In der 2. Klasse Thayatal hat der TSV Irnfritz gegen die SG Burgschleinitz/Straning einen 1:3-Rückstand noch in einen 4:3-Heimsieg verwandelt. Trainer Peter Bauer sprach nach dem wilden Abend von einem glücklichen, am Ende aber auch verdienten Erfolg. Vor allem nach dem Anschlusstreffer zum 2:3 sei bei seiner Mannschaft der Glaube zurückgekehrt und genau dieser Glaube trug Irnfritz durch eine starke Schlussphase.

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Für Bauer begann die Partie eigentlich so, wie er es sich vorgestellt hatte. „Wir sind super ins Spiel gekommen. Die ersten zehn Minuten waren wir sehr griffig und sehr aggressiv“, sagte der Irnfritz-Trainer. Diese gute Anfangsphase hielt aber nicht durchgehend an. Nach rund zehn Minuten ließ seine Mannschaft nach, der Gegner fand besser in die Partie und nutzte diese Phase auch. In der 19. Minute brachte Marek Prikry die Gäste mit 1:0 in Führung, ein Rückstand, den Bauer zu diesem Zeitpunkt sogar als nicht unverdient bezeichnete. Irnfritz brauchte danach ein paar Minuten, fing sich aber wieder. Nach etwa 25 Minuten kam mehr Ordnung ins eigene Spiel, und in der 28. Minute stellte Vojtech Preucil nach einer gelungenen Kombination auf 1:1. Für Bauer passte das Pausenergebnis deshalb auch ins Bild: „Das 1:1 zur Pause war verdient.“
Nach dem Seitenwechsel erwischte Irnfritz allerdings keinen guten Start. Bauer sagte offen, dass seine Mannschaft auch in dieser Phase nicht sauber genug verteidigte. In der 55. Minute traf Jan Benes zum 1:2, wobei der Trainer von einem Eigenfehler seiner Elf sprach. Noch schwieriger wurde es dann in der 67. Minute, als Simon Schön nach einer Standardsituation das 1:3 für Burgschleinitz erzielte. Auch diesen Treffer ordnete Bauer klar ein: „Das sollte nicht passieren. Das müssen wir besser verteidigen.“ Genau in dieser Phase lag aus seiner Sicht aber auch der entscheidende Moment des Abends. Burgschleinitz hatte nach dem 3:1 die Möglichkeit, auf 4:1 zu stellen, ließ diese Chance aber ungenutzt. Fast im Gegenzug verkürzte Irnfritz in der 72. Minute durch Preucil auf 2:3. „Das war der Knackpunkt“, sagte Bauer. „Ab dem 2:3 haben alle Spieler am Platz wieder daran geglaubt, dass wir das Spiel drehen können, zumindest noch ein Unentschieden holen können.“
Mit dem Anschlusstreffer kippte das Spiel aus Sicht der Gastgeber noch einmal komplett. Bauer hob dabei vor allem den körperlichen Zustand seiner Mannschaft hervor. „Wie schon so oft in der Saison sind wir körperlich wieder marschiert bis zum Schluss“, sagte er. Dieses Nachsetzen brachte Irnfritz tatsächlich zurück. In der 84. Minute gelang David Vacek mit einer schönen Einzelaktion der Ausgleich zum 3:3. Und damit war noch nicht Schluss. In der 89. Minute fiel nach einem Eckball sogar noch das 4:3, Pavel Chalupa setzte den entscheidenden Kopfball. Gerade dieses Siegtor schilderte Bauer mit einem kleinen Schmunzeln: „Das war eigentlich gar kein guter Eckball. Der war lang in der Luft, da hat man nicht gedacht, dass da was passiert. Aber unser Pavel hat sich super raufgeschraubt und einen super Kopfball gemacht.“ Dass seine Mannschaft einen Zwei-Tore-Rückstand in so kurzer Zeit noch drehte, machte den Abend für ihn besonders. „Wenn du bis zur 72. Minute mit zwei Toren hinten bist und dann innerhalb von 20 Minuten das Match drehst, was Schöneres gibt es für eine Mannschaft fast nicht.“
So zufrieden Bauer mit Moral und Ergebnis war, so klar sprach er die Schwächen des Abends auch an. Vor allem im Defensivbereich habe seine Mannschaft im Vergleich zur Vorwoche Probleme gehabt. Irnfritz sei über weite Strecken nicht kompakt genug gewesen, und genau das habe den Gästen geholfen. Auch Burgschleinitz bekam vom Trainer ein ordentliches Zeugnis. „Vor allem in der Offensive haben sie sehr viel Qualität“, meinte Bauer und verwies darauf, dass der Gegner das Irnfritzer Pressing phasenweise gut überspielt habe. Auf der anderen Seite sah er aber auch genug Möglichkeiten für seine Mannschaft. Vor allem in der ersten Hälfte seien mehrere Abschlüsse da gewesen, die nicht präzise genug waren. „Da müssen wir einfach kälter sein. Da müssen wir konzentrierter sein“, sagte Bauer. Trotz aller Kritik blieb unterm Strich aber das Entscheidende stehen: Die drei Punkte blieben in Irnfritz, und mit dem 4:3 behauptet der TSV auch nach der achten Runde die Tabellenführung.