In der 2. Klasse Ost-Mitte hat die 1. SVg Guntramsdorf gegen den FSV Velm nach einem 0:2 zur Pause noch ein 2:2 geholt. Trainer Alexander Jank sprach danach von zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten: vorne ein zu passiver Auftritt gegen starke Gäste, nach dem Wechsel aber genau jene Aggressivität und jenes Kombinationsspiel, "das uns auszeichnet".

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Jank hatte schon vorab ein schweres Spiel erwartet, und genau so erlebte er die ersten 45 Minuten auch. Velm übernahm aus seiner Sicht klar das Kommando, Guntramsdorf fand kaum in die Zweikämpfe und war oft einen Schritt zu spät. "Wir waren zu passiv. Wir haben eigentlich nur reagiert, und wenn wir reagiert haben, war es immer zu spät", sagte der Trainer sehr offen. Dabei ärgerte ihn vor allem, dass seine Mannschaft trotz dieser Phase schon früh selbst hätte führen können. In der elften Minute traf Maximilian Loibnegger zwar, doch der Treffer zählte wegen einer Abseitsentscheidung nicht. Jank war überzeugt, dass das ein reguläres 1:0 gewesen wäre. Stattdessen ging Velm in Minute 20 durch Andreas Riedl nach einem Corner in Führung, wobei laut Jank die Zuteilung in der Defensive nicht stimmte. Ganz ohne Antworten blieb Guntramsdorf vor der Pause dennoch nicht: Nach einem Freistoß kam Peter Hofmann laut Jank einer guten Ausgleichschance nahe, später hielt Paul Stürzer stark, und auch Loibnegger kam nach einer weiteren Offensivaktion noch einmal in eine aussichtsreiche Situation. Kurz vor dem Seitenwechsel fiel dann aber das 0:2 durch Benjamin Kranz, und auch da war Jank alles andere als einverstanden, weil er vor dem Treffer ein klares Foul an Valentin Feher gesehen haben wollte.
Entscheidend war für Guntramsdorf, dass die Partie in der Kabine noch nicht abgeschrieben wurde. "In der Pause war wichtig, dass wir gesagt haben: Ein 0:2 können wir aufholen", schilderte Jank, und genau diese Haltung war nach Wiederbeginn sofort zu sehen. Der Trainer stellte im System um, seine Mannschaft wurde aggressiver, kam besser in die Zweikämpfe und spielte mutiger nach vorne. Schon in der 47. Minute fiel der Anschlusstreffer durch Maximilian Loibnegger, und Jank maß dieser Szene große Bedeutung bei. "Das hat uns natürlich einen Schub gegeben und war richtungsweisend", sagte er. Für ihn war ab diesem Moment klar, "dass wir sicherlich nicht als Verlierer vom Platz gehen werden". Guntramsdorf blieb dran, spielte nun viel entschlossener und brachte Velm mit mehr Tempo und saubereren Kombinationen in Schwierigkeiten. Kurz nach dem 1:2 kam Mahmut Güllü zu einer weiteren guten Gelegenheit, ehe die Gastgeber in der 54. Minute den Ausgleich nachlegten. Jank schilderte die Aktion als gelungene Kombination über Güllü und David Zimmermann, dessen scharfer Ball in die Mitte bei Thomas Csobadi landete, der zum 2:2 vollendete. Auch danach blieb Guntramsdorf am Drücker, ein Freistoß von Güllü strich noch ans Außennetz.
Nach dem Doppelschlag direkt nach der Pause war die Partie laut Jank zwar offen, die ganz großen Möglichkeiten auf den Sieg kamen aber nicht mehr. Er sprach von einem Hin und Her, in dem Guntramsdorf weiter mehr Spielanteile hatte, am Ende aber die letzte saubere Aktion im letzten Drittel fehlte. "Über die Seite haben wir ein paar Aktionen gut begonnen, aber dann den Ball nicht mehr in den Sechzehner gebracht", sagte der Trainer. Genau dort, so seine Einschätzung, hätte seine Mannschaft noch einmal gefährlich werden können. Trotzdem fiel seine Gesamtbewertung klar aus: "Schlussendlich muss man sagen, dass das ein gerechtes 2:2 war." Jank sah Velm in der ersten Halbzeit vorne, Guntramsdorf nach dem Wechsel klar besser, und deshalb konnte er mit dem Punkt nach dem 0:2-Rückstand leben. Mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichters war er zwar unzufrieden, verwies aber zugleich darauf, wie schwierig gerade Abseitsentscheidungen ohne Assistenten sind. Unterm Strich überwog bei ihm dennoch das Positive, weil seine Mannschaft nach schwacher erster Hälfte genau die Reaktion zeigte, die er sehen wollte. "In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft genau das gemacht, was uns auszeichnet", sagte Jank und dieses Gesicht dürfte für Guntramsdorf in den kommenden Wochen wichtiger sein als der Ärger über die erste Halbzeit.