20. Runde der 2. Klasse Steinfeld, Nachbarschaftsduell zwischen SC Piesting und SV Winzendorf: Nach früher Gäste-Führung setzte sich Piesting am Ende 3:2 durch. Winzendorf-Trainer Mario Modad sprach von einem starken Start, einem aus einem Foul resultierenden Elfmeter zum 1:1 und schließlich von der größeren Klasse des Gegners. Sein Fazit: „Auf das gesamte Spiel gesehen hat sich Piesting den Sieg verdient.“ Sein Team habe „alles am Platz gelassen“, es habe aber „manchmal der Mut und die Selbstverständlichkeit“ gefehlt.

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Winzendorf erwischte den besseren Beginn, hatte die ersten zwanzig Minuten „wirklich sehr gut im Griff“, wie Mario Modad betonte – und belohnte sich früh: In Minute 16 traf Samuel Windisch zum 0:1. Piesting kam jedoch zurück, weil ein Stellungsfehler der Gäste ein Foul im Strafraum nach sich zog. Den fälligen Elfmeter verwandelte Caner Degirmenci zum 1:1 nach 25 Minuten. „Das hat leider unseren Spielfaden ein bisschen reißen lassen“, sagte Modad. Mit dem Remis ging es in die Pause. Nach dem Seitenwechsel blieb Piesting das aktivere Team und legte in der Schlussphase zu: Degirmenci stellte in der 78. Minute auf 2:1, Gernot Wartler erhöhte in der 90. auf 3:1. Winzendorf gab nicht auf und kam durch Maximilian Teichmeister in der 90.+5 noch zum 3:2-Anschluss – mehr war aber nicht mehr drin.
In seiner Analyse nahm Modad die eigene Mannschaft ausdrücklich in Schutz und richtete den Blick gleichzeitig auf das, was den Ausschlag gab. „Am Ende kann ich meiner Mannschaft gar nicht allzu viel vorwerfen. Wir haben alles am Platz gelassen. Wir waren leidenschaftlich, wir waren aggressiv.“ Der Trainer blieb aber ehrlich: „Wir waren manchmal vielleicht nicht mutig genug.“ Piesting habe das konsequent ausgenutzt. „Auf das gesamte Spiel gesehen hat sich Piesting diesen Sieg verdient, weil sie über einen Großteil des Spiels die aktivere und gefährlichere Mannschaft waren“, erklärte er. Auch bei der individuellen Klasse sah er Vorteile bei den Hausherren: „Der Gegner hat in gewissen Bereichen individuell mehr Klasse, und das haben sie heute gezeigt.“ Aus Sicht der Gäste war der Bruch nach dem Elfmeter spürbar, die Balance zwischen Risiko und Sicherheit fand Winzendorf danach nicht mehr wie zu Beginn.
Gefragt nach dem größten Unterschied verwies Modad auf die Formkurve der Piestinger: „Piesting spielt eine hervorragende Saison und kommt mit dementsprechend viel Selbstvertrauen. Das spürt man von Anfang an. Das ist leider das, was uns gerade ein bisschen fehlt, diese Selbstverständlichkeit im Spiel.“ Der Tabellenblick unterstreicht das Bild: Piesting steht in der Liga weit oben (Rang 2), Winzendorf rangiert aktuell auf Platz 11 und kämpft um jeden Zähler. Zur Spielleitung sagte Modad: „Es waren einige Aktionen mit sehr eigenwilliger Regelauslegung während des Spiels. Das ist zu hinterfragen.“ Mehr wollte er dazu nicht ausführen. Für den Ausblick bleibt der Coach bodenständig: Die Leidenschaft aus den ersten 20 Minuten mitnehmen, vorne mutiger werden – dann sollen die nächsten Punkte wieder her.