Spielberichte

„So etwas habe ich noch nie erlebt“ – Stein übersteht nach 4:1 zur Pause das Zittern in Droß

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
SV Droß
FC Union Stein

In der 2. Klasse Wachau/Donau hat 1. FC Union Stein beim SV Droß einen 4:3-Auswärtssieg über die Zeit gebracht, obwohl eine scheinbar klare Partie nach der Pause noch einmal völlig kippte. Trainer Thomas Hennebichler sprach von „zwei völlig konträren Halbzeiten“ und fand vor allem für die letzten 30 Minuten deutliche Worte, nachdem seine Mannschaft eine 4:1-Pausenführung beinahe noch verspielt hätte.

Linienrichter mit Fahne steht an der Seitenauslinie

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Stein legt vor der Pause fast alles in die Partie

Die Gäste waren von Beginn an im Spiel und setzten ihren Plan früh um. Schon in der 7. Minute brachte Khaled Alsaid Stein mit 1:0 in Führung. Zwar kam Droß durch Hannes Konrad in Minute 19 zum 1:1, doch dieser Ausgleich änderte am Gesamtbild der ersten Hälfte aus Sicht des Stein-Trainers wenig. Ein Eigentor von Bernhard Soucek brachte die Gäste in der 30. Minute wieder nach vorne, danach erhöhten Julius Steiner in der 38. Minute und Jannik Grunert in der Nachspielzeit vor der Pause auf 4:1. Hennebichler war mit diesem Abschnitt hochzufrieden und formulierte es entsprechend klar: „Erste Halbzeit haben wir uns an den Matchplan gehalten, waren extrem dominant, haben vier Tore gemacht, hätten sieben oder acht machen können, waren völlig überlegen.“ Für ihn war diese Phase „ganz, ganz einseitig“ und genau so, wie man es vor dem Spiel erwartet hatte.

Nach dem Seitenwechsel kippt das Momentum plötzlich

Gerade deshalb war der Verlauf nach dem Seitenwechsel für Hennebichler so schwer zu greifen. Der Stein-Coach sagte sogar: „So etwas habe ich in meiner ganzen Laufbahn noch nie erlebt.“ Zunächst schien seine Mannschaft noch ordentlich in der Partie zu sein, denn die ersten Minuten nach Wiederbeginn bewertete er noch positiv. Dazu kam aus seiner Sicht eine gute Möglichkeit auf das fünfte Tor, mit dem wohl früh Ruhe eingekehrt wäre. Genau dort setzte für ihn aber der Wendepunkt an. „Die Situation, wo es gekippt ist, war sicher in der zweiten Halbzeit, wo wir dieses fünfte Tor nicht machen und dann durch einen Eigenfehler das Gegentor kassieren“, erklärte Hennebichler. Das 2:4 durch Bernhard Soucek in der 59. Minute brachte Droß zurück, und als Jan Zamecnik nur fünf Minuten später auf 3:4 stellte, war aus der klaren Auswärtspartie plötzlich ein Nervenspiel geworden. Stein geriet immer tiefer unter Druck und fand laut Trainer kaum noch Wege, sich daraus zu befreien.

Der Matchplan ging auf bis Stein den Zugriff verlor

Dass die drei Punkte am Ende trotzdem nach Stein gingen, führte Hennebichler vor allem auf die Arbeit gegen den Ball und die Umsetzung des Plans in der ersten Hälfte zurück. Für ihn lag die größte Stärke seiner Mannschaft nicht in einer einzelnen Aktion, sondern in der Konsequenz, mit der die Gäste das umgesetzt haben, was unter der Woche vorbereitet worden war. „Es ist in der ersten Halbzeit genau das passiert, wie wir es erwartet haben“, sagte er. Auch bei den Toren erkannte der Trainer vieles aus dem Training wieder. Er sprach von Steckpässen, von Flügelspielern, die mit Tempo in den Strafraum ziehen, und von sauberen Hereingaben. Dazu freute ihn, dass diesmal auch „endlich mal“ ein Tor nach einer Standardsituation dabei gewesen sei. Umso schärfer fiel dann die Bewertung des Einbruchs aus. „Die letzten 30 Minuten waren leider eine Katastrophe von uns“, sagte Hennebichler, ohne dabei den starken Beginn seiner Mannschaft kleinzureden.

Viel Lob für Gegner und Unparteiischen, klare Themen für die Nachbesprechung

Auch den Gegner ordnete Hennebichler differenziert ein. Droß sei genauso gekommen, wie Stein es erwartet habe, und habe versucht, vieles fußballerisch zu lösen. Genau das wollten die Gäste anfangs unterbinden, was vor der Pause auch gelang. „Dann hat man gesehen, dass sie in der ersten Halbzeit so einen richtigen Plan B gar nicht hatten“, meinte der Trainer, schob aber zugleich nach, dass Droß „sicher kein schlechter Gegner“ gewesen sei. Ein Sonderlob gab es außerdem für den Unparteiischen, dessen Leistung Hennebichler als „sensationell“ bezeichnete. Für die kommenden Wochen nimmt der Trainer trotz des Sieges genug Arbeit mit. In der Nachbesprechung will er vor allem ansprechen, wie sich seine junge Mannschaft aus Drucksituationen wieder lösen kann, wie sie im letzten Drittel den Ball besser festmacht und damit wieder Luft für das eigene Spiel bekommt. Genau dort sieht er den nächsten Entwicklungsschritt für Stein.

2. Klasse Wachau/Donau: SV Droß : FCU Stein - 3:4 (1:4)

  • 64
    Jan Zamecnik 3:4
  • 59
    Bernhard Soucek 2:4
  • 47
    Jannik Grunert 1:4
  • 38
    Julius Steiner 1:3
  • 30
    Eigentor durch Bernhard Soucek 1:2
  • 19
    Hannes Konrad 1:1
  • 7
    Khaled Alsaid 0:1