In der 2. Klasse Mostviertel hat sich Amstetten SKU II gegen SV CEMIX Pöchlarn-Golling lange als unangenehmer Gegner erwiesen, am Ende nahmen aber die Gäste ein 3:1 mit. Trainer Wolfgang Reissner sprach nach dem Auswärtssieg von einem „sehr, sehr schwierigen Spiel“ und sah den Doppelschlag in der 77. und 78. Minute als klaren Wendepunkt. Dazu kam aus seiner Sicht die Routine seiner Mannschaft.

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Reissner hatte genau die Partie bekommen, mit der er gerechnet hatte. „Wir haben gewusst, dass ein schwieriges Spiel auf uns wartet“, sagte der Trainer, der die junge Amstettner Mannschaft als laufstark und spielerisch gut beschrieb. Genau das bekamen die Gäste von Beginn an zu spüren. Pöchlarn tat sich schwer, bekam nur wenig Luft und musste erst einmal in die Partie finden. Nach 13 Minuten hatte Reissners Team mit einem Stangenschuss die erste große Möglichkeit, kurz darauf wurde auch der SKU zum ersten Mal gefährlich, setzte den Ball aber neben das Tor. In der 22. Minute fiel dann das 0:1: Patrick Brandstetter spielte einen weiten Ball auf Andre Zauchinger, der im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Richard Frank übernahm die Verantwortung und verwertete den Elfmeter sicher. Noch vor der Pause hätte Pöchlarn nachlegen können, als Zauchinger in der 41. Minute alleine auf das Tor zulief, den Ball aber neben das Gehäuse setzte. So ging es mit einer knappen, aber keineswegs beruhigenden Führung in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel eng. Benjamin Schlöglhofer prüfte den Torhüter mit einem Schuss aus rund 20 Metern, der zur Ecke abgewehrt wurde. Gleichzeitig hatte Reissner das Gefühl, dass die Partie jederzeit kippen konnte, weil Amstetten beim Stand von 0:1 immer stärker auf den Ausgleich drängte. In der 69. Minute ließ Pöchlarn eine weitere gute Möglichkeit liegen, als Zauchinger alleine auf das Tor zog, den Torhüter überhob, den Ball aber neben das Tor setzte. Wenige Minuten später wurde es dann auf der anderen Seite richtig heikel: In der 76. Minute hatten die Gäste Glück, als nach einer Abwehraktion der Ball von einem eigenen Spieler noch an die Stange sprang. Reissner sagte offen: „Da haben wir ein bissl Glück gehabt.“ Genau in dieser Phase schlug seine Mannschaft aber eiskalt zu. In der 77. Minute bekam Richard Frank den Ball von Vladan Damjanovic, drehte sich und traf zum 0:2. Nur eine Minute später sorgte Andre Zauchinger für die Vorentscheidung, als er nach einem langen Ball alleine durchging, den Torhüter ausspielte und von links ins lange Eck zum 0:3 einschob. „Entscheidend war der Doppelschlag in der 77. und 78. Minute. Da war der Gegner eigentlich drauf und wollte uns wehtun, und wir haben kaltblütig zurückgeschlagen“, sagte Reissner. „Das war der Schlüssel zum Sieg.“
Wer nach dem 0:3 mit einem ruhigen Schluss rechnete, lag daneben. Reissner betonte ausdrücklich, dass Amstetten auch danach nicht nachgelassen habe. „Die junge Mannschaft hat da nicht locker gelassen“, sagte er und hielt fest, dass der Gegner trotz seiner Punktelosigkeit einen starken Eindruck hinterlassen habe. Vor allem läuferisch und technisch habe ihm der SKU gefallen. In der 87. Minute verkürzte Sebastian Jakai auf 1:3 und erinnerte Pöchlarn noch einmal daran, dass diese Partie bis zum Ende Aufmerksamkeit verlangte. Reissner sprach davon, dass seine Mannschaft phasenweise „fast gebettelt“ habe, einen Gegentreffer zu bekommen, weil der Druck auf den Ausgleich über weite Strecken spürbar gewesen sei. Nach dem Treffer zum 1:3 kam noch eine weitere brenzlige Situation dazu, doch diesmal verteidigten die Gäste den Vorsprung sauber weg. Der Trainer fasste das treffend zusammen: „Es war wahrscheinlich das Glück des Tüchtigen.“ Gleichzeitig schwang in seinen Aussagen viel Respekt für die Gastgeber mit. Reissner ist überzeugt, dass gegen diese junge Amstettner Mannschaft noch andere Teams Probleme bekommen werden, wenn sie vorne noch etwas kaltschnäuziger wird.
Für Pöchlarn war dieser Nachmittag damit weit mehr als nur der nächste Dreier. Es war bereits der vierte Sieg in Folge, und genau das hob Reissner nach dem Abpfiff besonders hervor. „Ich muss meiner Mannschaft gratulieren“, sagte der Trainer. „Wir haben gewusst, dass es ein schwieriges Auswärtsspiel ist.“ Gerade deshalb ordnete er das 3:1 als „hart erkämpften Arbeitssieg“ ein. Seine Mannschaft habe die Hausaufgaben gemacht und genau die Haltung gezeigt, die es im Kampf um die vorderen Plätze brauche. Mit nun zwölf Punkten aus fünf Spielen bleibt Pöchlarn ganz vorne dran. Der Blick geht bereits auf das nächste Heimspiel. Auch da will Reissner an die letzten Auftritte anknüpfen: „Wenn wir vorne mitspielen wollen, müssen wir in jedes Spiel so hineingehen, dass wir es gewinnen wollen.“ Nach einem Sieg, der mehr Geduld als Glanz verlangte, ist genau das in Amstetten gelungen.