Saffertmüller (Mittelfeld SC Wieselburg)