Spielberichte

Peter Obritzberger (Trainer SC Schaubach Pyhra): „Wir haben den Sieg verschenkt“

SC Pyhra
SV Türnitz

In der 2. Klasse Traisental trennte sich der SC Schaubach Pyhra vom SV INDAT Türnitz mit 2:2 – und das nach einer 2:0-Führung der Hausherren. Pyhra hatte lange mehr vom Spiel, ließ aber nach dem Anschluss die Zügel aus der Hand. Trainer Peter Obritzberger sprach von „zwei verlorenen Punkten“, haderte mit verpassten Chancen – und mit einer späten Szene, die aus seiner Sicht nicht regulär war. Unterm Strich blieb ein Remis, das sich für die Gastgeber wie eine verpasste Gelegenheit anfühlte.

Nahaufnahme der Beine von Spielern beim Training

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Frühe Führung, Kontrolle bis zur Pause

Das Spiel begann für Pyhra nahezu ideal: Bereits in der 2. Minute stellte Jakob Bernhard auf 1:0. Die Führung gab Sicherheit, die Hausherren hatten mehr vom Spiel und blieben bis zur Pause das aktivere Team. „Es war ein typischer erster Sommerkick. Der Gegner war sehr defensiv eingestellt, wir waren bis zur Pause spielbestimmend“, fasste Peter Obritzberger zusammen. Türnitz lauerte auf Umschaltmomente und hatte vor der Pause einen gefährlichen Konter, den Pyhras Tormann Julian Balzer stark entschärfte. „Julian hat das sehr gut gemacht“, lobte der Coach. Weil Pyhra vor dem Tor die letzte Konsequenz vermissen ließ, blieb es beim 1:0 zur Halbzeit – ein Zwischenstand, der den Spielanteilen entsprach, aber das Chancenplus der Heimischen nur unzureichend abbildete.

Bernhards Traumtor – und der Bruch nach dem Anschluss

Nach dem Seitenwechsel plätscherte die Partie eine Weile dahin. Pyhra kontrollierte, ohne zwingend zu werden, Türnitz kam kaum durch. Dann der Moment des Abends: In der 70. Minute schnürte Jakob Bernhard seinen Doppelpack – ein Treffer, der dem Trainer in Erinnerung bleiben wird. „Ein wirkliches Traumtor: von der eigenen Hälfte, dann im Sechzehner noch ein Haken und mit links ins Kreuzeck. Wunderbar“, schwärmte Obritzberger. Eigentlich die Vorentscheidung, dachte Pyhra. Doch Türnitz antwortete prompt: In der 73. Minute verkürzte Florian Zöchling auf 2:1, und das Momentum kippte. „Wir dachten, das war's. Leider waren wir in den letzten 15 Minuten unaufmerksam und müde“, so der Coach. Nur wenige Minuten später war Zöchling erneut zur Stelle (79.) – 2:2. Die Hausherren hatten das Spiel lange im Griff, brachten die Führung aber nicht über die Zeit.

Selbstkritik, Schiri-Ärger und ein klarer Arbeitsauftrag

Nach dem Schlusspfiff blieb Obritzberger selbstkritisch: „Wer 15 Minuten vor Schluss 2:0 führt und die bessere Mannschaft ist, sollte den Sieg nach Hause bringen. Wir haben den Sieg verschenkt.“ Vor allem die Phase nach dem 2:1 wurmte ihn: „Wir haben einem Gegner, der am Boden lag, wieder aufgeholfen.“ Gleichzeitig sprach er beim Ausgleich von einer aus seiner Sicht klaren Fehlentscheidung: „Das 2:2 war Abseits“, betonte er, fügte aber an: „Trotz allem sind wir selbst schuld, weil wir den Sack nicht zugemacht haben.“ Mit der eigenen Leistung war er grundsätzlich einverstanden – mit Einschränkungen: „Offensive und Defensive haben gut funktioniert. Unser Problem ist die Umschaltphase von offensiv nach defensiv. Das hat heute nicht gepasst, und das müssen wir verbessern.“

Über den Gegner fand er respektvolle Worte: Türnitz sei defensiv kompakt, routiniert und nach einem Spiel vor zwei Tagen sichtlich müde gewesen. In Sachen Spielleitung zeigte er sich unzufrieden: „Es war kein gehässiges Spiel, aber der Schiedsrichter hat sich zu sehr in den Vordergrund gestellt.“ Für Pyhra, aktuell Zweiter, bleibt das 2:2 gegen den Tabellenelften zwei verlorene Zähler – und ein klarer Auftrag für die Trainingswoche: mehr Konsequenz im Abschluss und sauberer umschalten.

2. Klasse Traisental: SC Pyhra : Türnitz - 2:2 (1:0)

  • 79
    Florian Zöchling 2:2
  • 73
    Florian Zöchling 2:1
  • 70
    Jakob Bernhard 2:0
  • 2
    Jakob Bernhard 1:0