Ein kontrollierter Auftritt, späte Erlösung und viel Respekt für den Gegner: Für Günther Kastner war das Auswärtsspiel seines ATSV Fischamend bei SV Prellenkirchen vor allem eine Frage der Geduld und Konsequenz. In der 2. Klasse Ost sprach der Coach von klaren Spielanteilen und einem „mehr als gerechten“ Ausgang, hob zugleich die herausragenden Paraden des Prellenkirchner Torhüters hervor und blickte trotz mehrerer Ausfälle zuversichtlich auf die nächsten Wochen.

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Kastners Fazit zur eigenen Performance war unmissverständlich: „Der Matchplan wurde von der Mannschaft sehr gut umgesetzt. Wir hatten ein gutes Dutzend hundertprozentiger Chancen – viel falsch war da nicht, abgesehen von der Chancenverwertung.“ Auch die Bewertung des Ergebnisses fiel deutlich aus: „Das Resultat war mehr als gerecht. Sechs Hochkaräter hat der Torhüter von Prellenkirchen sensationell pariert, weitere Möglichkeiten haben wir selbst vergeben oder sie wurden noch auf beziehungsweise vor der Linie geklärt.“ Seine Wahrnehmung untermauerte Kastner mit Blick auf den Ballbesitz: „Gefühlt 70 Prozent – wir waren sehr stark im Spiel und haben den Gegner in allen Belangen beherrscht.“
Besonders lebhaft schilderte der Trainer eine Szene kurz nach der Stunde: „In der 65. Minute kam eine Flanke von Stefan Sandriesser zu Lukas Kastner. Der nahm am Sechzehner direkt ab, der Ball flog Richtung Kreuzeck – und der Torhüter fischte ihn mit einer sensationellen Parade noch aus dem Winkel.“ Zur Pause stand es 0:0, auch weil der Schlussmann der Gastgeber mehrfach überragend reagierte. Als die Partie bereits auf der Kippe stand, fiel die Entscheidung spät: In der 92. Minute verwertete Luciano Pizzonia eiskalt zum 1:0 und krönte damit den langen Anlauf der Gäste.
Trotz der eigenen Überlegenheit fand Kastner deutliche Anerkennung für den Widersacher: „Der Kampfgeist über 90 Minuten war enorm. Man hat gemerkt, dass bei ihnen schon Mitte der ersten Hälfte die Kräfte nachließen, aber sie haben um jeden Ball gekämpft und nie aufgegeben – es war das erwartete, schwierige Spiel.“ Personell musste Fischamend auf wichtige Kräfte verzichten: „Noah Toth hat einen Bänderriss im Knöchel, und Buba Conteh einen Mittelfußknochenbruch. Beide fallen wohl noch vier bis sechs Wochen aus. Unser Kader ist groß, wir können das kompensieren – auch Gelbsperren – und ich bin guter Dinge, dass wir uns trotz einiger Ausfälle erfolgreich weiterentwickeln.“ Für besonderen Glanz sorgte ein Vielarbeiter: „Michael Burdis war vorne wie hinten zur Stelle, rettete mehrfach, war in den Zweikämpfen präsent und an sehr vielen unserer Offensivaktionen beteiligt – gefühlt ist er am Freitag schon den sonntägigen Vienna City Marathon gelaufen.“ In Summe stand für Kastner ein Abend der kontrollierten Dominanz, der großen Torwartmomente und der späten Belohnung.