In der 2. Klasse Mostviertel hat der USV Viehdorf gegen Wieselburg II nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 geholt. Für Trainer Matthias Temper fühlte sich der Punkt wegen des späten Ausgleichs fast wie ein Sieg an, in der Gesamtbetrachtung sprach er aber von einem gerechten Unentschieden. Ausschlaggebend war aus seiner Sicht die Moral seiner Mannschaft, die bis zur letzten Aktion an das Comeback glaubte.

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Viehdorf ging laut Temper mit einer klaren Vorstellung in diese Partie und hatte sich auf den Gegner gezielt vorbereitet. „Wieselburg hat genauso gespielt, wie wir es erwartet haben, und wir haben die Trainingswoche genutzt, um eine taktische Anpassung vorzunehmen“, sagte der Trainer. Gerade in der ersten Hälfte griff dieser Plan. Viehdorf war gut organisiert, stand kompakt und ließ den Gästen zwar häufig den Ball, aber nicht in Zonen, aus denen sofort große Gefahr entstand. Temper brachte es so auf den Punkt: „Wieselburg hatte zwar oft den Ball, aber in ungefährlichen Positionen.“ Deshalb entwickelte sich bis zur Pause ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Gastgeber ordentlich im Match waren und mit dem 0:0 leben konnten. Ganz zufrieden war Temper mit dem ersten Durchgang dennoch nicht, weil seine Mannschaft einige Situationen nach vorne nicht sauber genug fertigspielte.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild dann spürbar. Viehdorf war laut seinem Trainer „nicht mehr ganz so griffig“ und hielt sich auch nicht mehr so genau an die Vorgaben wie noch vor der Pause. Das nutzte Wieselburg eiskalt. In der 58. Minute brachte Felix Blesberger die Gäste mit 1:0 in Führung, und aus Viehdorfer Sicht war genau dieses Gegentor besonders bitter. „Da ist ein Stellungsfehler in unserer Abwehr passiert, dann wird der Ball quergelegt und relativ frei eingeschoben“, schilderte Temper die Szene. Nur drei Minuten später folgte schon das 0:2 durch Luca Biber, der laut Viehdorfs Trainer eine „gute Einzelaktion“ stark zu Ende spielte. Insgesamt sprach Temper von „zwei sehr einfachen Toren“, die man genau in dieser Form eigentlich vermeiden wollte. Für einige Minuten sah es deshalb so aus, als würde die Partie in Richtung Wieselburg kippen.
Entscheidend war aus Sicht des Heimtrainers aber, dass seine Mannschaft nach dem Doppelschlag nicht auseinanderfiel. „Mir hat imponiert, dass wir nicht aufgegeben haben und dran geblieben sind“, sagte Temper. Der Anschlusstreffer von Sebastian Gaßner in der 66. Minute brachte Viehdorf wieder zurück, auch wenn der Coach offen einräumte, dass dabei „etwas Glück durch einen Abwehrfehler von Wieselburg“ dabei war. Mit dem 1:2 war die Partie jedenfalls wieder offen. Dazu kam, dass die Gäste nach dem zweiten Treffer laut Temper nicht mehr so stark auftraten wie davor. Das spielte Viehdorf in die Karten und hielt die Hoffnung bis tief in die Nachspielzeit am Leben. Dort kam dann tatsächlich noch die letzte Gelegenheit, und Max Königshofer traf in der 90.+3. Minute zum 2:2. Für Temper war das „ein Lucky Punch in der letzten Minute mit der letzten Aktion“.
So groß die Erleichterung über den späten Ausgleich auch war, Temper wollte die Partie nach dem Abpfiff nüchtern einordnen. „Über das ganze Spiel gesehen würde ich doch von einem gerechten Unentschieden sprechen“, meinte der Viehdorf-Coach. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass sich der Punkt nach dem Verlauf „wie ein gewonnener Punkt“ anfühle. Für die kommenden Aufgaben nahm er mehrere Dinge mit. Positiv war für ihn vor allem die taktische Umstellung, die seiner Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche mehr Ordnung und mehr Zugriff gegeben habe. „Wir waren viel griffiger, viel organisierter, viel besser gestanden“, sagte Temper. Verbesserungsbedarf sieht er dennoch klar in zwei Bereichen: in der Chancenverwertung und im Verteidigen einfacher Gegentore. Dazu kommt, dass Wieselburg mit einem Spieler wie Luca Biber jene individuelle Klasse mitbrachte, die ein enges Spiel entscheiden kann. Gerade deshalb war Viehdorfs Trainer mit der Moral seiner Mannschaft am Ende besonders zufrieden.