Torreiches Derby in der 2. Klasse Steinfeld: Der SC Lichtenwörth besiegte den ESV HW Wr. Neustadt mit 6:3. Zur Pause stand es 2:2, nach dem schnellen Neustädter 3:3-Ausgleich in Hälfte zwei zog Lichtenwörth davon. ESV-Coach Günter Pürzl sprach von einem verdienten Heimsieg und fand deutliche Worte für die eigene Leistung: „Uns hat der Wille gefehlt.“ Positiv sah er einzig, dass seine Mannschaft zweimal zurückkam – am Ende reichte das aber nicht.

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Lichtenwörth erwischte den besseren Start und legte früh den Grundstein. Michael Bayer stellte in Minute 16 auf 1:0, Marcel Hödl erhöhte nach 25 Minuten auf 2:0. Der ESV kam in dieser Phase laut Trainer Günter Pürzl „nicht in die Zweikämpfe“ und „hat nur reagiert“. Doch die Gäste meldeten sich zurück: Ein Eigentor von Sefa Havan (32.) brachte Wr. Neustadt auf 2:1 heran, ehe Adnan Tepecik in der 37. Minute das 2:2 besorgte. „Wir sind von 0:2 zurückgekommen und mit 2:2 in die Halbzeit gegangen“, sagte Pürzl – ein Zwischenschritt, der Mut machte, aber noch nichts entschied, denn beide Teams hatten spürbar Offensivdrang und suchten immer wieder den direkten Weg zum Tor.
Nach dem Seitenwechsel schlug Lichtenwörth erneut zu: Sefa Havan, der vor der Pause unglücklich ins eigene Tor getroffen hatte, stellte in Minute 50 auf 3:2 und leitete damit die entscheidende Phase ein. Der ESV antwortete, wie es sich Pürzl gewünscht hatte: Stefan Sebesta glich in der 58. Minute zum 3:3 aus – „postwendend“, wie der Trainer betonte. Doch der Ausgleich gab keinen Rückenwind. „Leider hat uns das keinen Schub gegeben. Im Gegenteil: Wir haben dann nur mehr reagiert und nicht agiert“, ärgerte sich Pürzl. Lichtenwörth blieb am Drücker und nutzte die Räume eiskalt: Havan traf in der 61. Minute zum 4:3, Marcel Hödl legte zwei Minuten später das 5:3 nach. In der Nachspielzeit setzte Michael Bayer mit seinem zweiten Treffer (90+2) den Schlusspunkt zum 6:3. Für Pürzl lag der Schlüssel klar auf der Hand: „Entscheidend war unsere Passivität – wir sind nicht in die Zweikämpfe gekommen.“
Der Neustädter Trainer nahm seine Mannschaft nach dem Schlusspfiff in die Pflicht. „Der gesamte Wille, ein Fußballspiel zu bestreiten, hat gefehlt“, sagte Günter Pürzl ohne Umschweife. Als einziges Plus strich er die zeitweise Moral heraus: „Positiv war, dass wir von 0:2 aufgeholt haben und nach dem 2:3 wieder ausgeglichen haben.“ Zugleich verteilte er faire Anerkennung an den Gegner: „Lichtenwörth hat für ihre Verhältnisse gut gespielt und mit Bayer einen guten Stürmer am Feld.“ Das spiegeln auch die Zahlen wider: Doppelpacker Michael Bayer und Marcel Hödl sowie der nach seinem Eigentor doppelt treffende Sefa Havan waren die auffälligsten Lichtenwörther Offensivspieler, während beim ESV neben Tepecik auch Sebesta erfolgreich war. Seine Botschaft für die kommenden Einheiten ist klar: mehr Aktivität, entschlossener in die Zweikämpfe – dann sollen die Ausgleichsmomente wieder zu Punkten führen.