In der 2. Klasse Wachau/Donau hat SC Traismauer am Freitagabend gegen SV Droß mit 5:1 gewonnen und dabei genau das geliefert, was Trainer Sebastian Braith sehen wollte: Dominanz über die gesamten neunzig Minuten. Nach dem 3:0 zur Pause ließ Traismauer auch danach nicht locker, legte noch zwei Treffer nach und setzte damit nach der Vorwoche in Zwentendorf ein deutliches Zeichen.
Für Braith war die Richtung der Partie schon sehr früh erkennbar. "Wir haben von Minute eins an keinen Zweifel daran gelassen, wer heute als Sieger vom Platz geht", sagte der Traismauer-Coach nach dem Spiel. Dass seine Mannschaft diese Ansage auch am Platz untermauerte, zeigte bereits die 5. Minute, als Sebastian Huber das 1:0 erzielte. Die Gastgeber blieben danach am Drücker und machten auch nach der Führung nicht weniger. Anton Paukovic stellte in der 38. Minute auf 2:0, in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erhöhte Nicolos Dzjalaganija auf 3:0. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hatte Traismauer die Partie fest in der Hand und ließ Droß laut Braith "nie richtig rankommen".
Bemerkenswert war aus Sicht des Trainers nicht nur die frühe Führung, sondern vor allem das Verhalten seiner Mannschaft danach. "Wichtig war für mich heute, dass die Mannschaft nie nachgelassen hat", betonte Braith. Genau das hatte ihm in der Vorwoche gefehlt, diesmal blieb seine Elf auch mit einem klaren Vorsprung aktiv und suchte weiter den Weg nach vorne. Dzjalaganija machte in der 61. Minute mit seinem zweiten Treffer das 4:0, kurz vor Schluss erhöhte Andras Olgyay noch auf 5:0. Das Gegentor von Michal Ondica in der Nachspielzeit änderte am Gesamtbild nichts mehr, auch wenn Braith das letzte Tor als "Slapstick" bezeichnete. Viel wichtiger war ihm, dass sein Team das Spiel nicht bloß verwaltete, sondern bis zuletzt nach vorne spielen wollte.
Den größten Unterschied sah Braith im Verhalten seiner Mannschaft gegen den Ball. "Wenn der Gegner den Ball hat, sind sofort zwei, drei Spieler zur Stelle", sagte er und machte genau das als eine der wichtigsten Stärken aus. Dazu sei Traismauer spielerisch, läuferisch und kämpferisch besser gewesen. Dass Droß diesmal mit einer Fünferkette beziehungsweise einem 5-4-1 begonnen habe, nahm der Trainer zwar wahr, wirklich beschäftigt hat ihn das aber nicht. "Uns ist egal, wie der Gegner agiert. Wichtig ist, dass wir unsere Leistung am Platz bringen", sagte Braith. Ganz ohne Kritikpunkt kam er trotz des klaren Erfolgs nicht aus. Bei der Chancenauswertung sah er weiter Verbesserungspotenzial und meinte, das Ergebnis hätte "viel, viel deutlicher" ausfallen können.
Gerade deshalb hatte dieser Abend für den Traismauer-Trainer mehr Gewicht als nur einen klaren Heimsieg. Nach der schwachen zweiten Halbzeit in Zwentendorf, in der seine Mannschaft laut Braith den Sieg noch hergeschenkt hatte, wollte er eine Reaktion sehen. Die bekam er nun deutlich. "Meine Mannschaft hat einen unglaublichen Charakter gezeigt", sagte er und sprach von einem "Charaktertest", den seine Elf "mehr als bravourös bestanden" habe. Lob verteilte Braith aber nicht nur an seine Spieler. Auch das Umfeld im Verein und die Fans der "Red Wall" hob er ausdrücklich hervor. Selbst für den Schiedsrichter fand er klare Worte: "Es gab keinerlei strittige Szenen. Der Schiedsrichter hat heute bravourös gepfiffen." Mit dem 5:1 hält Traismauer nach vier Runden bei neun Punkten und unterstrich vor allem den Anspruch, den Braith klar formulierte: "Wir wollen immer spielbestimmend sein. Wir wollen den Ton angeben."