In der 2. Landesliga West hat SC Weißenkirchen mit 3:1 gegen SG Annaberg/SC PREFA Lilienfeld gewonnen und den perfekten Start fortgesetzt. Trainer Genadi Petrov sprach danach vom bisher schwierigsten Spiel seiner Mannschaft. Weißenkirchen musste lange leiden, blieb aber geduldig, verteidigte mit viel Leidenschaft und nutzte die Chancen am Ende eiskalt. Genau darin sah Petrov auch den entscheidenden Unterschied.

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Petrov machte nach dem Schlusspfiff keinen Hehl daraus, wie hoch er den Gegner einschätzte. „Das war mit Abstand der schwierigste Gegner und das schwierigste Spiel“, sagte der Weißenkirchner Trainer und erklärte auch, warum seine Mannschaft diesmal deutlich mehr arbeiten musste als in den Wochen davor. Lilienfeld habe seiner Elf „von der ersten bis zur letzten Minute alles abverlangt“, sei „bissig, aggressiv, spielerisch stark“ gewesen und habe in beiden Phasen des Spiels viel Tempo mitgebracht. Genau deshalb kam der Tabellenführer nach Ansicht seines Trainers nicht gut hinein. „Wir haben uns heute sehr schwergetan. Wir haben sehr viel gelitten“, sagte Petrov. Umso wichtiger war aus seiner Sicht, dass seine Mannschaft in dieser Phase nicht die Nerven verlor. Noch vor der Pause schlug Weißenkirchen dann zu. Michael Siebenhandl brachte die Gastgeber in der 41. Minute mit 1:0 in Führung. Petrov ordnete dieses Tor offen ein: Fußballerisch sei die Führung „vielleicht ein bisschen unverdient“ gewesen, aber seine Mannschaft habe den Gegner „mit den wenigen Chancen, die wir gehabt haben, eiskalt bestraft“.
Nach dem Seitenwechsel bekam die Partie sofort eine neue Richtung, weil Piotr Pawlowski in der 50. Minute für Lilienfeld zum 1:1 traf. Gerade in dieser Phase zeigte sich laut Petrov, warum seine Mannschaft derzeit ganz oben steht. Viele hätten erwartet, dass Weißenkirchen nach dem Ausgleich und nach dem Kraftaufwand der ersten Hälfte etwas abreißt. Der Trainer sah aber das Gegenteil. „Ab Mitte der zweiten Halbzeit haben wir mentale Kraft und physische Kraft gezeigt“, sagte Petrov. Für ihn war das der Moment, in dem seine Mannschaft das Spiel wieder mehr an sich zog. Dass Weißenkirchen dann in der Schlussphase nachlegte, passte genau zu dieser Einschätzung. In der 71. Minute stellte Ondrej Chveja auf 2:1, sechs Minuten später machte Tomas Binar mit dem 3:1 alles klar. Petrov hob danach hervor, dass seine Mannschaft auch offensiv zur Stelle war, als es darauf ankam. Er sprach von starken Aktionen in den Standardsituationen, von einer über die rechte Seite gut vorbereiteten Szene und vor allem davon, dass seine Elf „sehr effektiv“ gewesen sei.
Als größte Stärke seiner Mannschaft nannte Petrov nach dem Spiel nicht zuerst die Tore, sondern den Kopf. „Mentale Kräfte. Das war mental und konditionell entscheidend“, sagte er. Spielerisch habe Weißenkirchen diesmal nicht das Niveau der ersten Runden erreicht, trotzdem sei die Mannschaft stabil geblieben. Besonders wichtig war für ihn, dass niemand vom Plan abgewichen sei. „Niemand hat einen Millimeter von unserem Matchplan aufgegeben“, betonte der Trainer. Gerade deshalb wertete er diesen Sieg besonders hoch. Über den Gegner verlor er nur anerkennende Worte. Mit allem Respekt vor den bisherigen Kontrahenten sei Lilienfeld für ihn spielerisch „mit Abstand die stärkste Mannschaft“ gewesen, mit individueller Klasse, Erfahrung und Qualität in allen Spielphasen. Umso größer war für ihn der Wert dieser drei Punkte. Auch abseits der beiden Mannschaften gab es für Petrov keinen Anlass zur Kritik. Strittige Szenen habe er nicht gesehen, die Leistung des Schiedsrichters sei „komplett in Ordnung, mehr als okay“ gewesen.
Mit dem 3:1 bleibt Weißenkirchen auch nach sechs Runden ohne Punktverlust und führt die Tabelle der 2. Landesliga West mit 18 Punkten souverän an. Genau diese Konstanz sprach Petrov im Anschluss ebenfalls an. „Die Tabelle lügt nicht“, sagte er und verwies darauf, dass seine Mannschaft derzeit ganz oben steht. Viel ändern will er darum auch gar nicht. Wenn es gelinge, den Mix aus spielerischer Qualität und mentaler Stärke zu halten, dann traue er seiner Mannschaft weitere Siege zu. Der Stolz über den bisherigen Lauf war ihm jedenfalls deutlich anzuhören. „Wir sind auf einer Erfolgswelle und genießen das gemeinsam“, sagte Petrov. Und noch klarer wurde er zum Abschluss: „Sechs Spiele, sechs Siege – das hat uns kaum jemand zugetraut.“ Genau deshalb fühlt sich dieser Start für Weißenkirchen gerade besonders an.