Spielberichte

„Wir haben nie richtig ins Spiel gefunden“ – Hinterbrühl verliert in Velm auch wegen der Standards

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FSV Velm
ASV Hinterbrühl

In der 2. Klasse Ost-Mitte hat der FSV Velm am siebenten Spieltag den ASV Hinterbrühl mit 4:1 geschlagen und den Gästen dabei vor allem bei Standards den Zahn gezogen. Hinterbrühl-Trainer Clemens Maurer sprach nach der Partie von einem verdienten Heimsieg, weil seine Mannschaft nie richtig ins Spiel fand, zu viele Eckbälle zuließ und sowohl kämpferisch als auch spielerisch nicht auf Augenhöhe war.

Zwei Fußballspieler im Zweikampf

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Velm übernimmt nach früher Gästechance das Kommando

Aus Sicht von Maurer war die Partie von Beginn an umkämpft, kippte aber schon früh in Richtung der Gastgeber. „Es war von Beginn an sicherlich eine kämpferische Partie, wobei Velm relativ schnell das Kommando übernommen hat“, sagte der Trainer von Hinterbrühl. Dabei begann der Abend für seine Mannschaft nicht einmal schlecht, denn gleich zu Beginn gab es eine große Torchance für die Gäste, die der Velmer Tormann stark entschärfte. Danach aber bekam Velm immer mehr Zugriff, drängte Hinterbrühl zurück und sammelte vor allem viele ruhende Bälle. Genau daraus entstand auch die Führung: In der 25. Minute traf Serkan Ciftci zum 1:0, zehn Minuten später legte Matthias Haider das 2:0 nach. Maurer schilderte diese Phase sehr klar: „Wir hatten viele Standardsituationen gegen uns, vor allem Eckbälle, und daraus resultierten auch die ersten beiden Tore.“ Mit dem 2:0 zur Pause war das Bild aus seiner Sicht bereits ziemlich deutlich.

Zu viele ruhende Bälle, zu wenig Zugriff

Den eigentlichen Knackpunkt sah Maurer genau dort, wo er ihn schon vor dem Anpfiff vermutet hatte. „Knackpunkt war eigentlich genau das, was wir vor dem Spiel angesprochen haben, dass sie gut bei Standardsituationen sind“, meinte er. Hinterbrühl wusste also, was auf die Mannschaft zukommen würde, bekam es aber trotzdem nicht in den Griff. Besonders ärgerlich aus Sicht der Gäste: Es blieb nicht bei den beiden Gegentoren nach Eckbällen. „Davon hatten sie einfach zu viele, und daraus resultierten dann auch eigentlich drei Tore von den vieren aus Standardsituationen“, sagte Maurer. In seine Analyse passte auch, dass Hinterbrühl mit der Spielweise des Gegners und mit dem engen Platz nicht zurechtkam. Velm war aus seiner Sicht nicht nur bei den ruhenden Bällen präsenter, sondern auch in den Grundtugenden stärker. „Vom Kampfgeist, von den Grundtugenden hatten wir keinen guten Tag. Da war Velm uns sicher überlegen“, so der Trainer. Als Ciftci in der 69. Minute auf 3:0 stellte, war die Partie endgültig auf die Seite der Heimischen gekippt.

Auch nach der Pause blieb Velm das stärkere Team

Viel änderte sich nach dem Seitenwechsel nicht mehr. Maurer sprach davon, dass die zweite Halbzeit „ähnlich“ verlaufen sei wie die erste. Velm blieb das aktivere Team, Hinterbrühl kam nur phasenweise zu Entlastung. Ganz ohne Möglichkeiten waren die Gäste dennoch nicht. „Auch in der zweiten Halbzeit hatten wir sicher ein, zwei Chancen noch, die wir herausgespielt haben, wo wir leider kein Tor machen konnten“, erklärte Maurer. Damit sprach er eine jener Phasen an, in denen Hinterbrühl kurz besser im Spiel war, sich aber nicht belohnte. Stattdessen erhöhte Velm in der 77. Minute noch auf 4:0, als Sebastian Spanel den Treffer erzielte, den Maurer als „schön herausgespielt“ bezeichnete. Erst ganz am Ende gelang den Gästen noch die Ergebniskorrektur. Sergen Ayaz traf in der 90. Minute zum 4:1. Mehr als ein kleiner Schlusspunkt war das aber nicht mehr, denn auch in der Gesamtbewertung blieb Maurer deutlich: „Phasenweise war es okay, aber über das gesamte Spiel war Velm sicher stärker.“

Maurer spart nicht mit Kritik, will aber den Blick nach vorne richten

Deutlich wurde der Hinterbrühl-Coach auch bei der Einordnung der eigenen Leistung. „Wir haben eigentlich nie richtig ins Spiel gefunden“, sagte er, und das war letztlich der Satz, der diesen Abend aus Gäste-Sicht am besten zusammenfasste. Maurer verwies außerdem darauf, dass Velm Spieler in seinen Reihen habe, „die den Unterschied ausmachen können“, vor allem im Zentrum als Spielmacher und vorne in der Spitze. „Das sind einfach andere Qualitäten. Mit denen sind wir nicht zurechtgekommen“, sagte er. Auch mit der Leistung des Schiedsrichters war er nicht einverstanden, schob aber sofort nach, dass keine spielentscheidende Szene falsch bewertet worden sei. Eine Ausrede wollte er daraus also ausdrücklich nicht machen. Viel wichtiger war ihm der Blick nach vorne. „Jetzt heißt es weiterarbeiten“, betonte Maurer. Nach schwierigen Aufgaben gegen starke Gegner müsse seine Mannschaft nun wieder in jene Spiele kommen, „wo wir punkten müssen und sollten“. Genau dort will Hinterbrühl die Antwort auf diesen klaren Abend in Velm geben.

2. Klasse Ost-Mitte: Velm : ASV Hinterbrühl - 4:1 (2:0)

  • 90
    Sergen Ayaz 4:1
  • 77
    Sebastian Spanel 4:0
  • 69
    Serkan Ciftci 3:0
  • 35
    Matthias Haider 2:0
  • 25
    Serkan Ciftci 1:0