In der 2. Klasse Steinfeld hat sich SV Winzendorf am Freitagabend gegen SV Admira Wr. Neustadt lange teuer verkauft, stand nach dem Seitenwechsel aber doch mit leeren Händen da. Die Gäste drehten ein 1:2 noch in einen 3:2-Auswärtssieg. Für Admira-Trainer Lukas Grandl lag der Knackpunkt klar im Ausgleich zum 2:2, der seiner Mannschaft nach einer schwachen Phase wieder den nötigen Schub gab.

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Grandl hatte zunächst genau das gesehen, was er sich von seiner Mannschaft erwartet hatte. "Wir sind sehr gut in die Partie reingekommen, haben die ersten 15 bis 20 Minuten ein sehr gutes Match gemacht", sagte der Admira-Coach. In diese starke Anfangsphase fiel auch die Führung, als Nikola Frljuzec schon in der 12. Minute das 0:1 erzielte. Danach änderte sich das Bild aber deutlich. "Von dem Augenblick an haben wir sehr viel von dem, was wir vorher richtig gemacht haben, nicht mehr gemacht", erklärte Grandl. Vor allem mit dem Zweikampfverhalten und der Laufbereitschaft war er in dieser Phase überhaupt nicht einverstanden: "Da war dann sehr wenig da." Winzendorf nutzte das aus, kam durch Florian Flechl in der 17. Minute zum Ausgleich und legte durch denselben Spieler in der 29. Minute auch noch das 2:1 nach. Für Grandl war die Halbzeitführung der Gastgeber deshalb folgerichtig: "Bis zur Pause hat Winzendorf verdient die 2:1-Führung übernommen."
Nach dem Seitenwechsel zeigte die Admira dann jenes Gesicht, das ihr Trainer schon in der Anfangsphase gesehen hatte. Grandl sprach von einem Auftritt, der "solide bis gut" gewesen sei, und hob vor allem die Reaktion seiner Mannschaft hervor. Marcel Schmidt stellte in der 59. Minute auf 2:2, und genau dieser Treffer war für den Coach der Wendepunkt des Abends. "Entscheidend war sicher das 2:2. Das ist in einer Phase gefallen, wo das Spiel an der Kippe gestanden ist. Das war der Knackpunkt", sagte Grandl. Danach habe seine Elf mehr fürs Spiel gemacht und sich die nötige Energie zurückgeholt. Auch wenn der Trainer offen zugab, dass der Sieg durch die Leistung seiner Mannschaft "nicht immer hundertprozentig sichtbar" gewesen sei, nutzte seine Mannschaft die Möglichkeiten nach der Pause deutlich besser. In der 66. Minute drehte Enes Yüksel die Partie endgültig auf 2:3. Dass der Vorsprung am Ende hielt, führte Grandl ebenfalls an: "Am Schluss haben wir durch unseren Tormann 'Richi' die drei Punkte festgehalten und mit nach Hause genommen, diese Reaktion war wirklich top und ich bin mir nicht sicher, ob diesen Ball in dieser Liga ein anderer Tormann hält."
So wichtig die drei Punkte aus Admira-Sicht auch waren, Grandl wollte nach dem Schlusspfiff nichts schönreden. "Alle haben gewusst: Die erste Halbzeit war ab der 20. Minute definitiv zu wenig", sagte er und lobte gleichzeitig, dass nach der Pause jeder "noch das eine oder andere Prozent rausgeholt" habe. Genau diese geschlossene Reaktion sei mit der vorhandenen Qualität dann entscheidend gewesen. Trotzdem sieht der Trainer noch genug Arbeit vor sich. "Wir sind noch lange nicht dort, wo wir hinwollen", stellte Grandl klar. Er sprach von guten Phasen, aber auch von Abschnitten, "die uns als Trainerteam überhaupt nicht gefallen haben". Respekt hatte er nach dem Spiel auch für den Gegner. Winzendorf sei "eine sehr junge, hungrige Mannschaft", habe viel Tempo über die Außen und einen engagierten Trainer. Wenn die Mannschaft zusammenbleibe, dann werde sie "in der nächsten Spielzeit ganz vorne mit dabei" sein. Positiv bewertete Grandl auch die Spielleitung: "Über die Schiedsrichterleistung kann man eigentlich nur positiv sprechen, man sah auch, was ein engagierter Assistent an der Linie ausmacht." Für die Admira bleibt damit ein Auswärtssieg, der im Ergebnis viel wert ist, in der Analyse aber ebenso klar zeigt, dass diese Mannschaft noch nicht am Ende ihrer Entwicklung angekommen ist.