Spielberichte

„Es kratzt am Herzen, aber das ist Fußball“ – Boutarbouch verabschiedet sich aus Traiskirchen II

FCM Traiskirchen KM II

In der 2. Klasse Triestingtal hat der FCM Traiskirchen KM II eine Saison mit vielen Ausschlägen hinter sich gelassen. Am Ende steht Rang neun und ein ehrliches Fazit von Coach Ayoub Boutarbouch. Er lobt die Entwicklung seiner jungen Truppe, benennt aber auch die schwächere Rückrunde und Verletzungssorgen. Zugleich verkündet er seinen Abschied – ein Schritt, der ihm nahegeht, den er aber mit Respekt und Dank an Verein und Mannschaft verbindet.

Mann hält Anzeigetafel, die eine Nachspielzeit von sieben Minuten anzeigt

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Zwischen Topstart und Durststrecken: Traiskirchens Saison in Kurven

Traiskirchen II erwischte einen starken Auftakt und stand nach der ersten Runde sogar ganz oben, pendelte danach aber zwischen Spitze und Mittelfeld. Die Platzierungen spiegeln die Berg- und Talfahrt wider: von 1 über 2 ging es früh zurück, zeitweise bis ins zweistellige Feld, später wieder heran – zwischendurch sogar auf Rang fünf, ehe es am Ende Platz neun wurde. Ayoub Boutarbouch findet dafür deutliche Worte: „Die Hinrunde war besser als die Rückrunde.“ Aus seiner Sicht spielte auch die Zielsetzung hinein: „Wir hatten etwas geplant, das hat so nicht funktioniert. Als wir gesehen haben, dass wir hier nicht mehr aufsteigen können, war es einfach zu wenig – aber ich bin zufrieden.“ Der Trainer wollte den Fokus auf Entwicklung legen und bekam eine Mannschaft, die laut ihm „viel mitgenommen hat“ und sich über die Monate sichtbar gesteigert hat.

Gute Kabine, harte Realität: Stimmung, Verletzungen und Lernschritte

Im Inneren der Mannschaft blieb die Stimmung stabil, auch als die Ergebnisse nicht mehr so wollten. „In der Kabine ist es noch immer lustig, mit Spaß an allem“, sagt Boutarbouch. Gleichzeitig macht er keinen Hehl daraus, dass die Tabelle wehtat: „Von den Resultaten her sind wir ein bisschen traurig. Wir hätten uns schon gewünscht, von Platz eins bis fünf reinzurutschen – aber das ist Fußball.“ Er verweist auf die vielen Ausfälle: „Es gab viele Verletzte und vieles hat einfach nicht gepasst.“ Trotz allem stellt er die Entwicklung über Einzelnamen: „Ich kann keinen herausheben. Die jungen Spieler haben es positiv aufgenommen, die ganze Mannschaft ist besser geworden. Ich bin zufrieden.“ Dass der Weg holprig war, ist unbestritten – die Gruppe sei gewachsen, habe gelernt, mit Rückschlägen umzugehen und dennoch zusammenzubleiben.

„Ich bin nicht mehr Trainer dort“: Ein Abschied mit Dank und Wehmut

Die größte Nachricht kommt zum Schluss seiner Bilanz: „Ich bin nicht mehr der Trainer dort.“ Boutarbouch hat den Klub bereits informiert und spricht von einem respektvollen Miteinander: „Wir haben mit dem Obmann geredet. Der Verein war mit meiner Arbeit zufrieden. Es war ein super Verein, ich habe viel gelernt und viel gemacht.“ Er vermeidet Spekulationen über den weiteren Kader und verweist auf die Übergabe: „Ich weiß nicht, wie es weiter funktioniert. Dazu kann ich nichts sagen.“ Dass ihm der Abschied nahegeht, verschweigt er nicht: „Das kratzt mir schon am Herzen, aber das ist Fußball.“ Zum Schluss richtet er einen Gruß an Mannschaft und Umfeld: „Ich wünsche dem Verein nur viel Glück und alles Gute.“ Worte, die zeigen, dass die Trennung menschlich nicht leichtfiel.

Worauf der Nachfolger bauen kann – und was bleiben wird

Mit 32 Punkten aus 24 Spielen hat Traiskirchen II eine solide Basis geschaffen, auf der der neue Trainer aufbauen kann. Die Saisonkurve zeigt, dass Spitzenleistungen möglich sind, Konstanz aber den Unterschied macht. Boutarbouch ordnet den Maßstab knapp ein: „Die Mannschaft, die aufgestiegen ist, war die beste.“ Das Ziel für die nächste Spielzeit liegt auf der Hand: die gute Kabinenkultur in mehr Zählbares ummünzen, Verletzungsphasen besser abfedern und länger an den Toprängen dranbleiben. Konkrete Personalthemen lässt der scheidende Coach bewusst offen: „Lassen wir das offen, dazu kann ich nichts sagen.“ Was bleibt, ist seine Handschrift: eine junge Truppe, die gelernt hat, sich zu wehren, und ein fairer Abschied, der Platz für einen frischen Anlauf lässt.