Zum Auftakt der 2. Klasse Triestingtal hat der SC Günselsdorf beim SC Alland mit 3:0 gewonnen und damit einen gelungenen Start hingelegt. Ganz zufrieden war Trainer Adhurim Sahitaj danach aber nicht, weil ihn vor allem eine längere Phase vor der Pause störte. Der Sieg sei hervorragend, sagte der Coach, doch gerade die schwächeren zwanzig Minuten seiner Mannschaft dürften "absolut nie vorkommen".

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Der Start von SC Günselsdorf war aus Sicht des Trainers genau so, wie er sich das vorgestellt hatte. "Die ersten fünfundzwanzig Minuten waren wir absolut dominant, haben gut herausgespielt, Chancen gehabt und gute Aktionen gehabt", sagte Adhurim Sahitaj. In diese Phase fiel auch das frühe 0:1 durch Marko Filkovic in der 8. Minute, das der Trainer als "absolut verdient" einordnete. Danach kippte die Partie zwar nicht beim Spielstand, aber im Auftreten von SC Günselsdorf deutlich. Sahitaj sprach sehr offen darüber, dass seine Mannschaft zwischen Minute 25 und 45 "absolut nicht da" gewesen sei. Vor allem die leichten Ballverluste im Aufbau gefielen ihm überhaupt nicht. SC Alland habe dadurch Möglichkeiten bekommen, auch wenn Sahitaj betonte, dass der Gegner über die gesamten 90 Minuten keine wirkliche Hundertprozentige gehabt habe. Trotzdem war ihm klar: So eine Phase will er bei seiner Mannschaft nicht öfter sehen.
Dass SC Günselsdorf am Ende so klar gewann, hatte für den Trainer viel mit der Pause zu tun. Schon dort habe er gespürt, dass sich die Partie wieder in die richtige Richtung drehen könne. "In der Kabine mussten wir trotz Führung ein paar ehrliche Wörter reden", erzählte Adhurim Sahitaj. Nach dem Seitenwechsel sei dann "ein komplett anderes Bild" zu sehen gewesen. Der Trainer sprach von mehr Biss, mehr Ruhe am Ball und mehr Ordnung im Spielaufbau. Genau das habe er erwartet. Zur Pause stand es noch 0:1, doch in der zweiten Hälfte legte SC Günselsdorf nach. Lukas Sabol erhöhte in der 68. Minute auf 0:2, Marko Filkovic machte in der 84. Minute mit seinem zweiten Treffer den 3:0-Endstand fix. Spätestens nach dem 0:2 war die Sache für Sahitaj "eigentlich fast erledigt". Dass danach sogar noch mehr möglich gewesen wäre, verschwieg er ebenfalls nicht: Zwei oder drei weitere Tore seien aus seiner Sicht noch drinnen gewesen.
Auch abseits der drei Tore war aus den Aussagen des Trainers klar herauszuhören, worauf er bei seiner Mannschaft besonders schaut. Mit der kämpferischen Seite war Adhurim Sahitaj zufrieden. "Wir waren kämpferisch absolut da, haben jeden Zweikampf angenommen. Läuferisch waren wir da, taktisch waren wir da", sagte er. Gerade deshalb ärgerte ihn die Phase vor der Pause umso mehr. Denn der eigentliche Schwachpunkt lag für ihn nicht im Einsatz, sondern im Spiel mit dem Ball. "Der Spielaufbau hat heute ein bisschen gestockt, und das sind wir nicht gewohnt, weil wir eine Mannschaft sind, die Fußball spielt", meinte der Trainer. Dazu kam für ihn noch ein weiterer Punkt: die Präzision im letzten Pass. Außerdem sprach er an, dass SC Günselsdorf im Abschluss noch sauberer werden müsse, um ein Spiel früher zu entscheiden. "Wir haben Chancen liegen lassen. Dass wir das Match vielleicht früher töten, wäre nicht schlecht", brachte er es auf den Punkt.
Bei aller Kritik an den eigenen Schwankungen rückte Adhurim Sahitaj auch den Gegner in ein passendes Licht. SC Alland sei "ein sehr, sehr guter Gegner", sagte der Trainer, und verwies auf die robuste Mitte sowie auf die spielerische Qualität des Heimteams. Für die Saison erwartet er SC Alland im oberen Tabellenmittelfeld, zugleich hielt er aber fest: "Heute waren sie chancenlos." So blieb unter dem Strich ein rundum gelungener Nachmittag für SC Günselsdorf, auch wenn der Trainer bewusst nicht in Jubel verfiel. Ein 3:0 auswärts zum Auftakt sei "hervorragend", sagte Sahitaj, schob aber sofort nach, dass diese Mannschaft "viel, viel mehr" könne. Genau darin liegt nach Runde eins wohl die eigentliche Botschaft dieses Auftritts.