Am Samstag sollte um 15 Uhr die Partie zwischen Tabellenführer USV Scheiblingkirchen-Warth und der SG Korneuburg/Stetten über die Bühne gehen. Das Match fand jedoch nicht statt, da die Gäste keine Mannschaft zusammenbrachten. Bereits am Vormittag kam die offizielle Absage. Aufgrund der 3:0 Strafverifizierung erhöhte sich der Punktestand des Leaders weiter, wodurch er von den Admira Wacker Amateuren, dem schärfsten Verfolger, nicht mehr eingeholt werden kann. Der Gewinn der Meisterschaft stand damit endgültig fest. Der Aufstieg ist fixiert. Ligaportal unterhielt sich mit Daniel Kohn, dem bestens aufgelegten Erfolgscoach.
Wie fällt das Kommentar zum eingetüteten Teller aus?
Daniel Kohn: „Herausragend! Die Burschen verdienen sich das wirklich. Ich bin mental schon absolut bereit für die Partie gewesen, als ich plötzlich über den Umstand informiert wurde. Es ist schade. Der Moment des Abpfiffs, wenn du selber die letzten Meter zu so einem Meilenstein gegangen bist, ist ganz besonders. Die Emotionen hätte ich den Jungs von ganzem Herzen gegönnt. Ich denke, dass wir aus der Situation aber das Optimale herausholten. Kompliment in dem Aspekt an die Verantwortlichen, die eine unglaubliche Feier auf die Füße stellten.“
Welche Szenen spielten sich ab?
Daniel Kohn: „Wir fanden uns alle am Sportplatz ein. Ich denke, dass rund 600 Anhänger kamen. Der Support stimmte Fangesänge an. Auch Pyrotechnik fehlte nicht. Es herrschte insgesamt eine überragende Stimmung. Die Spieler stemmten den Teller freudig in die Höhe und nutzten die Gelegenheit, sich gemeinsam mit dem Objekt der Begierde und ihren Partnerinnen ablichten zu lassen.“
Wie wurde das Erreichen des Ziels möglich?
Daniel Kohn: „Ich trat meinen Job vor rund 2,5 Jahren in Scheiblingkirchen an. Aus dem Abstiegskampf heraus starteten wir den Weg nach oben. Zunächst mussten wir ganz knapp noch Retz den Vortritt lassen. Aus dem Grund gab es die Unsicherheit, wie die Mannschaft mit der Enttäuschung umgeht. Sie gab die Antwort auf dem Rasen. Fußballerisch gelang uns speziell offensiv noch ein Schritt in die richtige Richtung. Das Netzen fiel uns in den vergangenen Monaten schon wesentlich leichter. Insgesamt möchte ich aber in erster Linie all die engagierten Personen im Umfeld des Clubs hervorheben. Alle ziehen stets an einem Strang. So ist es möglich, auch kurzfristige Rückschläge abzufedern und den Kopf gleich wieder nach vorne zu richten.“
Wer machte im Team den größten Sprung?
Daniel Kohn: „Da muss ich klarerweise Nico Kirner, den Neffen von unserem Daniel Ressler, nennen. Er machte eine hervorragende Entwicklung. Der zentrale Mittelfeldakteur ist 18 Jahre alt. Er feierte übrigens zu Beginn der Woche seinen Geburtstag, machte sich mit der Meisterschaft also selbst das größte Geschenk. Trotz seiner Jugend nimmt er bereits jetzt eine unglaublich wichtige Rolle im Team ein und liefert mit seinen Stärken einen ganz wesentlichen Beitrag. Vier Tore und fünf Vorlagen belegen den Umstand. Daneben zeichnet er sich auch mit seiner Arbeit gegen den Ball aus. Immer wieder antizipiert er Situationen sensationell, was uns natürlich auch guttut.“
Welche Spiele werden in der Regionalliga die Highlights sein?
Daniel Kohn: „Es ist eine wunderschöne Sache, dass sich der Verein bald eine Etage höher messen darf. Vor uns liegt natürlich eine riesige Herausforderung. Aber ich bin überzeugt, dass wir unsere Hausaufgaben machen und in der Folge auch dort konkurrenzfähig sind. Transfertechnisch beschränken wir uns wohl auf punktuelle Verstärkungen. Ich persönlich freue mich vor allem auf die Duelle mit dem Wiener Sport-Club, unter anderem in seinem neuen Stadion. Einen ganz besonderen Reiz haben natürlich auch immer die Derbys. Da bekommen wir es dann mit dem Meister aus Gloggnitz zu tun. Ich denke, dass sich unsere Fans auf viele interessante Kräftemessen freuen dürfen. Jetzt gilt es zunächst aber einmal, die aktuelle Spielzeit sportlich fair zu Ende zu bringen. Ich kann versprechen, dass wir bis zum Schluss mit der notwendigen Konsequenz in die Partien gehen.“