Nach dem Duell von SV CEMIX Pöchlarn-Golling und Kilb II in der 2. Klasse Mostviertel ordnete Andreas Veitinger die Lage nüchtern ein: ausgeglichener Ballbesitz mit Vorteilen seiner Elf vor der Pause, danach mehr Druck der Gastgeber, wenige klare Möglichkeiten und viel Disziplin. Die Elfmeter-Entscheidung bewertete er als eindeutig, zugleich lobte er den aktuellen Teamgeist nach zwei Siegen und blickte bereits auf den nächsten Gegner – mit dem klaren Ziel, die Serie zu verlängern.

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Veitinger sah die Kräfteverhältnisse klar verschoben zwischen beiden Halbzeiten. Seine Mannschaft habe die Partie vor dem Seitenwechsel kontrolliert, danach sei der Gegner stärker aufgekommen. Wörtlich fasste er das Kräfteverhältnis so zusammen: „Ja, ich würde meinen, es war ziemlich ausgeglichen. Tendenz erste Halbzeit etwas mehr für Kilb und zweite mehr für Pöchlarn wahrscheinlich.“ Der Eindruck passte zur insgesamt vorsichtigen Statik der Begegnung. „Ja, so richtige Großchancen waren Mangelware. Erste Halbzeit haben wir schon ein, zwei Chancen gehabt, was wir nur in Tore ummünzen hätten können. Aber sonst sind wir solide gestanden in der Defensive und Großchancen waren Mangelware“, schilderte er den Rhythmus eines Spiels, das stärker über Kontrolle als über Spektakel definiert war. Entscheidende Akzente setzten am Ende die wenigen Momente im Strafraum: In der 19. Minute brachte Matthias Kerschner Kilb II mit 1:0 in Führung, Richard Frank glich in der 48. zum 1:1 aus, ehe Kerschner in der 64. das 2:1 fixierte. Diese Eckdaten erklären, warum Veitinger die Leistung seiner Elf vor allem an der Stabilität und Effizienz maß – gerade in einer ersten Halbzeit, in der Kilb den Ball ruhiger laufen ließ und über die Struktur den Ton angab, während Pöchlarn-Golling nach der Pause mehr Initiative übernahm.
Im Vorfeld hatte Kilb die Stärken des Gegners bei hohen Bällen auf dem Zettel, dementsprechend wachsam agierte die Hintermannschaft bei ruhenden Bällen und Flanken. Die Zweikampfführung blieb dabei intensiv, allerdings ohne zu entgleisen. „Na, erste Halbzeit haben wir es ruhig rausgespielt … es waren schon ein paar harte Zweikämpfe, aber alles im Rahmen“, beschrieb Veitinger die Balance aus Ruhe am Ball und robuster Gegenwehr. Dieses „ruhig rausgespielt“ war für ihn der Schlüssel, um Druckphasen zu entschärfen und das Zentrum zu kontrollieren. Dass Großchancen selten blieben, wertete er nicht als Mangel an Mut, sondern als Ergebnis einer konzentrierten Defensivarbeit auf beiden Seiten – mit sauberer Staffelung, enger Begleitung in der Box und gutem Timing im Anlaufverhalten. Kilb nutzte seine wenigen Durchbrüche effizient, während Pöchlarn-Golling vor allem nach der Pause wuchtiger wurde und über Zweikämpfe und Standards Präsenz aufbaute. Gerade in diesen Phasen blieb Kilb organisiert, attackierte die entscheidenden Bälle und verhinderte, dass die Partie in chaotische Muster kippte.
In der Bewertung strittiger Szenen blieb Veitinger differenziert: „Ja, einige Fouls waren etwas strittig. Elfmeter war a klare Sache. Also den, muss man geben.“ Diese klare Einordnung passte zum generellen Tenor seines Fazits: Ruppig, aber im Rahmen; umkämpft, aber nicht unfair. Den Blick nach vorn richtet er auf den nächsten Prüfstein – und auf die Fortsetzung der jüngsten Erfolgsphase. „Ja, wir haben jetzt zwei Siege, da will man natürlich schauen, dass die Siegesserie bestehen bleibt“, sagte er, ehe er die Atmosphäre in der Kabine auf den Punkt brachte: Momentan ist der Spirit gut, bei den Jungs. Da bin ich zufrieden mit der Einstellung.“ Die Ausgangslage verleiht dem Vorhaben zusätzlichen Kontext: Pöchlarn-Golling rangiert mit 31 Punkten auf Rang drei, Kilb II mit 25 Zählern auf Rang sieben. Vor diesem Hintergrund gewinnt jeder stabile Auftritt an doppelter Bedeutung – sportlich, weil er Tabellennähe zu den Vorderplätzen wahrt, und mental, weil er das Selbstverständnis der jungen Gruppe stärkt. Veitingers Botschaft an seine Mannschaft bleibt entsprechend pragmatisch: das gute Fundament aus Organisation, Ruhe am Ball und konsequenter Strafraumbesetzung behalten, in den knappen Szenen weiterhin klare Entscheidungen erzwingen – und aus dem „guten Spirit“ jene Energie ziehen, die knappe Spiele auf die eigene Seite kippt.