Spielberichte

„Der Führungstreffer und die rote Karte haben uns in die Karten gespielt“ – Pöchlarn-Golling bleibt vorne

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SV Pöchlarn-Golling
SU Bischofstetten

In der 2. Klasse Mostviertel hat SV CEMIX Pöchlarn-Golling das Spitzenspiel gegen SU Bischofstetten mit 2:1 gewonnen und damit die Tabellenführung behauptet. Trainer Wolfgang Reissner sah den Ausschlag früh: „Der Führungstreffer und die rote Karte haben uns in die Karten gespielt.“ Dass es am Ende noch einmal enger wurde, lag aus seiner Sicht vor allem daran, dass seine Mannschaft aus vielen Möglichkeiten zu wenig gemacht hat.

Fußball liegt im Tornetz

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Starker Beginn bringt Pöchlarn auf Kurs

Pöchlarn-Golling war von Beginn an das aktivere Team und hatte schon in der Anfangsviertelstunde mehrere gute Situationen. Reissner sprach von einem guten Start und verwies auf die ersten Abschlüsse, unter anderem durch Mahmut Harmanci und Andre Zauchinger. In der 18. Minute fiel dann die verdiente Führung: Richard Frank bekam den Ball auf der halblinken Seite und hob ihn gefühlvoll über den Torhüter zum 1:0. Für Reissner war das nicht nur der erste Treffer, sondern auch gleich ein Schlüsselmoment. „Der Führungstreffer durch Richard Frank war entscheidend“, sagte der Trainer später. Nur zwei Minuten danach wurde die Lage für die Gäste noch schwieriger, weil Matthias Schober die Rote Karte sah. Pöchlarn hatte damit nicht nur die Führung, sondern auch einen Mann mehr auf dem Feld. Bis zur Pause blieb die Heimelf am Drücker, ließ weitere Möglichkeiten durch Zauchinger und Ali Mohammad liegen und ging mit einem 1:0 in die Kabine. Reissner fasste diese Phase klar zusammen: „Wir haben das Spiel diktiert, viel Ballbesitz gehabt und den Gegner laufen lassen.“

Das 2:0 fällt, der Deckel aber nicht

Auch nach der Pause änderte sich am Bild zunächst wenig. Richard Frank hatte kurz nach Wiederbeginn die nächste Gelegenheit, wenig später verpasste er ein mögliches Traumtor nur hauchdünn, als sein Versuch an die Unterkante der Latte gelenkt wurde und nicht hinter der Linie landete. In der 59. Minute legte Pöchlarn dann nach. Kapitän Paul Haunschmid setzte sich auf der linken Seite durch, Andre Zauchinger legte quer und Jan Dörr verwertete zum 2:0. Gerade diese Szene freute Reissner besonders, weil Dörr seine Chance in der Startelf gut nutzte. Danach hätte die Partie endgültig entschieden sein können. Zauchinger kam noch zu mehreren guten Chancen, doch das dritte Tor wollte nicht fallen. So blieb Bischofstetten trotz Unterzahl im Spiel und kam in der 77. Minute noch einmal heran, als Thomas Gansberger nach einem langen Ball in den Strafraum zum 2:1 traf. Reissner schilderte diese Phase offen: „Da hat Bischofstetten alles nach vorne geworfen.“ Ganz wackelig wurde Pöchlarn aber nicht mehr, auch wenn weitere Konter nicht sauber zu Ende gespielt wurden.

Viel Lob für die Ordnung, ein klarer Kritikpunkt vor dem Tor

In seiner Analyse hob Reissner vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit hervor. „Wir waren heute wirklich kompakt, haben hinten sicher herausgespielt und fast nichts zugelassen“, sagte der Trainer. Besonders die Defensive mit Patrick Brandstetter und Michal Suran im Zentrum gefiel ihm, dazu nannte er auch die Außenverteidiger Max Bauer und Paul Haunschmid ausdrücklich. Michael Gallenbacher hatte im Tor lange einen ruhigen Nachmittag und musste nur in der Schlussphase noch ein paar Bälle entschärfen. Gleichzeitig sprach Reissner auch die spielerische Qualität seiner Mannschaft an. Richard Frank und Mahmut Harmanci bezeichnete er als „wirklich überragend“, weil beide das Spiel lenken, Bälle behaupten und technisch viel Ruhe hineinbringen konnten. Auch Jan Dörr bekam ein Sonderlob, weil er seine Chance in der Startformation gut nutzte. Einen Vorwurf wollte Reissner trotz der ausgelassenen Möglichkeiten keinem Einzelnen machen, aber er benannte den Punkt klar: „Das Einzige, was man der Mannschaft vorwerfen kann, ist die Chancenauswertung.“ Gerade Andre Zauchinger hätte laut seinem Trainer „mindestens drei, vier Tore schießen können“, trotzdem stellte Reissner sofort klar, dass das den starken Gesamtauftritt nicht schmälern soll.

Erste Niederlage für Bischofstetten, Pöchlarn will vorne bleiben

Der Sieg bekommt für Pöchlarn-Golling auch deshalb besonderes Gewicht, weil damit ein direkter Verfolger geschlagen wurde. Umso größer war die Zufriedenheit nach dem Schlusspfiff. „Ich bin stolz auf die Mannschaft“, sagte der Trainer, dessen Team damit weiterhin mit 21 Punkten auf Platz eins steht. Für ihn steckt dahinter nicht nur ein guter Nachmittag, sondern eine klare Linie. „Jeder hat gewusst, um was es geht. Wir wollen die Tabellenspitze verteidigen, und das haben wir heute wieder toll umgesetzt.“ Viel Zeit zum Zurücklehnen will er seiner Mannschaft trotzdem nicht geben. „Ausruhen gibt's nicht. Wir müssen Woche für Woche noch einmal voll an die Leistungsgrenzen gehen, damit wir vorne bleiben.“ Nach diesem 2:1 ist genau das für Pöchlarn die Ausgangslage: oben bleiben und den Lauf weitertragen.

2. Klasse Mostviertel: Pöchlarn-Golling : Bischofstetten - 2:1 (1:0)

  • 77
    Thomas Gansberger 2:1
  • 59
    Jan Dörr 2:0
  • 18
    Richard Frank 1:0