In der 2. Klasse Ost-Mitte hat SC Ebergassing gegen FSV Velm eine bittere 1:6-Heimniederlage kassiert. Trainer Michael Gaderer rang direkt nach Abpfiff noch sichtbar nach Worten und machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. "Die komplette Einstellung hat gefehlt", sagte er nach einem Spiel, in dem seine Mannschaft früh ins Hintertreffen geriet und sich davon über weite Strecken nicht mehr erholte.
Die Richtung dieses Nachmittags war aus Ebergassinger Sicht früh vorgegeben. Zwischen der 12. und 26. Minute zog Velm auf 4:0 davon, und genau diese Viertelstunde entschied die Partie schon sehr früh. Thomas Petronczki eröffnete den Torreigen zum 0:1, nur drei Minuten später legte Serkan Ciftci das 0:2 nach. Ebergassing fand in dieser Phase überhaupt keinen Halt, musste in Minute 25 auch noch das 0:3 durch Sebastian Spanel hinnehmen und nur eine Minute später erhöhte Marcel Ebinger sogar auf 0:4. Mit diesem klaren Zwischenstand ging es in die Pause, und Trainer Michael Gaderer sagte hinterher offen: "Ich bin sehr enttäuscht über dieses Ergebnis und über dieses Auftreten von uns."
Noch schwieriger wurde die Aufgabe unmittelbar nach dem vierten Gegentreffer, weil Filip Vitez in der 27. Minute die Rote Karte sah und die Gastgeber damit lange in Unterzahl weiterspielen mussten. Eine Wende zeichnete sich danach nicht mehr ab. Stattdessen baute Velm den Vorsprung nach dem Seitenwechsel weiter aus, als Benjamin Kranz in der 51. Minute das 0:5 erzielte. Auch danach bekam Ebergassing keinen Zugriff mehr auf die Partie, Julian Meister stellte in Minute 74 auf 0:6. Immerhin gelang Jakob Stampfer in der 82. Minute noch der Ehrentreffer zum 1:6-Endstand. Gaderer suchte nach dem Abpfiff keine Ausreden für den eigenen Auftritt und formulierte es knapp, aber deutlich: "Alles. Die komplette Einstellung hat gefehlt."
Der Trainer verortete die Gründe für die klare Niederlage dennoch nicht nur im Ergebnis, sondern auch in der Art, wie seine Mannschaft mit dem Spiel umging. Aus seiner Sicht ließ sich Ebergassing zu stark von der Linie der Spielleitung beeinflussen. Mit den Assistenten zeigte sich Gaderer überhaupt nicht einverstanden und meinte, so etwas habe er in dieser Klasse noch nicht erlebt. Die Hauptschiedsrichterin habe er "zeitweise überfordert" gesehen, insgesamt sei die Leistung für ihn "durchwachsen" gewesen. Entscheidend war für ihn aber, dass seine eigene Mannschaft darauf falsch reagierte. "Velm hat ihre Sache sehr gut gemacht, und wir haben uns von der Schiedsrichter- beziehungsweise Assistentenleistung anstecken lassen. So ist das Ganze in ein Debakel gerutscht", sagte Gaderer. Damit machte er klar, dass ihn vor allem die fehlende Ruhe und der mangelnde Widerstand seiner Elf ärgerten.
Auch den Gegner ordnete der Ebergassinger Trainer klar ein, ohne an der eigenen Verantwortung vorbeizureden. "Velm war kein Übergegner, aber sie haben die Sache sehr gut gemacht", sagte Gaderer und schob nach, die Gäste hätten "nur das Nötigste" gemacht, seien aber jederzeit stark genug gewesen, um daraus Kapital zu schlagen. Genau das sei gegen eine Mannschaft passiert, die laut ihrem Coach "nicht auf der Höhe" gewesen sei und "nichts dagegenzusetzen" hatte. Positives wollte Gaderer aus diesem Nachmittag nicht mitnehmen. "An diesem Tag war nichts positiv für mich", sagte er. Viel mehr blieb ihm unmittelbar nach dem 1:6 auch nicht, als die eigene Leistung schonungslos zu benennen: "Ich bin sehr, sehr enttäuscht und muss diese Niederlage erst richtig verdauen."