In Würnitz dominierte nach dem Duell des FC Würnitz mit dem FZSV Rußbach weniger die Ergebnisdebatte als die Suche nach einer Antwort. In der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal sprach Trainer Goran Popic von einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie, haderte jedoch vor allem mit dem letzten Pass und kündigte eine klare Reaktion an. Zugleich hob er die Entschlossenheit der Gäste hervor.
Popic sah sein Team zu Beginn weitgehend auf Augenhöhe. „Wir hatten in den ersten 20 bis 30 Minuten schon gute Anteile am Spiel, aber leider hat immer der letzte Pass gefehlt. Damit war das Ergebnis am Ende – auch in der Höhe – verdient.“ Im Gefühl der Ausgeglichenheit bestätigte er zugleich die Balance im Ballbesitz: „Spielanteile und Ballbesitz waren eigentlich ziemlich ausgeglichen.“ Dass Würnitz zu selten präzise in die gefährlichen Zonen kam, zieht sich für ihn wie ein roter Faden durch die jüngere Vergangenheit: Der fehlende finale Ball bremste aussichtsreiche Angriffe, obwohl die Startphase Mut machte.
Der Trainer würdigte deutlich, wie klar Rußbach auftrat: „Man hat gemerkt, dass Rußbach sich etwas vorgenommen hat und eine Reaktion zeigen wollte. Das war auf jeden Fall eine Steigerung zu den vergangenen Wochen.“ Als Mann des Spiels benannte er Liridon Dauti und begründete das mit einer klaren Beobachtung: „Immer wenn er am Ball war, wurde es gefährlich.“ Die Schlüsselmomente lagen auch in der Effizienz: Nach 14 und 29 Minuten lag Würnitz 0:2 zurück (beide Male Fadim Bedzeti), kurz nach dem Seitenwechsel erhöhte Valtrim Veseli in der 47. Minute auf 0:3. Emre Ulusoy verkürzte in Minute 57 auf 1:3, ehe Veseli in der 90. Minute den 1:4-Endstand herstellte. Diese Konsequenz vor dem Tor untermauerte die von Popic erkannte Steigerung der Rußbacher und ließ die Würnitzer Phasen des Mitspielens zu wenig ertragreich wirken.
Auf die eigene Leistung blickt Popic mit schonungsloser Klarheit. „Im Angriffsspiel fehlt einfach der letzte Pass. Deshalb tun wir uns zuletzt extrem schwer, Tore zu schießen.“ Dazu kommt ein körperlicher Aspekt, der über den Spielverlauf spürbar wurde: „Wir haben leider noch immer ein gewisses Fitnessproblem in der Mannschaft, weil drei bis vier Spieler die Vorbereitung nicht voll mitmachen konnten und nicht bei allen Trainings da waren. Das merkt man über 90 Minuten.“
In Summe ergibt sich ein Bild: lange Strecken auf Augenhöhe, aber Defizite in Schärfe, Präzision und Durchgängigkeit. Popic formuliert den Handlungsauftrag explizit – nicht als Alarmsignal, sondern als Arbeitsauftrag an sein Team: „Wir investieren sehr viel, wir trainieren hart, wir nehmen uns viel vor, aber aktuell sind wir nicht imstande, es auf dem Platz umzusetzen.“