In der 2. Klasse Thayatal hat USC W4 Bau Mallersbach dem TSV Irnfritz lange alles abverlangt, am Ende setzte sich der Tabellenführer aber mit 5:3 durch. Trainer Peter Bauer sah den Unterschied vor allem in der Reaktion seiner Mannschaft: Nach jedem Rückschlag kam sofort die passende Antwort, dazu war Irnfritz nach der Pause aggressiver und bei den ersten wie zweiten Bällen klar besser.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Der Beginn war aus Sicht der Gäste alles andere als rund. Bauer sagte offen: "Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen. Wir waren zu passiv und haben nicht hoch genug attackiert, so wie wir es eigentlich vorhatten." Dazu kamen laut dem Trainer die Abstände, die in der ersten Hälfte nicht passten. "Die Abwehr war zu tief, die Offensive zu weit vorne und in der Mitte hatten wir teilweise ein zu großes Loch", schilderte er. Mallersbach nutzte das in der 14. Minute zur Führung, als Adam Prudik das 1:0 erzielte. Irnfritz kam danach immerhin zu einigen Halbchancen und traf vor der Pause auch die Latte. Der Ausgleich fiel dann in der 35. Minute durch Michael Winkler nach einer eintrainierten Standardsituation. Bauer sprach von einem "sehr schönen" Treffer, und tatsächlich war das für seine Mannschaft der Einstieg in eine bessere Phase. Von da an wirkte Irnfritz griffiger, gewann mehr zweite Bälle und hatte auf dem schwierigen Platz in Mallersbach mehr Zugriff. Noch vor dem Seitenwechsel drehte der Tabellenführer die Partie, als Christof Rauscher in der 45. Minute zum 2:1 traf. Für Bauer war das "zu dem Zeitpunkt auch ein verdienter Pausenstand".
Nach dem Wechsel sah der Irnfritz-Trainer seine Mannschaft zunächst weiter verbessert. "Wir sind nach der Pause besser aus der Kabine gekommen", sagte Bauer. Trotzdem stand es in der 56. Minute plötzlich wieder 2:2, weil Mallersbach durch Radek Bihari zurückkam. Der Coach erklärte die Szene aus seiner Sicht so: "Wir waren in der Vorwärtsbewegung, hatten einen leichten Fehler und dann ist der Innenverteidiger ausgerutscht. Das hat der Mallersbacher Stürmer eiskalt genutzt." Entscheidend war für ihn aber weniger das Gegentor selbst als die Reaktion darauf. Irnfritz ließ sich nicht aus dem Rhythmus bringen, attackierte höher und wurde druckvoller. In der 67. Minute brachte Vojtech Preucil die Gäste wieder mit 3:2 nach vorne, Bauer sprach dabei von einem "wunderschönen Tor". Lange hielt die Führung allerdings erneut nicht, weil Mallersbach in der 74. Minute durch einen von Radek Bihari verwandelten Strafstoß zum 3:3 kam. Bauer hatte dazu eine klare Meinung: "Von unserer Seite war der Elfmeter sehr fragwürdig. Wir alle haben keinen Elfmeter gesehen." Viel wichtiger war ihm aber, dass seine Mannschaft auch auf diesen Rückschlag wieder sofort reagierte. "In der zweiten Hälfte war wichtig, dass wir nach jedem Gegentor innerhalb von wenigen Minuten wieder eine Antwort gehabt haben", sagte er.
Warum Irnfritz die Partie am Ende doch auf seine Seite zog, erklärte Bauer sehr deutlich über den Spielstil und die Gegebenheiten in Mallersbach. Der Platz sei dort "sehr schwer zum Bespielen", dazu gebe es "extrem viele hohe und weite Bälle". Genau in diesem Bereich sah er seine Mannschaft stark. "Da waren wir heute extrem gut. Wir haben fast immer die ersten Bälle gehabt, und das war einfach entscheidend", meinte der Trainer. Vor allem nach der Pause passten aus seiner Sicht die Abstände deutlich besser. "Wir waren dann nicht mehr so weit auseinander", sagte Bauer, und genau dadurch seien auch offensiv Räume aufgegangen, die in der ersten Halbzeit kaum da gewesen seien. Mallersbach blieb für ihn trotzdem unangenehm. "Sie waren immer gefährlich. Auf dem kleinen Platz braucht es nicht viel. Ein Fehler da, ein kleiner Fehler dort, und du stehst vorm Tor", sagte der Irnfritz-Coach. Während er die erste Hälfte noch als eher ausgeglichen einstufte, sah er seine Elf nach dem Wechsel als das spielbestimmende Team. Einzelaktionen der Gastgeber habe es zwar weiterhin gegeben, über weite Strecken aber hatte Irnfritz mehr vom Spiel.
Den entscheidenden Stich setzte Irnfritz in der 79. Minute. Michael Winkler traf zum 4:3, nachdem die Gäste laut Bauer einen schönen Spielzug zu Ende brachten. Der Trainer beschrieb das knapp, aber deutlich: "Ein Querpass in den Sechzehner und ein eiskalter Abschluss." Ganz entschieden war die Partie damit noch nicht, weil Mallersbach mit nur einem Tor Rückstand bis zum Schluss in Reichweite blieb. Irnfritz ließ in dieser Phase aber nichts mehr zu, war laut Bauer "extrem gut bei den ersten und bei den zweiten Bällen" und brachte die Führung sauber über die Zeit. In der Nachspielzeit machte Vojtech Preucil mit seinem zweiten Treffer zum 5:3 alles klar. Für Bauer war der Sieg nach dem Verlauf der zweiten Halbzeit "auch in der Höhe absolut in Ordnung", auch wenn er bei der Chancenverwertung noch Luft nach oben sah. "Da wäre mehr möglich gewesen", sagte er. Zum Schluss richtete er ein ausdrückliches Lob an sein Team: "Wir sind nach so vielen Rückschlägen immer wieder zurückgekommen, haben immer an uns geglaubt und nie aufgegeben." Genau das, so Bauer, zeichne seine Mannschaft seit Wochen aus. Als Tabellenführer nimmt Irnfritz also nicht nur drei Punkte mit, sondern auch das Gefühl, in einem wilden Auswärtsspiel immer wieder die passende Antwort gefunden zu haben.