In der 2. Klasse Traisental hat sich SG Annaberg/Lilienfeld II gegen SC Schaubach Pyhra lange teuer verkauft, am Ende nahmen aber die Gäste einen 3:2-Auswärtssieg mit. Nach dem 0:1 zur Pause drehte Pyhra die Partie kurz nach Seitenwechsel, musste den Ausgleich in Überzahl hinnehmen und entschied das Wechselbad laut Trainer Peter Obritzberger vor allem mit den besseren Umschaltsituationen.

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Obritzberger sprach nach dem Schlusspfiff von einem „Wechselbad der Gefühle“, und genau so hatte sich die Partie aus seiner Sicht auch entwickelt. Pyhra war nach seinen Worten ordentlich in die Begegnung gekommen und versuchte früh, mit hohem Pressing Druck zu machen. „Wir sind ganz gut ins Spiel gekommen, haben ein sehr hohes Pressing gespielt. Annaberg hat sich aber immer wieder befreien können“, sagte der Trainer. Gerade das imponierte ihm beim Gegner sichtbar. Die Gastgeber fanden spielerische Lösungen, hielten den Ball in schwierigen Situationen sauber und gingen in der 16. Minute durch Srdjan Savic mit 1:0 in Führung. Dieser Treffer spielte Annaberg in die Karten, weil Pyhra danach bis zur Pause nicht mehr ganz so sicher wirkte. „Bis zur Pause waren wir ziemlich unsicher“, brachte es Obritzberger auf den Punkt. So ging es mit einem knappen, aber für die Hausherren durchaus passenden 1:0 in die Kabinen.
Der Knackpunkt aus Sicht der Gäste kam dann unmittelbar nach Wiederbeginn. Obritzberger griff in der Pause ein und veränderte sein System. „In der Pause habe ich umgestellt und das System ein bisschen geändert. Wir sind sofort zurückgekommen“, erklärte er. Genau das war am Spielstand auch schnell abzulesen. Christoph Hagenauer traf in der 47. Minute per Freistoß zum 1:1, ein Treffer, den der Pyhra-Coach auch wegen der Platzverhältnisse und der tief stehenden Sonne besonders einordnete. „Das war ein schön gedrehter Freistoß von Hagenauer. Die tief stehende Sonne hat den Tormann sehr behindert“, sagte er. Nur eine Minute später sah Annabergs Ugur Altinbas Rot, Pyhra spielte damit in Überzahl weiter, und in der 53. Minute legte Jaroslav Hrdina das 2:1 nach. Für die Gäste war das jene Phase, in der die Partie klar auf ihre Seite kippte.
Ganz so einfach, wie es die Minuten nach der Pause zunächst vermuten ließen, wurde es für Pyhra dann aber nicht. Trotz Unterzahl blieb Annaberg im Spiel und zeigte laut Obritzberger gerade fußballerisch weiter starke Qualitäten. „Annaberg hat gezeigt, wie gut sie spielerisch wirklich sind. Sie haben den Ausgleich in Unterzahl geschossen und waren dem Tor vielleicht sogar näher als wir“, sagte der Trainer offen. In der 70. Minute belohnten sich die Gastgeber dafür mit dem 2:2 durch David Bogdanovic. Dass Annaberg auch mit zehn Mann nicht einbrach, passte zu jener Einschätzung, die der Pyhra-Coach dem Gegner insgesamt gab. Er nannte die Mannschaft „technisch sehr, sehr versiert“ und sprach sogar von einer „Bereicherung in unserer Liga“. Für Pyhra wurde aus der scheinbar kontrollierten Ausgangslage damit wieder eine offene Schlussphase.
Entschieden wurde die Partie schließlich doch noch zugunsten der Gäste, und zwar auf jene Art, die Obritzberger nach dem Spiel als den größten Unterschied zwischen beiden Teams herausstrich. In der 82. Minute machte Patrik Bachtrögler das 3:2 für Pyhra, laut Trainer nach einer Umschaltsituation gegen hoch stehende Gastgeber. „Die Umschaltsituationen waren das Wichtigste. Da waren wir ein bisschen griffiger, da waren wir ein bisschen besser“, sagte Obritzberger. Auch körperlich sah er sein Team im Vorteil. „Ich glaube auch, dass wir körperlich ein bisschen über Annaberg gestanden sind.“ So brachte Pyhra den Auswärtssieg über die Zeit und steht nach sieben Runden bei zehn Punkten, während Annaberg bei sieben Zählern hält. Dass die Partie trotz der Roten Karte nicht aus dem Ruder lief, hob der Trainer ebenfalls hervor: „Die Schiedsrichterleistung war okay, es gab keine strittigen Situationen.“