In der 18. Runde der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal traf FZSV Rußbach auf SV Stetteldorf am Wagram. Obmann Philipp Ehrentraud zeichnete ein Spiel mit hoher Intensität, vielen Zweikämpfen und offen geführten Phasen, sprach über strittige Szenen und betonte Disziplin sowie Effizienz. Sein Rückblick fokussiert weniger Zahlen als Momente – vom hohen Anlaufen über den einzigen Strafstoß bis zu späten Nervenproben.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Der Start verlief aus Rußbacher Sicht denkbar unglücklich: Stetteldorf schlug eiskalt zu – in Minute 2 und 13 traf Daniel Schöllenbauer und stellte bereits vor der Pause auf 0:2. Trotz des Rückstands ordnete Ehrentraud das Geschehen nicht als einseitig ein, sondern sah Vorteile seiner Mannschaft im Ballbesitz, grob 60:40 Prozent. Nach Wiederbeginn prägten kontrollierter Aufbau und hohe Laufbereitschaft das Bild – und die erste markante Standardszene war ein Strafstoß kurz nach er Halbzeit, welchen Liridon Dauti verwertete. Unmittelbar danach kippte der Rhythmus endgültig in Richtung Rußbach: In der 49. Minute verkürzte Liridon Dauti auf 1:2 (durch den genannten Strafstoß), nur drei Minuten später stellte Fadim Bedzeti in der 52. Minute auf 2:2. Genau diese Abfolge spiegelte den offenen, intensiven Charakter der Partie: viele Zweikämpfe, schnelles Umschalten – und das Gefühl, dass trotz 0:2-Pausenstand noch alles drin war. Das Momentum lag nun klar bei Rußbach, das den Ball zirkulieren ließ und die Initiative suchte.
Im offenen Schlagabtausch nach dem Ausgleich entstanden Chancen auf beiden Seiten. Eine der besten Rußbacher Möglichkeiten datierte aus der 65. Minute: ein Pass aus dem Mittelfeld in die Spitze, Abschluss mit links – doch der Keeper war zur Stelle. Stetteldorf meldete sich in der Schlussphase mit Wucht zurück: Eine Hereingabe von rechts fand im Zentrum per Kopf sein Ziel, der Ball prallte jedoch an die Latte. Kurz vor dem Ende folgte die Zäsur: In der 89. Minute sah Doppeltorschütze Daniel Schöllenbauer die Rote Karte – die Gäste beendeten die Partie in Unterzahl. Insgesamt hatte Rußbach mehr Ballbesitz und längere Zirkulationen, während Stetteldorf vor allem über geradlinige Momente und Flanken gefährlich blieb. So lauerten beide Teams bis zum Abpfiff auf den Lucky Punch – Szenen wie der Aluminiumtreffer und der Strafstoß bleiben besonders haften.
Neben den sportlichen Mustern rückte für Philipp Ehrentraud auch die Linie der Spielleitung in den Fokus. Seine Einschätzung zur ersten Hälfte: „Es wurde erste Halbzeit wenig gepfiffen und wenn gepfiffen, dann keine Karten vergeben.“ Das passt zum Bild einer robusten, aber überwiegend fairen Begegnung, in der lange auf Deeskalation gesetzt wurde. Bei den Einzelleistungen hob Ehrentraud aus Rußbacher Sicht einen Spieler hervor: „Ich kann jetzt nur aus Sicht des FZSV Rußbach sprechen – und das war unter anderm Valtrim Veseli.“ Für das nächste Spiel formulierte der Obmann klare Hausaufgaben: weniger gelbe Karten und eine konsequentere Chancenverwertung. Denn nachdem seine Mannschaft viel vom Spiel hatte und den offenen Charakter annahm, soll nun die Effizienz in den entscheidenden Zonen weiter geschärft werden – damit aus einem starken 2:2 nach 0:2 Rückstand, künftig ein Dreier wird.