In der 2. Klasse Marchfeld setzte sich der SV Großschweinbarth gegen den stark ersatzgeschwächten SC Marchfelder Bank Ollersdorf am Ende mit 4:1 durch, obwohl es zur Pause noch 1:1 gestanden war. Ollersdorfs Trainer Rene Knopp sah den eigenen Matchplan lange ordentlich umgesetzt, machte aber die vielen Ausfälle und die fehlenden Kräfte in der zweiten Hälfte als Hauptgrund für die Niederlage aus.

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Der Spielverlauf passte aus Ollersdorfer Sicht zunächst genau zu dem, was sich der Außenseiter vorgenommen hatte. Großschweinbarth hatte, wie von Rene Knopp erwartet, viel den Ball und versuchte früh Druck zu machen. Nach acht Minuten gingen die Gastgeber durch Rene Stejskal auch in Führung. Trotzdem blieb Ollersdorf im Spiel, weil Juraj Tomasek schon in der 14. Minute zum 1:1 traf. Für Knopp war das der besondere Moment des Nachmittags: „Wenn man ein Tor hervorheben muss, dann ganz sicher das 1:1. Das war wahrscheinlich das Tor der Saison.“ Der Treffer fiel aus der eigenen Hälfte, Tomasek sah, dass der Tormann weit vor dem Tor stand, und überhob ihn. Bis zur Pause hielt der Gast damit ein 1:1, das sich Großschweinbarth erst einmal erarbeiten musste.
Dass es zur Halbzeit überhaupt ausgeglichen stand, war für den Trainer kein Zufall, sondern das Ergebnis eines ganz klaren Plans. „Wir haben uns vorgenommen, taktisch tief zu stehen, mit einer Fünferkette, einem Vierermittelfeld und einem Stürmer. Wir haben einen tiefen Block verteidigt und daran von der ersten bis zur letzten Minute festgehalten“, sagte Knopp. Viel mehr wollte Ollersdorf unter den gegebenen Umständen zunächst auch gar nicht. Der Trainer verwies auf elf Ausfälle beziehungsweise Verletzte und sprach offen darüber, dass die Möglichkeiten dadurch stark eingeschränkt waren. „Unser Ziel war, das Ergebnis möglichst gering zu halten“, erklärte er. Umso wichtiger war für ihn, dass seine Mannschaft die Vorgaben „gut bis annähernd perfekt umgesetzt“ habe. Gerade deshalb fiel sein Zwischenfazit trotz des Dauerdrucks zunächst durchaus ordentlich aus, weil die Gäste ihren Plan über weite Strecken diszipliniert durchzogen.
Lange ging die Rechnung damit auch auf, doch nach der Pause wurde der Druck immer größer. Bis zur 64. Minute hielt Ollersdorf das 1:1, dann brachte Andreas Mauser Großschweinbarth wieder in Führung. In der Schlussphase legten Felix Neustifter in der 81. Minute und Stefan Krickl in der 85. Minute nach, womit aus dem offenen Spielstand noch ein klares 4:1 wurde. Knopp machte dafür vor allem die dünne Personaldecke verantwortlich. „Definitiv hat uns die Manpower gefehlt. Wenn wir mit 13 oder 14 Mann nach Großschweinbarth fahren, können wir diesen Druck nicht über die ganze Spielzeit weg verteidigen“, sagte er. Sein Fazit fiel entsprechend nüchtern aus: „Zum Schluss ist uns einfach die Kraft und die Luft ausgegangen.“ Dass der Sieg der Gastgeber verdient war, stellte er aber nicht infrage. Knopp sprach von „Power-Play-Fußball“, lobte die Kombinationen des Gegners und nannte Großschweinbarth „einen sehr guten Fußballclub“. Für ihn war die Partie fair, strittige Situationen gab es keine, und auch dem Schiedsrichter stellte er ein gutes Zeugnis aus. Mehr noch: Knopp traut Großschweinbarth nach diesem Auftritt zu, „am Ende der Saison ganz oben zu stehen“.