Spielberichte

„Wir wollten es vielleicht ein bissl mehr“ – Ravelsbach dreht das Spiel in zwei Minuten

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SV Stetteldorf
SV Ravelsbach

In der 2. Klasse Pulkau-/Schmidatal hat SV Ravelsbach beim SV Stetteldorf am Wagram einen 0:1-Rückstand noch in einen 2:1-Auswärtssieg gedreht. Trainer Erich Steindl führte den späten Erfolg vor allem auf die Moral seiner Mannschaft zurück, sprach aber auch von „ein bissl mehr Glück“ und davon, dass seine Elf den Sieg vielleicht „ein bissl mehr gewollt“ habe. Nach einer zähen Partie fiel die Entscheidung erst ganz spät.

Zwei Spieler in weißen und roten Dressen im Zweikampf um den Ball

Foto von Emma Benedict auf Unsplash

Stetteldorf trifft zuerst, Ravelsbach läuft lange hinterher

Steindl hatte genau das Spiel erwartet, das dann auch auf dem Platz zu sehen war. Der Ravelsbach-Trainer sagte, seine Mannschaft habe gewusst, „dass sie sehr defensiv eingestellt sein werden und versuchen, uns über Konter ein Tor zu schießen“. Genau so entwickelte sich die Partie aus seiner Sicht auch. Ravelsbach versuchte, das Spiel zu machen, wurde aber in der 18. Minute kalt erwischt, als Valentin Ecker Stetteldorf mit 1:0 in Führung brachte. Für Steindl war das besonders ärgerlich, weil der Gegentreffer nach einem Fehler im Umschalten fiel und seine Mannschaft damit früh einem Rückstand nachlaufen musste. Kurz vor der Pause sah Nikica Zivkovic dann noch die Rote Karte, doch auch das änderte das Bild für Steindl zunächst nur wenig. „Das hat uns nicht wirklich in die Hände gespielt, weil man den Verlust des Spielers bei Stetteldorf eigentlich nicht gesehen hat“, sagte er über die Szene unmittelbar vor dem Seitenwechsel.

Der Doppelschlag bringt die Wende

So blieb Ravelsbach auch nach der Pause gefordert, weil Stetteldorf den knappen Vorsprung lange verteidigte und sich weiter wehrte. Erst in der Schlussphase bekam das Spiel aus Sicht der Gäste die Wendung, auf die sie so lange gewartet hatten. In der 80. Minute gelang Oliver Kapetanovic das 1:1. Steindl schilderte die Szene so, dass Ravelsbach über die rechte Seite durchkam und Kapetanovic eine Hereingabe trocken verwertete. Nur eine Minute später folgte gleich der zweite Treffer: Fidan Pllana stellte auf 2:1. Auch bei diesem Tor kam der Angriff laut Steindl wieder über rechts, ehe der Ball in die Mitte gelegt wurde und Pllana zur Stelle war. Dass Ravelsbach die Partie innerhalb kürzester Zeit drehte, passte für den Trainer zur Gesamtlinie seiner Mannschaft. „Wir haben trotzdem noch einmal alle Kräfte mobilisieren können, dass wir das Spiel noch gewinnen“, sagte Steindl, der den Erfolg deshalb am Ende auch als verdient einstufte.

Moral stark, spielerisch noch Luft nach oben

Der Trainer machte nach dem Spiel aber auch klar, dass er trotz des Sieges nicht mit allem zufrieden war. Besonders die Mentalität hob er hervor. „Gut war die Moral der Mannschaft, weil wir nach dem 1:0 trotzdem wieder ins Spiel zurückgefunden haben. Das war sehr, sehr positiv“, sagte Steindl. Deutlich kritischer fiel sein Urteil über den Auftritt mit Ball aus. „Spielerisch war es eher schwach. Wir haben technisch sehr schwach gespielt, keine Bälle in den Reihen gehalten und viel zu viele hohe Bälle nach vorne gespielt“, erklärte er offen. Gleichzeitig zollte er auch dem Gegner Respekt. Für einen Tabellenletzten habe Stetteldorf eine gute Moral gezeigt, zudem habe die Mannschaft trotz fehlender Spieler gekämpft und mit ihren Mitteln gut dagegengehalten. Diskussionen über die Entscheidungen des Unparteiischen wollte Steindl keine aufmachen. „Die rote Karte war berechtigt, die Schiedsrichterleistung war okay“, sagte er. Unterm Strich blieb für Ravelsbach damit ein wichtiger Auswärtssieg, der das Team auf 13 Punkte und Rang neun bringt, während Stetteldorf mit zwei Zählern am Tabellenende bleibt.

2. Klasse Pulkau-/Schmidatal: Stetteldorf : Ravelsbach - 1:2 (1:0)

  • 81
    Fidan Pllana 1:2
  • 80
    Oliver Kapetanovic 1:1
  • 18
    Valentin Ecker 1:0