In der 2. Klasse Waldviertel Süd hat SV Jauerling am Samstag ein turbulentes Heimspiel gegen SV Lichtenau mit 4:3 gewonnen. Nach einer starken ersten Hälfte und dem schnellen 4:1 direkt nach Wiederbeginn sah es lange nach einer klaren Sache aus. Trainer Heinz Jilch lobte vor allem das Spiel nach vorne und die vielen Ballgewinne, ärgerte sich aber darüber, dass seine Mannschaft danach zu passiv wurde.

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Die Gastgeber kamen genau so ins Spiel, wie es sich ihr Trainer vorgestellt hatte. "Wir sind gut ins Spiel gestartet", sagte Heinz Jilch, und das ließ sich auch am Spielstand rasch ablesen. Schon in der 9. Minute brachte Clemens Führer den SV in Führung. Jilch schilderte den Treffer so: "Das 1:0 war eine Flanke ins lange Eck, die direkt ins Tor ging." Jauerling blieb danach das aktivere Team, gewann viele Bälle in guten Zonen und legte nur zwei Minuten später nach. Nach einem Stangenschuss von Führer kam der Ball laut Jilch über Adriano Harcek zu Mugove Leroy Munyorove, der zum 2:0 einschob. Ganz ruhig wurde der Nachmittag aber nicht, denn Raphael Herndler verkürzte in der 16. Minute für Lichtenau auf 2:1. Jauerling ließ sich davon allerdings nicht aus dem Konzept bringen. Die Heimischen spielten weiter nach vorne, und noch vor der Pause folgte die passende Antwort: Wieder war es Munyorove, der in der 31. Minute traf und auf 3:1 stellte. Jilch erinnerte dabei an einen Konter, "wo Leroy dann alleine aufs Tor lief", ehe es mit diesem Zwei-Tore-Vorsprung in die Kabinen ging.
Wenn Jilch einen Moment herausheben musste, dann war es der Start in die zweite Hälfte. "Dass wir nach der Halbzeit gleich das 4:1 draufgelegt haben, war der wichtigste Moment im Spiel", sagte der Jauerling-Coach. Tatsächlich setzte Nedzad Dedic in der 48. Minute jenen Treffer, der der Partie zunächst eine klare Richtung gab. Nach einem Freistoß traf Dedic laut Jilch "mit einem Schuss ins lange Eck" und erhöhte auf 4:1. In dieser Phase hatte Jauerling das Spiel im Griff und schien alles unter Kontrolle zu haben. Genau darin lag aus Sicht des Trainers aber auch die spätere Problematik. "Dann haben wir das Spiel weiter kontrolliert", sagte Jilch zunächst, schob aber gleich den entscheidenden Punkt nach: "Allerdings waren wir nach dem 4:1 zu passiv, haben uns schlecht bewegt. Es fehlte etwas die Körperspannung, und daran müssen wir arbeiten." Damit brachte er ziemlich genau auf den Punkt, warum die Begegnung am Ende doch noch einmal offen wurde. Vorne funktionierte vieles, doch mit zunehmender Spielzeit verlor Jauerling etwas an Spannung und ließ den Gegner wieder ins Spiel kommen.
Dass die Gäste bis zum Schluss dranblieben, passte zu jenem Bild, das Jilch von Lichtenau zeichnete. "Das ist eine junge Mannschaft, die immer versucht, schnell nach vorne zu spielen", sagte er über den Gegner. Über weite Strecken hatte Jauerling diesen Ansatz gut im Griff, doch in der Schlussphase wurde es noch einmal eng. In der 73. Minute verkürzte Lukas Höllriegl auf 4:2, und damit war zumindest wieder ein wenig Spannung da. Als Höllriegl in der 90. Minute auch noch das 4:3 erzielte, war aus einer Partie, die nach dem 4:1 schon fast entschieden schien, plötzlich wieder eine enge Angelegenheit geworden. Jilch meinte zu diesen beiden Gegentreffern, sie wären "meiner Meinung nach haltbar gewesen", blieb in seiner Gesamtbewertung aber bei einer klaren Linie. "Wir hatten Lichtenau eigentlich gut im Griff", sagte er, und fügte an: "Wir waren summa summarum die bessere Mannschaft an diesem Tag." So stand am Ende zwar kein ganz ruhiger, aber eben doch ein verdienter Heimsieg für die Jauerlinger.
Unter dem Strich nahm der Trainer aus diesem 4:3 also zwei wesentliche Erkenntnisse mit. Zum einen war er mit dem Offensivspiel seiner Mannschaft zufrieden. "Das Spiel nach vorne hat gut funktioniert und wir hatten auch viele Ballgewinne", sagte Jilch, und genau daraus entstanden ja auch mehrere Tore und eine lange Zeit sehr gute Ausgangslage. Zum anderen blieb aber ebenso klar sichtbar, woran in den nächsten Einheiten gearbeitet werden muss. Das Nachlassen nach dem 4:1, die zu passive Phase und die fehlende Körperspannung wollte Jilch nach dem Schlusspfiff nicht wegreden. Gerade deshalb hatte sein Statement Substanz: Es war kein Schönreden eines Sieges, sondern eine nüchterne Einordnung eines Spiels, in dem Jauerling lange stark auftrat und es am Ende unnötig spannend machte. Diskussionen abseits des Ergebnisses gab es für ihn übrigens keine. "Der Schiedsrichter leitete das Spiel sehr gut", sagte Jilch. So blieb ein erfolgreicher Nachmittag mit vier eigenen Treffern, aber auch mit einer klaren Aufgabe für die kommenden Wochen.