Nach dem umkämpften Duell in der 2. Klasse Triestingtal zwischen dem heimstarken FCM Traiskirchen KM II und dem kompakten SC Günselsdorf zeichnet Trainer Ayoub Boutarbouch ein klares Bild: frühe Kontrolle, viele vergebene Chancen – und ein Gegner, der in der Schlussphase den Zähler erkämpfte. Er lobt die Reife seiner Youngsters, hadert mit der Effizienz vor dem Tor und betont Ruhe sowie Mentalität als Schlüssel. Das Remis fühlt sich für ihn nach verpassten Möglichkeiten an – trotz mancher starker Momente.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Traiskirchen bestimmte über weite Strecken das Geschehen. „In der ersten Halbzeit haben wir die Partie klar dominiert und uns sehr viele Chancen erarbeitet“, so Boutarbouch. Der Lohn kam früh: In der 8. Minute verwertete Harald Hauser nach einem Eckball zum 1:0. Eigentlich, sagt der Coach, hätte sein Team zur Pause „2:0 oder 3:0 führen müssen“. Exemplarisch dafür steht eine Szene um die 25. bis 30. Minute, als Gal Korosec im Eins-gegen-eins neben das Tor zielte – der Keeper lag bereits am Boden. Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie offen; die Hausherren erspielten sich erneut gute Möglichkeiten, doch die letzte Konsequenz fehlte. Besonders bitter: Um die 79. oder 80. Minute liefen die Traiskirchner zu zweit auf den Tormann zu, doch auch diese Großchance blieb ungenutzt.
Bis etwa zur 60. bis 65. Minute sah Boutarbouch sein Team am Drücker, dann kippte die Dynamik. In diese Phase fiel der Ausgleich: In der 66. Minute traf Filip Jandrijevic zum 1:1. Der Coach attestiert dem Gegner einen starken Auftritt in der Schlussphase: Günselsdorf habe die eigenen Stärken konsequent ausgespielt, die Schwächen der Traiskirchner genutzt und mit großem Einsatz den Punkt erzwungen – und entsprechend gefeiert. Zugleich betont Boutarbouch, dass beide Seiten den Sieg auf dem Fuß hatten.
Diskussionen um den Unparteiischen blieben aus – im Gegenteil: „Der Schiedsrichter hat sehr gut gepfiffen, fair für beide Mannschaften“, sagt Boutarbouch. Inhaltlich richtet er den Blick auf mentale Aspekte und die Entwicklung seiner jungen Truppe: Die Spieler müssten in Ruhe bleiben und „ohne Angst, ohne Druck“ auftreten – unabhängig davon, ob man ein Tor kassiert, eines erzielt oder es unentschieden steht. Bei Standards sah er klare Vorteile bei seinem Team; der Führungstreffer nach Eckball unterstreicht das. In den Einzelkritiken hebt er vor allem seine Abwehrreihe hervor, beim Gegner fiel ihm ein sehr auffälliger, junger Offensivspieler auf. Sein Gesamtfazit schwankt zwischen Zufriedenheit über die Entwicklung und Ärger über den verpassten „Dreier“: Unterm Strich steht ein 1:1, das Günselsdorf feierte – und das Traiskirchen als Ansporn versteht, an Effizienz, Ruhe und Konsequenz zu feilen.