Zum Auftakt in der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal hat die SU Grabern gegen den ATSV Hollabrunn ein torreiches 3:5 hinnehmen müssen. Nach einem 3:3 zur Pause zog ATSV Hollabrunn die Partie trotz einer roten Karte noch auf seine Seite. Spielertrainer Roland Haider führte den Auswärtssieg vor allem auf den Zusammenhalt und den größeren Willen zurück: „Es hat keiner nachgelassen, auch nach der roten Karte nicht.“

Foto von Emma Benedict auf Unsplash
Der Auftakt verlief aus Sicht des ATSV Hollabrunn alles andere als rund. SU Grabern kam besser hinein und nutzte das sofort. Nach drei Minuten brachte Stefan Panzer die Hausherren mit 1:0 in Führung, und Haider sagte offen, dass seine Mannschaft genau in dieser Phase noch auf der Suche nach dem Zugriff war. „Wir haben die ersten fünf bis zehn Minuten gebraucht, dass wir in die Partie reinkommen“, erklärte der Trainer. Danach änderte sich das Bild aber deutlich. ATSV Hollabrunn stand näher an den Gegenspielern, wurde aktiver und belohnte sich rasch. Yakubu Shaibu glich in der 8. Minute aus und drehte die Partie neun Minuten später mit seinem zweiten Treffer, ehe Josef Ctvrtnicek in der 25. Minute das 3:1 nachlegte. Gerade diese Phase gefiel Haider besonders: „Die ersten drei waren wirklich perfekt rausgespielt. Das waren super Kombinationen von unserer Offensivreihe.“
Die Partie war damit aber noch lange nicht entschieden. SU Grabern blieb dran und verkürzte in der 31. Minute durch Oliver Schinagl auf 2:3. Nur drei Minuten später wurde es für die Gäste noch komplizierter, weil Spielertrainer Roland Haider die rote Karte sah und ATSV Hollabrunn damit in Unterzahl weiterspielen musste. Dass die Mannschaft trotzdem nicht auseinanderfiel, hob der Trainer später besonders hervor. „Der Mannschaftszusammenhalt war einfach gut. Es hat keiner nachgelassen, auch nach der roten Karte nicht. Es hat jeder alles reingehauen“, sagte er. Noch vor der Pause schlug SU Grabern durch Schinagl ein zweites Mal zu und stellte auf 3:3. Haider zollte dem Gegner für diese Phase Respekt: „SU Grabern ist viel besser in die Partie gestartet, war bissiger und hat auch nicht aufgegeben.“
Nach dem Seitenwechsel bekam ATSV Hollabrunn die turbulente Partie wieder besser in den Griff. Haider sprach davon, dass seine Mannschaft „wieder besser ins Spiel gekommen“ sei und das Ganze dann „sehr souverän heruntergespielt“ habe. Der entscheidende Treffer fiel in der 64. Minute, als Yakubu Shaibu mit seinem dritten Tor an diesem Abend das 4:3 erzielte. Für Haider war genau diese Szene der Knackpunkt: „Vor allem das 4:3 war ein super Konter. Der war eigentlich der spielentscheidende.“ Als SU Grabern in der 69. Minute nach der roten Karte gegen Sasa Sormaz ebenfalls nicht mehr komplett war, änderte sich die Ausgangslage noch einmal. In der Nachspielzeit setzte Yakubu Shaibu mit seinem vierten Treffer zum 5:3 den Schlusspunkt und machte den Auswärtssieg endgültig fest.
Bei aller Freude über fünf Tore verschwieg Haider nach dem Schlusspfiff aber auch die Baustellen nicht. „Die drei Gegentore waren eigentlich dreimal die gleichen“, sagte er und verwies auf Pässe durch die Schnittstelle zwischen Außenverteidiger und Innenverteidiger. Verbesserungspotenzial sieht er deshalb im Stellungsspiel und im Defensivverhalten, wobei er auch auf das Alter mancher Spieler verwies. Den Ausschlag gab für ihn trotzdem etwas anderes. „Wir wollten es einfach mehr“, sagte Haider, der zusätzlich die Qualität seiner Offensive hervorhob: „Wir haben das Glück, dass wir in der Offensive gute Spieler haben, die ein Match auch selber entscheiden können.“ Eine Diskussion über den Schiedsrichter wollte er nicht aufmachen. Einen großen entscheidenden Fehler habe er nicht gesehen. Für ATSV Hollabrunn steht damit zum Start ein 5:3-Auswärtssieg, der vor allem wegen des Verlaufs und der langen Unterzahl Gewicht hat.