Spielberichte

Franz Kurzweil (SC Guntersdorf): „Faktum ist: keine gute Vorbereitung“ – 1:3 bei Stockerau II

Stockerau II
SC Guntersdorf

Ein zäher Start ins Frühjahr und klare Worte: Bei SC Guntersdorf-Obmann Franz Kurzweil überwiegt nach dem Auswärtsspiel bei Stockerau II in der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal die Ernüchterung. Er beschreibt ein Duell mit wenig Struktur, kaum Chancen und viel Mittelfeldgeplänkel, in dem seine Mannschaft schon vor der Pause in Rückstand geriet und später zwei weitere Gegentreffer kassierte. Den Ballbesitz sah er als ausgeglichen an, doch es fehlte an Zugriff, Durchschlagskraft und – übergeordnet – an Basisfaktoren wie Trainingsbeteiligung und Fitness. Auch Standards verpufften, während die Schiedsrichterleistung aus seiner Sicht tadellos war. Statt Ergebnisfokus dominieren Kurzweils Appelle an Einstellung, Laufbereitschaft und eine rasche Korrektur der Abläufe vor dem nächsten Heimauftritt.

Fußballspieler mit weißen Stutzen, in die Löcher geschnitten sind

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Wenig Taktik, viel Zufall – und ein früher Nackenschlag vor der Pause

„Grundsätzlich war die erste Halbzeit ein schwaches Fußballspiel beider Mannschaften mit wenigen bis gar keinen Torchancen. Wir haben vor der Pause das Gegentor bekommen; insgesamt war wenig Taktik drin, vieles dem Zufall überlassen, und nach vorne gab es nur wenige Aktionen“, ordnet Kurzweil ein. Zur Chronologie passt: Stockerau II ging kurz vor dem Halbzeitpfiff mit 0:1 in Führung (Torschütze: Felix Striok), nach Wiederbeginn erhöhte David Topea auf 0:2. In der 87. Minute verkürzte Georg Kurzweil auf 1:2, ehe in der Schlussphase noch das 1:3 fiel (Torschütze: Moritz Egger). „Das zweite und das dritte Tor waren in Summe nicht gut verteidigt. Auftaktspiele nach der Winterpause sind manchmal so einzuordnen, dass es keine guten Partien sind“, so der Obmann.

Fehlender Zugriff, dünne Bank und wirkungslose Standards

Auf die Frage nach System und Umsetzung spricht Kurzweil offene strukturelle Probleme an: „Im Mittelfeld hatten wir keinen Zugriff, und die jüngeren Spieler waren überfordert. Auf der Bank waren nur zwei erfahrenere Spieler, die erst später gekommen sind – mehr war heute nicht drin.“ Auch die Effizienz litt unter den Rahmenbedingungen: „Wir haben bis auf den späten Treffer wenig Torchancen herausgespielt. Ob das nur am Auftakt liegt oder auch an der Vorbereitung, die bei uns nicht gut gelaufen ist, kann ich nicht genau einschätzen. Aber wir hätten heute keine drei Punkte holen können.“ Standards brachten keine Wende: „Auch aus Ecken und Freistößen ist nichts oder kaum etwas entstanden – schon gar keine klare Torchance. Aus Standardsituationen im vorderen Drittel oder in Sechzehnernähe konnte keine der beiden Mannschaften wirklich etwas machen.“

Deutliche Ansagen zur Trainingsbeteiligung – und der Blick nach vorn

Kurzweil verknüpft die Leistung klar mit der schwierigen Vorbereitung: „Faktum ist, dass wir keine gute Vorbereitung bei der Trainingsteilnahme hatten und von fünf Spielen drei absagen mussten, weil wir zu wenig Spieler hatten.“ Deshalb fordert er intern klare Worte: „Da muss der Trainer jetzt etwas sagen, und auch wir in der Kabine vor dem nächsten Spiel – was Einstellung und Trainingsbeteiligung betrifft. Wir leisten uns immerhin vier Legionäre und einen tschechischen Trainer, der seine Arbeit gut macht. Aber wenn die Trainingsbeteiligung mies ist, kann auch er keine Wunder wirken.“ Der Appell ist unmissverständlich: „Nachdem wir im Herbst Dritter waren und die Leistungen gut waren, sollten wir uns rasch auf das besinnen, was auch in einer zweiten Klasse notwendig ist: körperliche Fitness und Trainingsbeteiligung. Sonst wird das Frühjahr tabellarisch nicht gut enden.“ Zum nächsten Gegner sagt er: „Der nächste Gegner ist sicher schwieriger einzuschätzen als die junge Mannschaft von Stockerau. Wenn wir bei Einstellung und Laufbereitschaft nichts ändern, werden wir daheim im zweiten Spiel wohl auch keine Punkte machen.“ Positiv verbucht er die unauffällige Spielleitung: „Der Schiedsrichter hat seine Sache gut gemacht. Es gab keine einzige strittige Szene. Alles in Ordnung.“

2. Klasse Pulkau-/Schmidatal: Stockerau II : Guntersdorf - 3:1 (1:0)

  • 93
    Moritz Egger 3:1
  • 87
    Georg Kurzweil 2:1
  • 65
    David Sorin Topea 2:0
  • 41
    Felix Striok 1:0