In der 2. Klasse Waldviertel Süd/Yspertal feierte der SV Lichtenau gegen den SKV St. Oswald einen späten 2:1-Heimsieg. Nach der 0:1-Pausenführung der Gäste durch Thomas Hilber (37.) glich Philipp Gstrein in der 82. Minute mit einem satten Schuss aus, ehe Lukas Höllriegl in Minute 90+4 den Deckel draufsetzte. Lichtenau hatte viel vom Spiel, tat sich lange im letzten Drittel schwer. Trainer Gerald Schnait lobte Kampfgeist und sprach von einem „Tausend-Gulden-Schuss“ – die Wende kam ganz zum Schluss.

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Gerald Schnait beschrieb einen Start nach Maß – nur ohne Tor: „Wir wollten von Beginn an dominant sein und dem Spiel unseren Stempel aufdrücken. Wir hatten am Anfang einige Chancen, haben sie leider nicht nützen können.“ Aus seiner Sicht blieb Lichtenau das aktivere Team: „Über die neunzig Minuten hatten wir sicher 70 bis 75 Prozent Ballbesitz, aber wir haben zu wenig daraus gemacht.“ Bitter wurde es nach gut einer halben Stunde: „Dann haben wir aus einem Eckball das 0:1 bekommen.“ Thomas Hilber brachte St. Oswald in Minute 37 in Front, zur Pause hieß es 0:1. Danach, so Schnait, stellte sich der Gegner tief: „St. Oswald hat mit Mann und Maus verteidigt und versucht, die Zeit über die Runden zu bringen.“ Seine Elf blieb dennoch geduldig, suchte weiter den Weg nach vorne, fand aber lange kein Durchkommen.
In der Schlussphase kippte die Partie. Philipp Gstrein, im Frühjahr ins Team gerückt, fasste sich ein Herz und traf in der 82. Minute zum 1:1. „Das war ein Tausend-Gulden-Schuss, der nicht jeden Tag gelingt – ein schönes Tor“, sagte Schnait sichtbar zufrieden. Danach warf Lichtenau alles nach vorne: „Wir haben noch mehr gedrückt, weil wir das Spiel gewinnen wollten.“ Der Coach sprach auch von vielen Unterbrechungen und langer Nachspielzeit: „Der Schiedsrichter hat relativ lang nachspielen lassen müssen.“ In Minute 90+4 gelang schließlich der Lucky Punch: Lukas Höllriegl erzielte das 2:1 und drehte das Match endgültig. Schnait hob die Moral seiner Mannschaft hervor: „Die größte Stärke war sicher das Kämpferische. Wir haben nie aufgegeben und wurden am Ende belohnt.“
Ganz ohne Schönfärberei analysierte Schnait die eigenen Baustellen. „Wir haben zurzeit relativ viele Ausfälle, auch Langzeitverletzte. Die Jungs, die reinkommen, können Fußball spielen, aber die Pässe in die Tiefe funktionieren im Moment nicht so gut.“ Entsprechend habe man viel Kontrolle, aber zu wenig klare Chancen: „Im Mittelfeld hatten wir viel Ballbesitz, doch wir konnten es nach vorne zu selten ummünzen.“ Besonders freute er sich über den Torschützen zum Ausgleich: „Ich habe mich für Philipp Gstrein gefreut. Er ist im Frühjahr zu uns gekommen, aus Tirol, ist reingekommen und hat ein wunderschönes Tor gemacht.“ Zum Gegner fand Schnait respektvolle Worte: „St. Oswald ist eine kämpferische Mannschaft, aggressiv in den Zweikämpfen. Im Frühjahr sind sie agiler als im Herbst.“ Den Schiedsrichter nahm er ausgewogen wahr: „Ein ganz junger Schiedsrichter, er hat viel laufen lassen. Manchmal war er unsicher, insgesamt hat es aber gepasst.“ In der Tabelle steht Lichtenau aktuell im gesicherten Mittelfeld (Rang 6), St. Oswald kämpft im Tabellenkeller (Rang 13). Für die letzten beiden Runden gab der Trainer die Richtung vor: „Wir wollen als Mannschaft geschlossen bleiben, möglichst viele Punkte mitnehmen – und wir hoffen, dass uns die Fans weiter so unterstützen.“