In der 2. Klasse Triestingtal hat sich 1. SC Sollenau am Freitagabend gegen FCM Traiskirchen II mit 2:4 geschlagen geben müssen. Zur Pause lagen die Gäste bereits 2:0 vorne, mussten nach dem Seitenwechsel aber noch einmal arbeiten. Trainer Alexander Deyer sah den Schlüssel nicht nur in den Toren, sondern vor allem darin, dass seine junge Mannschaft in einem kampfbetonten Spiel dagegenhielt und nach den Gegentreffern immer wieder die passende Antwort fand.

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Der Beginn war aus Sicht der Gäste noch kein Selbstläufer. Deyer schilderte, dass seine Mannschaft die ersten zehn bis fünfzehn Minuten gebraucht habe, um wirklich in der Partie anzukommen. „Es war von Beginn an ein kampfbetontes Spiel. Wir haben die ersten zehn, fünfzehn Minuten ein bisserl gebraucht, dass wir ins Spiel reinkommen, dass wir die Zweikämpfe auch annehmen“, sagte der Trainer. Genau dieser Punkt zog sich durch seine Analyse. Als Traiskirchen die Intensität angenommen hatte, kippte das Spiel zunehmend in die eigene Richtung. In der 27. Minute brachte Daniel Trost die Gäste mit 1:0 in Führung, nur vier Minuten später legte Felix Riegler das 2:0 nach. Für Deyer waren diese Minuten entscheidend, weil seine Mannschaft damit nicht nur die Führung hatte, sondern auch Ruhe ins eigene Spiel bekam. „Mit dem ersten Tor beziehungsweise mit dem schnellen zweiten Tor danach haben wir dann an und für sich ein bisserl Ruhe in unser Spiel gebracht“, erklärte er. Dass Traiskirchen mit diesem Polster auch in die Pause ging, passte für den Trainer zum Ablauf: Nach der schwierigen Anfangsphase hatte sein Team die Partie vorerst in den Griff bekommen.
Ganz abgeschlossen war die Sache damit aber nicht. Auch nach dem Seitenwechsel sah Deyer zunächst eine Phase, in der seine Mannschaft wieder ein paar Minuten brauchte. „Nach der Pause haben wir wieder die ersten zehn, fünfzehn Minuten gebraucht, um ins Spiel zu kommen. Da haben wir dem Gegner ein bisserl zu viel Raum gelassen“, sagte er. Diese Phase nutzte Sollenau in der 52. Minute zum Anschlusstreffer durch Samed Özmen, und damit war die Partie wieder offen. Deyer betonte allerdings, dass genau hier die Stärke seiner Mannschaft sichtbar geworden sei. Traiskirchen blieb nicht stehen, sondern arbeitete weiter. In der 68. Minute stellte Alexander Plasser auf 3:1, doch auch das brachte noch keine endgültige Entscheidung. Sollenau verkürzte in der 81. Minute durch Daniel Hardt erneut auf 2:3 und machte die Schlussphase noch einmal eng. Der Trainer hob gerade diesen Umgang mit den Rückschlägen hervor: „Entscheidend war, dass wir, nachdem wir die Gegentreffer zum 1:2 und zum 2:3 erhalten haben, trotzdem drangeblieben sind.“ Den Schlusspunkt setzte schließlich Sebastian Deyer mit dem 4:2 in der 90. Minute. Damit hatte Traiskirchen jene „richtige Antwort“ gefunden, von der der Coach im Rückblick sprach.
Besonders zufrieden war Deyer mit der Art, wie seine Mannschaft das Spiel angenommen hat. Er sprach von einem Gegner, der „sehr aggressiv in den Zweikämpfen“ gewesen sei und über diese Härte und Intensität ins Spiel kommen wollte. Dazu kam laut Deyer viel Tempo über die Seiten, was seine Elf immer wieder gefordert habe. Umso höher bewertete er die Reaktion seiner jungen Truppe. „Die größte Stärke war im Prinzip, dass wir uns nicht einschüchtern lassen haben vom Gegner“, sagte er. Und er wurde noch deutlicher: „Die jungen Burschen haben diese Zweikämpfe sehr gut angenommen und haben dagegengehalten.“ Genau daraus leitete der Trainer letztlich auch den Sieg ab. Ganz ohne Ansatzpunkte für weitere Arbeit wollte er den Abend aber nicht abhaken. Trotz der vier Tore und der drei Punkte sieht er noch Luft nach oben, gerade was Ruhe und Spielkontrolle in manchen Phasen betrifft. „Es wäre gut, wenn wir vielleicht ein bisserl mehr Ruhe in unser Spiel bringen, dass wir das Spiel beruhigen und vielleicht eine Spur sicherer nach Hause bringen“, meinte Deyer. Auch zur Leitung der Partie fand er einen nüchternen Ton. Spielentscheidende strittige Szenen habe es aus seiner Sicht nicht gegeben, allerdings hätte der Schiedsrichter bei manchen Fouls „schon früher mal zu einer Karte greifen“ können.
Unterm Strich steht für Traiskirchen II ein Auswärtssieg, der nicht nur wegen des Ergebnisses, sondern auch wegen seines Verlaufs Gewicht hat. Die Gäste führten zur Pause 2:0, ließen Sollenau nach dem Wechsel aber noch zweimal herankommen und mussten bis in die Schlussphase konzentriert bleiben. Gerade deshalb dürfte der Erfolg für den Trainer wertvoll sein, weil seine Mannschaft nicht auseinandergefallen ist, sondern immer wieder nachgelegt hat. Deyer sprach davon, dass der Gegner seinem Team „alles abverlangt“ habe und die Aufgabe vor allem über die Außenbahnen schwierig gewesen sei. Dass Traiskirchen diese Phasen „bravourös gemeistert“ habe, war für ihn die zentrale Erkenntnis des Abends. Mit dem 4:2 nimmt der FCM drei Punkte aus Sollenau mit und bleibt in der Tabelle vorne dabei. Für die kommenden Runden wird es nun darum gehen, die gezeigte Widerstandsfähigkeit mitzunehmen und jene Ruhe ins Spiel zu bringen, die sich der Trainer trotz des Erfolgs noch wünscht.