In der 2. Klasse Wachau/Donau hat SC Traismauer das Heimspiel gegen Langenrohr II mit 3:1 gewonnen und sich daheim einen Dreier geholt, den sich Trainer Sebastian Braith vor allem mit einem klaren Plan erklärte. Traismauer überließ dem Gegner phasenweise den Ball, blieb aber in den entscheidenden Räumen kompakt und war bei Standards eiskalt. Genau dort, so sah es Braith, kippte die Partie in Richtung der Gastgeber.

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Vom Anpfiff weg entwickelte sich eine Partie, die Braith sehr klar einordnete. "Vom Beginn an haben beide Mannschaften gut mitgespielt", sagte der Traismauer-Coach nach dem Schlusspfiff. Dass Langenrohr über längere Phasen mehr Ballbesitz hatte, störte ihn dabei überhaupt nicht. Im Gegenteil: "Langenrohr hatte sicher mehr Spielanteile, vor allem mit dem Ball, was aber ganz klar unser Matchplan war. Wir haben Langenrohr den Ball gegeben und auf Fehler gewartet." Genau darin sah Braith die Stärke seiner Mannschaft. Traismauer blieb diszipliniert, kam nach Ballgewinnen gut in die gegnerische Hälfte und arbeitete sich laut Trainer sogar ein Chancenplus heraus. Der Lohn folgte in der 32. Minute, als Sebastian Huber nach einem Eckball das 1:0 machte. Vier Minuten vor der Pause legte Nicolos Dzjalaganija laut Braith mit einem direkten Eckball zum 2:0 nach, womit Traismauer die erste Hälfte trotz weniger Ballbesitz mit einer klaren Führung beendete.
Für Braith war das 1:0 mehr als nur der erste Treffer des Abends. "Der entscheidende Moment ist für mich, wie in jeder Partie, das 1:0", sagte er, schob aber gleich nach, dass es nicht nur um das nackte Ergebnis ging. "Meine Mannschaft hat von vornherein die taktischen Vorgaben umgesetzt und mannschaftliche Geschlossenheit gezeigt." Diese Mischung aus Plan und Konsequenz zog sich aus seiner Sicht durch den ganzen Abend. Direkt nach der Pause setzte Dzjalaganija noch einen drauf und traf in der 47. Minute nach Braiths Schilderung per direktem Freistoß zum 3:0. Braith sprach von einem "sehr sehenswerten" Treffer aus rund 35 Metern ins Kreuzeck und nannte den Doppeltorschützen den Matchwinner, ohne dabei die Mannschaftsleistung kleiner zu machen. Dass Langenrohr durch Lukas Fabits in der 69. Minute noch auf 1:3 verkürzte, änderte am Grundgefühl des Trainers nichts mehr. Für ihn war entscheidend, dass Traismauer den eigenen Plan über weite Strecken durchgezogen und sich damit die Führung und später auch den Sieg erarbeitet hatte.
So zufrieden Braith mit dem Ergebnis und den drei Punkten war, so konkret sprach er auch über die Dinge, die aus seiner Sicht noch besser werden können. Vor allem gegen den Ball gefiel ihm der Auftritt seiner Mannschaft. "Wir konnten Löcher stopfen. Wir haben dem Gegner sehr wenig Raum gelassen, vor allem in unserer Hälfte", sagte er. Dazu passte seine Einschätzung, dass Langenrohr kaum wirklich gefährlich vor das Tor kam: "Es waren kaum Chancen des Gegners vorhanden, kaum Schüsse aufs Tor und wenn, dann nur Halbchancen." Gleichzeitig machte der Trainer kein Geheimnis daraus, dass seine Mannschaft in manchen Szenen im letzten Drittel noch klarer werden muss. "Verbesserungspotenzial gibt es auf jeden Fall, weil wir Chancen nicht ganz fertig spielen. Wir kommen hin, wir kommen ins letzte Drittel. Da fehlt uns dann das Quäntchen Glück oder die richtige Entscheidung, um abzuschließen." Auch den Gegner ordnete Braith fair ein. Langenrohr sei "eine sehr junge, sehr dynamische Mannschaft", der es noch etwas an Routine und Abgeklärtheit fehle, die den Gästen mit dem Ball aber trotzdem anzumerken gewesen sei.
Braith sprach von einem Erfolg, der aus seiner Sicht viel mit dem Zusammenhalt im Klub zu tun hat. "Wir wollten diesen Dreier unbedingt zu Hause einfahren. Wir waren mannschaftlich geschlossen. Jeder hat für jeden gearbeitet", sagte er. Dazu hob er auch den Einsatz der Spieler hervor, die Woche für Woche trainieren und den Konkurrenzkampf hochhalten. "Nicht nur die Elf am Platz, sondern auch die 17, 18, 19 Spieler, die Woche für Woche aufs Training kommen, geben Gas und schaffen ein gutes Klima im Verein." Ein besonderes Lob ging an die Zuschauer. Die "Red Wall", wie Braith sie nannte, unterstütze die Mannschaft bei Heimspielen und Auswärtsspielen "unglaublich". Selbst den Schiedsrichter nahm der Traismauer-Trainer positiv mit in seine Bilanz auf und sprach von einer "sehr, sehr guten" Leistung ohne strittige Szene. In der Tabelle steht Traismauer nach elf Runden bei 16 Punkten auf Rang sechs. Für Braith passt das zu einer Entwicklung, die er klar formulierte: "Traismauer ist wieder im Kommen und wird Schritt für Schritt aufgebaut."