Spielberichte

„Wir wollen wieder näher zur Gemeinde rücken“: Sebastian Wandl über den Neustart beim SC Traismauer

SC Traismauer

In der 2. Klasse Wachau/Donau versucht Sebastian Wandl mit dem SC Traismauer eine sportlich wie strukturell anspruchsvolle Phase zu meistern. Nach einer schwierigen Hinrunde und zuletzt drei Niederlagen in Serie gegen ESV Krems, SV St. Andrä-Wördern und SK Tulbing liegt der Fokus nun auf Stabilität, Fitness und Zusammenhalt. Wandl, der den Verein unter herausfordernden Bedingungen führt, spricht offen über die finanzielle Situation, Verletzungen, personelle Umbrüche und den inneren Neustart seiner Mannschaft. Trotz aktuell Platz zwölf in der Tabelle und nur sechs Punkten aus zwölf Spielen zeichnet sich ein Aufbruch ab, bei dem sportliche und emotionale Werte gleichermaßen zählen: „Wir wollen wieder näher zur Gemeinde rücken.“

Mehrere Paar Trainingsschuhe stehen am Spielfeldrand neben der Bande

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Herausforderungen und Aufbruchsstimmung

Wandl beschreibt die erste Saisonhälfte als arbeitsintensiv: Der Kader wurde bewusst verkleinert, um finanziell handlungsfähig zu bleiben. „Die finanzielle Situation ist nicht einfach, aber wir haben die erste Halbrunde gut überstanden“, betont er. Verbesserungsbedarf sieht er vor allem in der Defensive sowie in der Chancenverwertung.

Trotz schwieriger Wochen bleibt der Teamgeist im Verein stark: „Die Stimmung ist überraschend gut, wir sind alle zusammengerückt.“ Mit einem neuen Vorstand, der laut Wandl frischen Schwung bringt, will Traismauer wieder stärker in der Gemeinde sichtbar sein. Das Motto: Nähe schaffen, Präsenz zeigen, Vertrauen zurückgewinnen – etwa durch lokale Veranstaltungen und Engagement vor Ort.

Kaderveränderungen und Rückschläge

Sportlich musste der Klub schmerzhafte Verluste verkraften: Ein Leistungsträger verließ den Verein im Winter. Gleichzeitig sollen drei junge Spieler aus Ungarn den Kader perspektivisch verstärken. Wandl erklärt: „Sie trainieren bereits mit, wir warten noch auf die endgültige Bestätigung des Verbands.“

Der Trainer selbst wurde vom Pech getroffen: Nach einem Kreuzbandriss verkündete er im Winter sein Karriereende als Spielertrainer und fokussiert sich nun voll auf die Coaching-Rolle. Verletzungen – von einem zu Saisonbeginn erlittenen Fußbruch bis hin zu Knöchelproblemen bei einem Flügelspieler – prägten die Hinrunde spürbar. „Wir konnten in manchen Phasen körperlich einfach nicht mithalten“, bilanziert Wandl, der hofft, dass sein Team nun wieder die nötige Physis aufbauen kann.

Zusammenhalt, Erinnerung und sportlicher Ausblick

Trotz der sportlichen Herausforderungen hebt Wandl das außerordentliche Mannschaftsgefüge hervor. Das Team habe nach dem Tod des früheren Trainers schwere emotionale Last getragen und zugleich beachtlichen Kampfgeist bewiesen. „Wir denken noch jede Woche an ihn“, sagt Wandl nachdrücklich. Besonders lobt er die mentale Stärke seiner Spieler: Sie seien als Gruppe über sich hinausgewachsen und hätten die schwierige Phase gemeinsam gemeistert. Seine Hoffnung für die Rückrunde: mehr offensive Durchschlagskraft. „Wir haben in der Offensive zugelegt. Unsere größte Schwäche war das Toreschießen. Ich freue mich auf Offensivfußball – das kann den Ausschlag geben, damit Spiele künftig anders ausgehen.“

Als prägende Gegner nennt Wandl den USV Furth und den SC Hadersdorf, beide mit intensiver Spielweise und starkem Zusammenhalt. „Von Hadersdorf kann man sich diesen Teamgeist abschauen“, meint er. Den Trainer des USV Furth lobt er für dessen taktische Flexibilität. In Summe steht für Traismauer ein Neubeginn an, in dem Strukturen wachsen, junge Spieler sich entwickeln und der Verein wieder spürbar wird – auf und neben dem Platz.