Samstagnachmittag empfing der SC Fortuna Wr. Neustadt die SG Korneuburg/Stetten. Der Erstgenannte hatte letzte Woche das Derby bei Ortmann souverän für sich entschieden. Nun ergab sich die Chance, mit einem weiteren Triumph allein die Tabellenführung zu übernehmen. Die Gäste andererseits waren in der letzten Runde daheim den Admira Wacker Amateuren unterlegen. Das anstehende Kräftemessen nahmen sie als klarer Außenseiter in Angriff. Der Underdog lieferte schließlich eine äußerst beherzte Abwehrleistung ab und sicherte sich so final echt einen extrem hart erkämpften Zähler.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Rund 300 Zuschauer fanden sich bei Sonnenschein in der Ergo Arena ein. Nach dem Remis im jüngsten Heimspiel gegen Titelrivalen Ebreichsdorf wollte der Hausherren dieses Mal seinen Fans unbedingt wieder einen Sieg schenken. Den erwarteten sich die Anhänger sogar. Die Rahmenbedingungen sprachen klar für diesen Ausgang. Immerhin fehlte beim Auswärtsteam erneut der Striker. Armin Mujakic wurde durch Anis Balti ersetzt. Aus Sicht der angereisten Truppe schien klar, dass nur mit einer funktionierenden Defensive da etwas rausschauen könnte. Hin und wieder sollte zumindest ein Nadelstich für Gefahr sorgen. Entsprechend übernahm der Kontrahent von Beginn weg das Kommando. Die zündenden Ideen fehlten. Oder zumindest die Ausführung klappte nicht wirklich. Die Minuten verstrichen. Knapp vor der Pause schlug das Pendel noch mehr in Richtung des ehemaligen Bundesligisten. Antonio Stojimenov fing sich Rot ein und erwies seiner Mannschaft einen Bärendienst. Die numerische Unterlegenheit ließ nichts Gutes erwarten. In der Hälfte verhinderte man jedenfalls mal den Rückstand.
Die Neustädter entschieden sich in der Kabine für einen Wechsel. Anouar Ahmed El Moukhantir lief ein. Der Deutsche ist immer für einen Genieblitz gut und auf so eine Aktion spekulierte das Trainerteam wohl. Beim Gegner nahm der Coach interessanterweise keinen Tausch vor. Trotz des Ausschlusses kam zunächst kein zusätzlicher Verteidiger. Es blieb bei taktischen Anpassungen. Erst in der Auftaktphase des neuen Durchgangs streifte sich Ramazan Aslan das Trikot über. Er verstärkte die Hintermannschaft. Der Underdog agierte jetzt noch passiver. Der Bus wurde im Prinzip im eigenen Sechzehner geparkt. Räume, in welche die Fortuna vorstoßen konnte, existierten einfach nicht. Die Heimischen warfen noch weitere frische Kräfte ins Rennen. Den auffälligsten Eindruck von denen hinterließ Hayford Acheampong. Aber auch diese Wirkung fiel unterm Strich begrenzt aus. Sie schafften es einfach nicht, die Betonmauer zu überwinden. Korneuburg hielt die Konzentration echt bis zum Schluss hoch und brachte immer einen Fuß dazwischen. Im Fall der Fälle klärte Keeper Bernhard Pulker auf der Linie. Jedenfalls glückte den Hausherren kein Goal. Da der Gegner ebenfalls nicht netzte, entschied keine der beiden Truppen den Vergleich für sich. Die Korneuburger tüteten einen Punkt ein. Einen Schönheitspreis verdienten sie sich dafür wohl nicht. Aber darum geht es ja nicht.
Senad Mujakic (Trainer SG Korneuburg/Stetten):
„Kompliment an die Burschen! Sie zogen ihr Ding durch. Vor allem führten sie die Anweisungen wie gewünscht aus. Die personelle Situation war nicht einfach. Dann kam noch die Rote dazu. Folglich bin ich mit dem Resultat zufrieden. Für uns fühlt sich das wie ein Sieg an!“
Der Beste: Bernhard Pulker (Tormann SG Korneuburg/Stetten)