In der 2. Klasse Mostviertel hat SKV St. Oswald das Derby gegen SPU TSV Nöchling mit 0:4 verloren. Lange war es die von Trainer Cosmin-Gheorghe Goje erwartete enge Partie, obwohl seine Mannschaft nach seiner Einschätzung über weite Strecken mehr vom Spiel hatte. Erst das 1:0 löste die Gäste, danach legte Nöchling sofort nach und zog noch vor der Schlussphase klar davon. Goje brachte es auf den Punkt: „Bis wir das 1:0 schießen, war es extrem schwierig.“

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Dass dieses Derby nicht nach Tabellenstand ablaufen würde, hatte Goje schon vor dem Anpfiff erwartet. „Es ist ein Derby, da zählt nicht, wer Favorit ist“, sagte der Nöchling-Trainer nach dem Schlusspfiff. Trotzdem sah er seine Mannschaft über die gesamten 90 Minuten als das aktivere Team. „Wir haben das Spiel über neunzig Minuten eigentlich kontrolliert“, erklärte er, schob aber gleich nach, warum es zur Pause trotzdem noch 0:0 stand. Nöchling ließ in der ersten Hälfte nach seinen Worten zwei „Hunderter“ liegen und belohnte sich für den Aufwand nicht. St. Oswald stand laut Goje hinten gut und versuchte immer wieder, über Konter oder längere Bälle gefährlich zu werden. Genau deshalb blieb die Partie offen, obwohl die Gäste viel Ballbesitz hatten und das Spiel in weiten Phasen in der Hand hielten.
Direkt nach dem Seitenwechsel änderte Goje nach eigenen Angaben „nach fünf, sieben oder acht Minuten“ ein paar Positionen, und genau danach bekam das Derby eine klare Richtung. In der 58. Minute fiel das 0:1 für Nöchling: Nach einer Aktion des Kapitäns im Strafraum gab es Elfmeter, Fabian Schachenhofer verwandelte zur Führung. Viel Zeit zum Durchschnaufen blieb St. Oswald danach nicht, denn schon eine Minute später legten die Gäste nach. Goje sprach von einer schönen Aktion über die rechte Seite mit Stanglpass, die wieder Fabian Schachenhofer zum 0:2 abschloss. Damit war Nöchling endgültig am Drücker. In der 62. Minute erhöhte Fabian Schopf nach einer Ecke auf 0:3, in der 72. Minute setzte Manuel Grabner nach einer weiteren Ecke den Schlusspunkt zum 0:4. „Dann war es eigentlich erledigt“, sagte Goje über diese starke Phase seiner Mannschaft.
So deutlich das Ergebnis am Ende auch ausfiel, Goje wollte nach dem Spiel nicht nur die vier Tore herausstreichen. Ihm ging es vor allem darum, wie seine Mannschaft das Spiel angelegt hatte und wo sie sich noch steigern muss. „Wir waren spielerisch sehr gut, aber zwanzig Meter vor dem Sechzehner fehlt oft der letzte Pass oder ein guter Schuss oder eine gute Flanke“, sagte er. Genau dort sieht der Trainer weiterhin Luft nach oben. Nöchling hatte laut seinem Coach genug Situationen, um auch aus dem laufenden Spiel mehr zu machen, tatsächlich entstanden aber drei Treffer aus Standardsituationen. „Wir haben leider aus dem Spiel, obwohl wir genug Situationen gehabt haben, nicht wirklich Tore geschossen“, meinte Goje. Umso wichtiger war für ihn, dass der Knoten mit dem 1:0 endlich platzte. „Ich habe gewusst, bis wir nicht 1:0 schießen, wird es eine Kampfpartie“, sagte er, und genau deshalb wertete er die Führung als entscheidenden Moment dieses Derbys.
Bei aller Zufriedenheit mit dem klaren Auswärtssieg fand Goje nach dem Spiel auch anerkennende Worte für den Gegner. St. Oswald habe „defensiv gute Arbeit“ geleistet, „gut gekämpft“ und lange dafür gesorgt, dass Nöchling Geduld brauchte. An eine echte Möglichkeit der Gastgeber erinnerte der Trainer ebenfalls: Beim Stand von 0:3 sei nach einem „großen Fehler in unserer Defensive“ eine Torchance entstanden, sonst habe seine Mannschaft aber wenig zugelassen. Ungewöhnlich deutlich fiel auch sein Lob für das Schiedsrichterteam aus. „Der Elfmeter war klar, sonst gab es nichts zu diskutieren“, sagte Goje und ergänzte sogar: „Der Schiedsrichter hat es wirklich gut gemacht. Das war eine der besten Leistungen, die wir in letzter Zeit gehabt haben.“ Zum Schluss richtete er den Blick wieder auf seine eigene Mannschaft: „Ich möchte meiner Mannschaft gratulieren. Sie hat wirklich stark gespielt. Einfach so weiter.“ Nach einem Derby, das lange zäh war und nach der Pause plötzlich klar wurde, nimmt Nöchling aus St. Oswald vor allem mit, dass die Geduld bis zum 1:0 entscheidend war.