Nach dem 3:2 bei der SG Hohenberg/St. Aegyd ordnet Anto Kovacevic, Coach des SC Inkasso Blum St. Pölten Union Landhaus, die Lage in der 2. Klasse Traisental ein: zufrieden mit der Reaktion seiner Mannschaft und dem deutlichen Chancenplus, erleichtert nach dem in Minute 97 gehaltenen Elfmeter, aber selbstkritisch, weil man die Partie früher hätte zumachen können. Tiefer Platz, körperbetonte Gastgeber – ab Mitte der ersten Halbzeit jedoch Kontrolle und Reife aufseiten der St. Pöltner: so sein Fazit nach einer intensiven Auswärtsschicht.

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Zu Beginn agierten die Gäste abwartend, Hohenberg/St. Aegyd suchte den frühen Zugriff. Zunächst lief jedoch vieles gegen St. Pölten: In der 17. Minute unterlief Atanas Tonkov ein Eigentor – 0:1 aus Sicht der Gäste. Noch vor der Pause kam die Antwort: Buwaisar Beschtuev traf in Minute 32 zum 1:1. Zur Halbzeit stand es 1:1, doch das Gefühl sprach da bereits für die Kovacevic-Elf, die laut ihrem Trainer das Zentrum und die Umschaltmomente immer besser kontrollierte und Hohenberg nach der Pause nur wenige Möglichkeiten ließ.
Der Wiederbeginn gehörte klar St. Pölten: Unmittelbar nach dem Seitenwechsel stellte Murat Kartal in der 48. Minute auf 2:1, ehe Sunny Alexandra in Minute 62 auf 3:1 erhöhte. Durch war das Match aber nicht. In der 87. Minute gelang Fabian Köberl der 3:2-Anschluss, und die Schlussphase wurde nervenaufreibend. Kovacevic brachte es auf den Punkt: „Das Chancenplus war klar auf unserer Seite. Wir hätten die Partie schon vorzeitig mit 4:1 entscheiden können – haben es nicht gemacht und es dadurch unnötig spannend werden lassen.“ Den alles entscheidenden Nervenkitzel gab es in Minute 97, als ein weiterer Strafstoß gegen seine Mannschaft gepfiffen wurde – der Torhüter parierte und sicherte den Auswärtssieg.
Der Rahmen passte zur Dramaturgie: ein sehr tiefer Platz, robuste Hohenberger – und doch fand St. Pölten die technische Antwort, um das Spiel über weite Strecken zu kontrollieren. Bei ruhenden Bällen gab es „nicht viele gefährliche Aktionen“, wie Kovacevic zusammenfasste, „die Standards wurden beidseitig gut wegverteidigt“. Zur Leitung meinte er: „Der Schiedsrichter hatte die Partie grundsätzlich im Griff und blieb seiner Linie treu. Der letzte Elfmeter gegen uns in der 97. war aus meiner Sicht eher ein Foul am Torhüter, aber es war eine 50:50-Entscheidung – am Ende war das Glück auf unserer Seite.“ Für die nächsten Aufgaben richtet der Trainer den Blick nach vorn: „Ich erwarte, dass meine Mannschaft weiterhin das abruft, was sie kann. Es wartet ein sehr guter, junger und lauffreudiger Gegner – eine offene Partie, hoffentlich mit einem besseren Ausgang für uns.”